Männerhelden

Was macht Alberto Tomba heute?

Alberto Tomba dominiert trotz diverser Skandale über Jahre hinweg den Profi-Skisport nach Belieben. Was macht Alberto Tomba heute?

Alberto Tomba
Ski-As Alberto Tomba Foto: GettyImages/ J L GAUTREAU

Alberto Tomba: Beginn einer Weltkarriere

Alberto Tomba kommt aus wohlhabendem Elternhaus. Der Vater ist ein erfolgreicher Textilunternehmer, welcher der Familie ein Leben im schmucken Castel De Britti in der Nähe der italienischen Ortschaft San Lazzaro di Savena unweit von Bologna ermöglicht.

Zudem besitzt die Familie ein Chalet in dem mondänen Skiort Cortina d’Ampezzo. Und genau dort erlernt der kleine Alberto 1970 als Vierjähriger das Skifahren - und findet darin seine Passion fürs Leben.

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"Tomba la Bomba"

Anfang der 1980er-Jahre tritt Tomba dann im Juniorenbereich des internationalen Ski-Zirkus erstmals in Erscheinung. Er belegt vordere Plätze im Riesenslalom und steigt schließlich in die italienische A-Nationalmannschaft auf.

Seine Weltcup-Premiere feiert er im Winter 1985 beim Slalom in Madonna di Campiglio. Zwei Jahre später holt "Tomba la Bomba" die Bronzemedaille im Riesenslalom bei der Weltmeisterschaft in Crans-Montana. Von da an gibt es kein Halten mehr und Tomba wird zum viel umjubelten Überflieger "Made in Italy".

Alberto Tomba
Alberto Tomba gewinnt olympisches Gold 1988 in Calgary Foto: GettyImages/ROBERTSON

Er ist der unangefochtene Meister des Slaloms und gilt über Jahre hinweg in dieser Disziplin als unschlagbar, weshalb er von der italienischen Presse den Beinamen "Tomba la Bomba" bekommt.

Insgesamt gewinnt er in seiner Karriere 50 Weltcup-Rennen, einmal den Gesamt-Weltcup, holt dreimal olympisches Gold, zweimal Silber und wird zudem zweimal Weltmeister.

Zu seiner Popularität trägt auch bei, dass Tomba kein spröder Leistungsroboter ist. Vielmehr zeigt er sich gerne den schönen Dingen des Lebens zugeneigt, achtet auf sein Äußeres und lebt das Leben eines mondänen Playboys - sehr zur Freude der italienischen Boulevardmedien.

Der Rennläufer fehlt gefühlt auf keiner Party der Mailänder Schickeria und braust am liebsten in schnellen Autos vor. Auch der Damenwelt bleibt der Mann aus der Emilia-Romagna nicht verborgen. Zahlreiche Affären werden dem exzentrischen Tomba während seiner Karriere nachgesagt, unter anderem soll auch die Moderatorin Michelle Hunziker seinem Charme erlegen sein.

Die Skandale

Alberto Tomba ist auch immer für Skandale zu haben. Mitte der 1990er-Jahre kehrt er beispielsweise aus bis heute nicht aufgeklärten Gründen der Sportfördergruppe der Carabinieri den Rücken - um disziplinarischen Maßnahmen zu entgehen. In einem Interview gibt er einst hinsichtlich seiner Schwäche für schnelle Autos und diverser privater Rückschläge zu Protokoll: "Flotte Autos werden geklaut und schöne Frauen hauen von alleine ab.“

Nach seiner Karriere wartet bereits der nächste Ärger auf den Lebemann.

Was macht Alberto Tomba heute?

Zunächst versucht sich Tomba nach dem Ende als Profi-Sportler als Filmschauspieler - ohne das dies jemandem auffallen würde.

Auch dem Wohltätigkeitsbereich widmet sich Tomba vermehrt nach seinem letzten Profi-Rennen im Jahr 1998. Doch vor allem macht in diesen Jahren die Untersuchung der Guardia di Finanza gegen den einstigen Superstar Schlagzeilen, denn der italienische Fiskus beschuldigt ihn der Steuerhinterziehung.

Es folgt eine Anklage, aus der sich Tomba durch eine Steuernachzahlung in Höhe von vier Millionen Euro herauswindet.

Im Jahr 2006 dann endlich wieder positive Nachrichten, als er während der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Turin die olympische Fackel ins Stadion tragen darf.

Heute ist Tomba Werbeträger für Sportartikelhersteller und Unicef-Botschafter - und weiterhin niemand der sich in sein Schneckenhaus zurückzieht und fernab der Öffentlichkeit vor sich hinlebt. Er sucht immer noch vereinzelt das Rampenlicht, aber in der internationalen Berichterstattung findet er kaum noch statt.

Wie so vielen Sport-Heroen vor ihm, ist die Zeit nach der Karriere auch bei Tomba mit einigen Unwägbarkeiten verknüpft. Am Ski-Hang hätte er eine vergleichbare Buckelpiste aller Erfahrung nach wohl besser gemeistert.