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Männerhelden

Was macht Jimmy Hartwig heute?

Jimmy Hartwig schreibt in den 1980er Jahren Fußballgeschichte und ist auch sonst um keinen Spruch verlegen. Was macht Jimmy Hartwig heute?

Jimmy Hartwig
Jimmy Hartwig am 29. Mai 1982 imago images / Sven Simon

Jimmy Hartwig: Aus den Baracken in die Nationalelf

William Georg "Jimmy" Hartwig ist einer der großen Stars des deutschen Fußballs in den 1980er Jahren, zudem zieht der gebürtige Hesse die Schlagzeilen an, wie die Motten das Licht. Keine Frage: Entweder man liebt ihn oder kann nichts mit dem Lautsprecher anfangen.

Dabei geht es Hartwig allein um Aufmerksamkeit. Inmitten der verrufenen Kirschenalle, einem sozialen Brennpunkt Offenbachs, wächst er nämlich Mitte der 50er Jahre in einer Barackensiedlung heran. Zu sechst haust die Familie in einem einzigen Zimmer. Sein Vater, ein in Deutschland stationierter US-Soldat, kehrt kurz nach Jimmys Geburt 1954 in die USA zurück und hält keinen Kontakt mit seinem Sohn.

Dieser ist unterdessen mit einem Problem konfrontiert, mit dem er sich auch als Erwachsener herumschlagen wird: Rassismus! Der kleine dunkelhäutige Junge ist frühzeitig auf sich alleine gestellt - und entdeckt auf einem Bolzplatz vor der Tür seine Leidenschaft für den Fußball.

Beim lokalen Traditionsverein Kickers Offenbach schafft er schließlich als Jugendlicher den Sprung in die erste Mannschaft. Startschuss für eine Achterbahnkarriere par exellence.

Schicksalsschläge

Über die Zwischenstationen VfL Osnabrück und 1860 München gerät Hartwig Ende der 1970er Jahre in den Fokus des damaligen HSV-Managers Günter Netzer. In den sechs Jahren an der Elbe gewinnt Jimmy Hartwig danach fast alles, was es im Vereinsfußball zu gewinnen gibt. Er wird dreimal deutscher Meister und triumphiert 1983 in Athen im Landesmeisterpokalfinale über Juventus Turin.

Persönlich reift der Abwehmann zum Nationalspieler. Doch immer wieder haut er abseits des Spielfeldes Sprüche raus, die das Image des großmäuligen Lebemannes befeuern. Nach seiner Hamburger Zeit geht überdies seine Karriere den Bach runter. Beim 1. FC Köln kann er nicht mehr an alte Leistungen anknüpfen, bei Austria Salzburg und dem 1. FC 08 Homburg lässt er schließlich seine Laufbahn ausklingen.

Immer wieder machen Frauengeschichten die Runde, garniert mit Nachrichten über Privat-Insolvenz und Drogenkonsum. Hartwig versucht sich zweimal das Leben zu nehmen. Nur der Gedanke an seinen 1977 geborenen Sohn Daniel hält ihn nach eigenen Angaben ab.

Anfang der 1990er Jahre macht er sich dann wie Phönix aus der Asche einen Namen als Trainer von Chemie Leipzig, bevor er vom Arzt die bittere Diagnose bekommt: Krebs! Doch Hartwig kämpft und scheint die tödliche Krankheit tatsächlich besiegt zu haben, als bei ihm zwei Jahre später erneut Symptome festgestellt werden. Das Unfassbare: Das Stehaufmännchen gibt nicht klein bei und rappelt sich erneut zurück ins Leben.

Was macht Jimmy Hartwig heute?

Im Laufe der Jahre gehen Hartwig insgesamt drei Ehen in die Brüche, auch weil er nicht treu sein kann. Er bleibt auch nach seinen überstandenen Krebserkrankungen ein Suchender und taucht vermehrt in TV-Shows auf - er ist unter anderem Kandidat in der zweiten Staffel von "Ich bin ein Star, bitte holt mich hier raus!".

Für Aufsehen sorgen auch seine Theater-Rollen. An der Seite von Schauspielstar Ben Becker feiert er 2002 seine Bühnenpremiere in Bertold Brechts "Baal". Seither ist er immer wieder als Gaststar in unterschiedlichsten Inszenierungen zu sehen.

Jimmy Hartwig hat nach Ende seiner Profikarriere verschiedene Fußballschulen aus der Taufe gehoben. Sein Engagement gegen Rassismus führt ihn zudem bis heute auch in Schulen und Sportvereine.

Seit einigen Jahren lebt Jimmy Hartwig weitestgehend zurückgezogen mit seiner vierten Ehefrau Stefanie und der gemeinsamen Tochter am Ammersee bei München. Von dort blickt er entspannt auf äußerst turbulente Zeiten in seinem Leben zurück.

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