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North Sentinel Island: Akute Lebensgefahr - diese Insel ist für Touristen strikt tabu!

Thailand und Indien sind extrem beliebte Urlaubsziele. Im Gegensatz zu einer verbotenen Insel, die sich zwischen den Küsten der beiden asiatischen Länder und Myanmar befindet.

North Sentinel Island: Der Sentinelesen-Stamm attackiert regelmäßig Touristen, die versuchen, die Insel im Indischen Ozean zu besuchen
North Sentinel Island Foto: YouTube/ChristianCaron
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Aus der Luft betrachtet ist North Sentinel Island das Paradies auf Erden. Allerdings solltest du niemals einen Fuß auf die Insel, die Teil der Andamanen-Inselgruppe im Indischen Ozean ist, setzen.

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Es sie denn, du willst ernsthaft verletzt werden. Der Grund dafür ist ein mörderischer Stamm von Ureinwohnern, der auf North Sentinel Island in völliger Isolation lebt. Und das soll, wenn es nach ihnen geht, auch genau so bleiben.

Die Sentinelesen: Das isolierte Volk der North Sentinel Insel

Die Sentinelesen sind ein von der Außenwelt isoliertes indigenes Volk, das die Insel seit über 60.000 Jahren ihr zuhause nennt, von der übrigen Welt noch nichts gesehen hat und sehr empfindlich auf Eindringlinge reagiert.

Sobald Touristen versuchen, die exotische Insel zu betreten, werden sie von speerwerfenden Männern in Empfang genommen, spielen also mit ihrem Leben.

Alle Versuche, die Sentinelesen nach dem Tsunami von 2004 mit humanitärer Hilfe zu unterstützen, wurden mit Gewalt beantwortet. So schossen die Ureinwohner mit Pfeilen auf Helikopter, die Essen und Erste-Hilfe-Pakete über der Insel abwerfen wollten.

2006 sollen zwei Fischer, die North Sentinel Island zu nahe kamen, vom Stamm gefangen genommen und brutal abgeschlachtet worden sein.

Insel-Bewohner töten Missionar

2018 reiste ein "Abenteurer" oder "Missionar", der das Volk zum christlichen Glauben bekehren wollte, auf die verbotene Insel. Wie wir berichteten, soll der US-Bürger John Allen Chau am 17. November 2018 von den einheimischen Bewohnern mit Pfeilen getötet und am Strand von North Sentinel Island verscharrt worden sein. Eine Bergung der Überreste des getöteten Missionars ist nicht vorgesehen.

Doch der Kontakt zur Insel ist nicht nur deshalb gefährlich. Von der Außenwelt behördlich abgeschottet, sind bakterielle Übergriffe, die das Leben kosten können, bei Kontakt mit den Inselbewohnern zu befürchten: "Das Risiko einer tödlichen Epidemie von Grippe, Masern oder anderen äußeren Krankheiten ist sehr real und steigt mit jedem Kontakt", sagte Stephen Corry von Survival International gegenüber BBC.

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Das ist North Sentinel Island

Die Insel ist Teil der Inselgruppe der Andamanen und Nikobaren, die im indischen Ozean westlich der Küste von Myanmar (ehemals Birma) liegen. North Sentinel Island ist dabei eine der westlichsten Inseln.

Das Eiland ist etwa 60 Quadratkilometer groß, die höchste Erhebung thront 122 Meter über dem Meeresspiegel. Entdeckt wurde es 1771, aber dauerte noch einmal über hundert Jahre, bis es das erste Mal von den ersten nicht-indigenen Personen im Jahr 1880 betreten wurde.

Der britische Kolonialbeamte Maurice Vidal Portman legte dabei als erster Europäer wohl den Grundstein für das kriegerische Verhalten der heutigen Bewohner, denn er verschleppte sechs Sentinelesen nach Port Blair, die Verschleppten erkrankten rasch, zwei der Sentinelesen starben, die verbliebenen Inselbewohner wurden daraufhin zurück auf die Insel gebracht.

Seitdem haben immer wieder Menschen, seien es Ethnologen oder Fotografen, die Insel besucht. Die letzte Begegnung mit zwei indischen Wissenschaftlern hatte 1991 gar - eine absolute  Ausnahme - nicht den Tod der Besucher zur Folge.

Heutzutage ein Sperrgebiet

Dennoch wurde dieser Flecken Erde 1996 endgültig zum Sperrgebiet erklärt. Seither ist jeglicher Besuch offiziell verboten. Die Einhaltung dieser Regel wird von der indischen Marine überwacht und dies mit durchaus mehr Überzeugungskraft als es Pfeil und Bogen darstellen.

Dessen eingedenk, was mit den Ureinwohnern Nord- und Südamerika passierte als sie Kontakt mit Europäern und deren eingeschleppten Krankheiten hatten, schützt dieses Gesetz nicht nur Neugierige Besucher vor den Ureinwohnern, auch anders herum wird ein Schuh daraus. 

Weitere spannende Themen:

Die oben im Text angeführten Verletzungen des Besuchsverbots belegen eindrücklich, dass sich die Welt besser damit abfindet, dass die auf den Andamanen lebenden Männer und Frauen ihr Fleckchen Erde samt Strand für sich behalten und keinen Kontakt zur Außenwelt wollen.

Im Video unten kannst du dir anschauen, wie ein Sentinelesen-Empfangskomitee live in Aktion aussieht.

Wer das Video nicht sehen kann, klickt bitte hier!