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Fußballfan verläuft sich in Stadion - bleibt 11 Jahre verschwunden!

Ein Fußballfan geht zu einem Fußballspiel ins Stadion und verläuft sich - dann wird es komplett irre.

Fußballfans im Stadion
In Italien ging ein Fußballfan verloren (Themenbild) Foto: Getty Images/ JOHN MACDOUGALL
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Rolf Bantle besucht am 24. August 2004 ein Duell seines FC Basel in der Qualifikationsrunde zur Champions League gegen Inter Mailand im legendären San-Siro-Stadion in der italienischen Modemetropole - und Ausflug mit unfassbaren Folgen.

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Denn Bantle verläuft sich in dem riesigen Rund und taucht erst 2015 wieder auf der Bildfläche auf.

Rolf Bantle: Fußballfan verläuft sich in Stadion - bleibt 11 Jahre verschwunden

Nach dem Spiel verliert sich die Spur des damals 60-Jährigen. Nachdem er 2015 wieder auftauchte, erzählt er, wie er sich damals im San Siro verirrte: "Ich war plötzlich in einem ganz anderen Sektor" erzählt Bantle der Schweiz am Sonntag.

Kurz vor dem Abpfiff ging er zur Toilette und verlor danach komplett die Orientierung. Er fand seine Freunde nicht mehr und wollte alleine zu den Autos, mit denen er und seine Kumpels gekommen waren.

Doch auch dieses Unterfangen blieb erfolglos, denn in den eng bebauten Straßenschluchten im Westen der norditalienischen Metropole verirrte er sich vollends. Da er kein Mobiltelefon hatte, ging Bantle verloren. Er hatte 20 Euro und 15 Franken in seinem Portemonnaie und dachte sich: "Das würde für ein paar Tage reichen".

Doch Bantle blieb in Mailand und lebte in der Folge im Bezirk Baggio, im Westen der Stadt, wie bzbasel.ch berichtet.

Warum kehrte Bantle nicht in sein altes Leben zurück und versuchte alles, um in die Schweiz zu kommen?

Bantle erklärt, dass der Grund in seiner Kindheit zu suchen sei. Weitestgehend in Pflegefamilien bzw. Heimen groß geworden, wurde er früh unter Vormundschaft der Schweizer Behörden gestellt. Bantle dazu: "Damals hatte ich in meinem Leben eigentlich gar nichts zu sagen, das hat jeweils alles der Vormund befohlen. Ganz frei war ich eigentlich nie".

"In den Heimen fühlte ich mich eingeengt. Die plötzliche Freiheit gefiel mir."

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In Baggio wurde Rolf Bantle eine lokale Berühmtheit. Alle riefen ihn "Rudi" und unterstützten ihn, sodass er nicht betteln musste.

Die Schweizer Behörden suchten zwar nach ihm, weil er als vermisst gemeldet wurde, stellten die Fahndung im Laufe der Jahre wegen Erfolglosigkeit jedoch ein.

Vor allem die Winter in Baggio waren für Bantle äußerst hart: "Doch dann schenkte mir ein Student einen Schlafsack. Das war die Rettung." Geduscht hat er in dieser Zeit mindestens einmal in der Woche in einer öffentlichen Sanitäreinrichtung.

Bantle wurde nie straffällig: "Ich bin ein friedlicher Mensch, habe nie Seich gemacht."

Ein kleiner Unfall im April 2015 veränderte dann alles. Bantle stürzte auf einem Bürgersteig und brach sich den Oberschenkel.

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Im Krankenhaus stellte sich raus, dass er nicht versichert war und so organisierte das Schweizer Konsulat in Mailand einen Krankentransport ins Universitätskrankenhaus nach Basel. Dort stellte man seine Identität fest. Wieder genesen lebt der Rentner mittlerweile in einem Altenheim.