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Superlative

Der längste Boxkampf aller Zeiten

Als es noch keine Rundenobergrenze beim Boxen gab, wurde so lange aufeinander eingedroschen, bis der Sieger feststand. Der längste Boxkampf aller Zeiten dauerte mehr als sieben Stunden.

Der längste Boxkampf aller Zeiten
Der längste Boxkampf aller Zeiten Getty Images/ Central Press (Collage Männersache)

Der längste Boxkampf aller Zeiten

Als sich am 06. April 1893 im Olympic Club in New Orleans die beiden Boxer Andy Bowen und Jack Burke zur "Meisterschaft des Südens" im Ring gegenüberstanden, ahnte noch niemand im Publikum, dass es eine wahrhaft historische Nacht werden würde.

Kurz zuvor waren erst die sogenannten Queensberry-Regeln eingeführt worden, die unter anderem vorschrieben, dass die Kontrahenten Boxhandschuhe zu tragen hatten. Davor waren die Hände oft nur getaped oder es wurde gleich mit der bloßen Faust aufeinander eingedroschen.

Keine Rundenobergrenze

Auch die Rundendauer wurde durch dieses Regelwerk auf die heute noch gültige Länge von drei Minuten und eine Pause  von einer Minute festgelegt. Nur wurde eben keine verbindliche Rundenobergrenze definiert.

Das Preisgeld für die beiden Leichtgewichte betrug satte 2500 Dollar, eine Summe, die sich inflationsbereinigt im Hier und Jetzt wohl auf etwa 9300 Dollar belaufen würde. Nicht schlecht für einen Abend Arbeit.

Allerdings werden wohl beide – Burke und Bowen – darauf spekuliert haben, nur etwa 10 oder maximal 20 Minuten arbeiten zu müssen, denn beide waren bekannt für ihre Knockout-Qualitäten. Daraus wurde nichts. Runde um Runde verstrich, aber ein KO wollte nicht klappen. Ab etwa der 50sten Runde wurden beide Boxer so langsam, dass der auch nicht mehr zu erwarten war.

Zuschauer eingeschlafen

Zu diesem Zeitpunkt lagen die ersten Zuschauer schon selig schlummernd in ihren Sitzen und die Sportreporter fragten sich, mit was sie ihre Zeitungen am nächsten Tag füllen sollten, denn im Ring passierte nicht mehr viel.

Dass sich Burke irgendwann im Laufe der Runden an beiden Händen die Fingerknöchel gebrochen hatte, spielte da auch schon keine Rolle mehr. Es ging einfach weniger aggressiv und deutlich langsamer weiter. Aber es ging weiter. Und weiter.

Um die 80ste Runde herum waren kaum noch Zuschauer wach, es war schließlich schon mitten in der Nacht.

Am Ende brach der Ringrichter den Kampf nach der 110ten Runde ab, da sich beide Kämpfer nicht mehr aus ihrer Ecke bewegen konnten. Die Schnapszahl einer 111ten Runde war einfach nicht mehr drin.

Er bewertete den Kampf dann auch folgerichtig mit "no contest", da kein Sieger ermittelt werden konnte. Ob die beiden Langzeitkämpfer deswegen vielleicht auch überhaupt keine Prämie gesehen haben, ist nicht überliefert.

Das wäre schon ziemlich fies. Denn versucht haben sie es ja nun wirklich, in diesem längsten Boxkampf aller Zeiten.

Wir stehen auf Rekorde und suchen ständig nach den Größten und Längsten, aber auch Kleinsten und Kürzesten. Alle unsere Funde gibt es auf unserer Superlativ-Übersichtsseite.

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