Too dark to see

Vantablack: 5 Fakten über das schwärzeste Material der Welt

Vantablack nennt sich die Farbe, die so dunkel ist, dass sie nahezu sämtliches Licht schluckt und Gegenstände, die damit versehen werden, unerkennbar macht!

Das schwärzeste Schwarz: Vantablack absorbiert über 99% des Lichts
Eine Büste in Vantablack Foto: surreynanosystems.com
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Im Februar 2016 ging ein leiser Aufschrei durch die Kunstwelt. Damals nämlich wurde bekannt, dass sich der steinreiche britische Künstler Anish Kapoor das Recht an so etwas wie einer Farbe gesichert hatte - einer ganz speziellen "Farbe".

Vantablack. Auch bekannt als das schwärzeste Schwarz der Welt

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Vantablack - Das schwärzeste Schwarz der Welt

Seitdem ist Vantablack in aller Munde - es absorbiert laut Hersteller Surrey NanoSystems 99,965 Prozent Lichtmenge. 

Objekte, die in das Superschwarz gehüllt werden, verlieren Schattierungen, räumliche Tiefe, sehen aus wie stümperhaft mit Photoshop aus der Umgebung radiert.

Anish Kapoor hüllte seine Skulptur "The Cloud Gate" in Vantablack
Anish Kapoors "The Cloud Gate" in Vantablack gehüllt Foto: City of Chicago

Wir haben 5 interessante Fakten zu Vantablack gesammelt!

#5: Vantablack ist gar keine Farbe

Per Definition ist eine Farbe das Resultat von Licht, das von einem Objekt reflektiert wird und dann auf unser Auge trifft. Vantablack allerdings reflektiert nur 0.035% des auftreffenden Lichts. Im Rückschluss werden also 99.965% absorbiert, Weltrekord!

Wie ist das möglich? Vantablack besteht aus im Labor hergestellten Nano-Carbon-Röhrchen. Jedes einzelne besitzt nur etwa die Größe eines Atoms, im Durchmesser 50.000 Mal kleiner als ein menschliches Haar.

Ein ein Quadratzentimeter größes Stück Vantablack enthält eine Milliarde Nano-Röhrchen, die so dicht zusammenliegen, dass auftreffendes Licht quasi von ihnen verschluckt wird und nicht mehr aus den Tunnelsystem der Röhrchen entkommen kann. 

>>> Vantablack 2.0: Alle Fakten zum neuen "schwärzesten Schwarz"

#4: Vantablack ist nicht käuflich

NOCH nicht. Und dafür gibt es drei triftige Gründe: Erstens ist der Herstellungsprozess extrem kompliziert. Unterschiedliche Maschinen werden benötigt, die unter großer Hitze mehrere Schichten des Materials auftragen müssen. 

Und damit kommen wir auch schon zu Grund Nummer 2: Es dauert bis zu zwei Tage, um das Material auf Oberflächen aufzutragen, was es für eine Anwendung im Alltag untauglich macht. 

Drittens: Vantablack ist - nicht zuletzt des aufwändigen Herstellungsprozesses wegen - extrem teuer. Laut Hersteller übersteigt es den Goldpreis bei weitem.

#3: Extrem berührungsempfindlich

Vantablack reagiert extrem empfindlich auf Berührungen - einmal angefasst fallen die Nano-Röhrchen quasi in sich zusammen, so büßt Vantablack Teile seiner Absorbationsfähigkeit ein.

#2: Ursprünglich für die NASA entwickelt

Es ist wenig überraschend, dass Vantablack eigentlich für die NASA entwickelt worden ist. Die Weltraumorganisation war auf der Suche nach einem Matarial, das die Lichtstreuung seiner Teleskope minimieren sollte. 

#1: Superstark & vielseitig anwendbar

Obwohl Vantablack nur die halbe Dichte von Aluminium aufweist, ist es 200 mal stärker als Stahl.

Außerdem soll es Hitze und Elektrizität 1.000 mal besser leiten als Kupfer, was es für unzählige Anwendungen interessant macht. So könnte Vantablack über kurz oder lang den Massenmarkt erreichen.

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