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Rente mit 68: Diese Jahrgänge müssen länger arbeiten

Angeblich werden wir alle älter und deswegen muss das Renteneintrittsalter angepasst werden. Sonst droht eine Versorgungslücke. Sagt ein Experten-Gutachten.

Dachdecker
Dachdecker: Auf Häusern herumturnen bis 68? Foto: iStock / vitranc
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Berater und ihr Gutachten

In einem Gutachten steht es schwarz auf weiß: Wird das abschlagsfreie Renteneintrittsalter für gewisse Jahrgänge nicht von aktuell 67 Jahren auf 68 hochgesetzt, droht der Rentenkasse der finanzielle Kollaps, wie Bild berichtet.

Schaut man näher hin, sind aus den Experten, die das herausgefunden haben wollen, plötzlich Berater geworden. Noch schlimmer, es handelt sich um Berater der Bundesregierung. Setzen wir uns dennoch mit der Materie auseinander.

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Sozialverträgliches Frühableben

Was droht, wenn das Renteneintrittsalter nicht angehoben wird, seien "schockartig steigende Finanzierungsprobleme ab 2025." Diese These vertritt der Wissenschaftliche Beirat von Wirtschaftsminister Peter Altmaier.

Das liegt an den Alten. Die werden nicht nur alt, sondern immer älter. Im Schnitt bezieht ein deutscher Renter heutzutage 20 Jahre Rente. Das sind bereits fünf Jahre mehr als noch 1990. Und ohne "sozialverträgliches Frühableben", am besten am letzten Arbeitstag, funktioniert das System wohl nicht wirklich.

120.000.000.000 Euro fehlen

Denn schon jetzt, 2021, muss der Bund 106 Milliarden Euro in die Rentenkasse packen, damit sie nicht kollabiert - so viel wie nie zuvor. 2024 sollen es dann schon 120 Milliarden sein. Gefordert wird in solchen Situationen immer wieder das gleiche, formuliert als "dynamische Kopplung des Rentenalters an die Lebenserwartung."

Das bedeutet aber letztlich nichts anderes als ein noch verschobenes Renteneintrittsalter, in diesem Fall von ohnehin schon 67 auf dann 68. Betroffen von dieser Neudefinition wären alle Arbeitnehmer, die aktuell 47 Jahre alt sind oder jünger.

Bundesbank will Rente mit 70

Dieser Kurs findet Unterstützung bei der Bundesbank. Nur mit dem Alter hadert sie etwas. Besser wäre angeblich, wenn zukünftig bis 70 gearbeitet würde. Während die FDP das im Namen ihres Parteivizes Johannes Vogel auch toll findet, gibt es aber auch mahnende Stimmen.

CDU-Sozialexperte Peter Weiß findet die Vorschläge spekulativ und gibt zu bedenken, dass es entscheidend für die Rentenkasse sei, "wie die Wirtschaft läuft, wie viele Beitragszahler es gibt und wie hoch deren Löhne sind." Das aber könne niemand seriös voraussagen.

Amen.