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Nordpol verschiebt sich: Das sind die Konsequenzen

Dass sich auch planetare Pole auf Wanderschaft begeben können, ist der Wissenschaft bereits seit einiger Zeit klar. Was das für das Leben auf besagtem Planeten bedeutet, erklären wir hier.

Künstlerische Darstellung des Erdmagnetfeldes
Ein Hoch auf unsere planetare Firewall: das Erdmagnetfeld Foto: iStock / Naeblys

Die Erde leistet sich zwei Nordpole

Zunächst zur Erklärung: Die Erde hat zwei Nordpole: den geografischen Nordpol, der sich nie verändert und den magnetischen Nordpol, der immer in Bewegung ist. Und gerade jetzt bewegt er sich schneller als sonst.

In den letzten 150 Jahren ist der magnetische Nordpol 1.100 Kilometer durch den Norden Kanadas gewandert. Und im Moment rast er 40 Kilometer pro Jahr nach Nordwesten.

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Umkehrung des Erdmagentfeldes

Es könnte sich damit das andeuten, was die Menschheit seit ihrem Bestehen noch nie mitgemacht hat: einen sogenannten "Polar Flip", bei dem sich das Polarfeld der Erde einmal komplett umkehrt. Dieser Prozess würde das Erdmagnetfeld vorübergehend um bis zu 90 Prozent schwächen, und das hätte massive Konsequenzen.

Denn das Magnetfeld der Erde schirmt uns vor schädlicher Weltraumstrahlung ab, die Zellen schädigen, Krebs verursachen und elektronische Schaltkreise und Stromnetze durchbrennen lassen kann. Einige Wissenschaftler sind der Meinung, dass bei einem schwächeren Feld Flugzeuge einer höheren Strahlung ausgesetzt werden könnten, wodurch Flüge weniger sicher wären.

Was das im Alltag bedeutet

Außerdem auf dem Auswirkungszettel: der innere Kompass bei vielen Tieren, die das Magnetfeld zur Navigation nutzen. Unsere Satelliten und bemannten Raumfahrtmissionen würden zusätzliche Abschirmungen benötigen, die wir bereitstellen müssten. Ohne sie würde die intensive kosmische und solare Strahlung Leiterplatten verschmoren und das Krebsrisiko bei Astronauten erhöhen.

Fallen aber Satelliten aus, müssten wir auf viele Annehmlichkeiten des postmodernen Lebens verzichten: Telekommunikation, weltweiter Börsenhandel, GPS-Tracking, um nur ein paar Punkte zu nennen.

Zwei beunruhigende Fakten

Vielleicht am gefährlichsten, neben der verstärkt ungehindert auf die Erde treffenden kosmischen Strahlung, wären die Auswirkungen von Sonnenstürmen. Eine aktuelle Studie geht davon aus, dass ein einziger, riesiger Sonnensturm alleine die USA bis zu 41,5 Milliarden Dollar pro Tag an Schäden kosten könnte, wie businessinsider.com berichtet.

Zum Abschluss noch zwei Fakten, die zusammen interpretiert ein ungutes Gefühl in der Bauchgegend hinterlassen. Erstens: In den letzten 65 Millionen Jahren, seit dem letzten Massenaussterben, gab es etwa alle 300.000 Jahre eine Umkehrung der Pole. Zweitens: Das letzte Mal, dass sich die Pole umgekehrt haben, war vor 780.000 Jahren.

Da ist also ein gewisses Phänomen schon lange überfällig...