News-Update

Erste Airline verweigert Corona-Tests bei Passagieren

Nanu, wer wird denn da aufmüpfig? Man sollte meinen, in der aktuellen Lage sei jeder stattfindende Flug für Airlines ein Segen. Aber es gibt Stunk mit einem Billig-Flieger.

EasyJet-Flieger im Steigflug
EasyJet: Fliegen ja, testen nein Foto: iStock / Boarding1Now
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Und EasyJet so: "Nö!"

Ein Knackpunkt bei dem aktuellsten Corona-Gipfel von Bund und Ländern ist das Thema Testen. Die Ministerpräsidentenkonferenz hat mit der Kanzlerin zusammen beschlossen, dass die Airlines, die Fluggäste durch Europa fliegen, vor dem Rückflug nach Deutschland noch vor Ort auf Corona testen müssen. Eine erste Airline hat sich jetzt dazu geäußert. Und dankend abgelehnt.

Easyjet-Deutschlandchef Stephan Erler nimmt kein Blatt vor den Mund und spricht Klartext: "Es gibt noch immer keine bundeseinheitliche Test- und Einreisestrategie, geschweige denn eine europäische Lösung."

Er mahnt an, "schnellstmöglich eine allgemeingültige, verbindliche Regelung wie grenzüberschreitender Verkehr nach Deutschland aus Risikogebieten, aber auch aus Nicht-Risikoländern erfolgen" solle, zu finden.

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Gesamteuropäisches Problem

Easyjet sieht die Verantwortung für einen negativen Corona-Test bei den Urlaubern, ein Test seitens der Airline sei weder medizinisch noch organisatorisch machbar.

Erler erkennt für sich die Corona-Problematik als eine gesamteuropäische, deshalb sollte es schnellstmöglich auch zu einer gesamteuropäischen Lösung kommen, "damit nachweislich geimpfte Personen wieder frei reisen können."

EasyJet vs. Bundesregierung

Die Konfrontation mit einer unter massivem Druck stehenden Bundesregierung ist damit vorprogrammiert. Die hat angekündigt, man werde eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorlegen, die eine generelle Testpflicht vor Abflug zur Einreisevoraussetzung bei Flügen nach Deutschland machen wird.

Zwei Fragen sind dabei noch ungeklärt: Wer kommt für die Kosten der Tests auf? Und was passiert mit Urlaubern, die positiv getestet werden?

Es dürfte spannend zu beobachten sein, wer sich in diesem Interessenkonflikt langfristig durchsetzen wird. Momentan hat EasyJet jedenfalls den Federhandschuh ausgezogen und der Bundesregierung vor die Füße geworfen.

Der lachende Dritte könnte das Coronavirus sein.