Dets Schätzchen Rallyeveteran und Pokalsieger: Der Audi 200 quattro 20V

30.06.2017
Auto-Experte Det Müller schreibt exklusiv für Männersache

Es gibt nicht wenige Worte auf dieser Welt, die mein Herz höherschlagen lassen, doch bei einem werde ich regelmäßig schwach: Quattro. Der Allradantrieb von Audi ist bis zum heutigen Tag die Highend-Evolutionsstufe des Autos – oft kopiert und nie erreicht.

Diese technische Evolutionsstufe erlebte Anfang der 1980er-Jahre ihre Geburt – und ist für mich nicht mehr wegzudenken. Den sportlichen Anfang machte damals der Audi 200 quattro 20V.

Allrad, meine Freunde. Muss ich noch mehr sagen? Allrad ist Fahrspaß, Allrad ist Dynamik. 1983 erscheint der der Audi 200 quattro 20V in Ingolstadt. Er ist der Nachfolger des zuvor solide fahrenden, aber nicht gerade aufregenden, C100.

Und man zeigte, dass es anders geht: Mit einem Fünfzylinder-Motor inklusive Front- und Heckantrieb sowie einem Fünfgangschaltgetriebe war er ausschließlich in der bestmöglichen Ausstattung erhältlich. Donnerhall und Gänsehaut inklusive.

Audi 200 quattro 20V
© Audi

Knackt spielend die Schallmauer von 200 km/h

2,1-Liter Turbo waren das untere Minimum in Sachen Motorisierung – genau wie die 182 PS, die von der Limousine aufs Parkett geschmettert wurden. Bis 1989 peitschte Audi die Kiste dank turbogeladenem Fünfzylindermotor auf sagenhafte 220 PS und kombinierte hier alles, was das Fahrerherz begehrt.

Es gibt selten Autos, die mit einer solchen Dynamik serienmäßig von der Stange liefen und die auch heute noch unglaublich lässig über den Asphalt chauffieren. Stylefaktor und Leistung machen euch zum König auf der linken Spur.

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Rallyeveteran und Pokalsieger

Das Ding trotz jeder Witterung. Quattro hält euch zu praktisch jeder Bedingung auf der Piste und gibt euch volle Kontrolle über das Fahrzeug. Alleine die Kurvenlage sorgt heute noch für feuchte Träume.

Zwischenfazit: Wenn selbst Rallyefahrer ins Schwärmen geraten und Pokale einsacken, dann hat Audi alles richtiggemacht.

Audi 200 quattro 20V
© Audi

Verschleiß läuft heiß doch drückt kaum den Preis

Dennoch ist Vorsicht angebracht: Gerade die älteren Modelle mit ordentlich Pferden unter der Haube haben teils immense Verschleißerscheinungen. Ausfallursache Nummer eins sind korrodierte und gebrochene Steckverbindungen im Motorraum – was im schlimmsten Fall zum Totalausfall führen kann.

Gebrochene Kabelverbindungen können ebenfalls im Übergangsbereich zwischen Türen und Karosse auftreten, da hier die Kabel durch das regelmäßige Öffnen der Türen einer Knickbelastung ausgesetzt sind.

Grundsätzlich solltet ihr die Masseverbindungen im Motor genauestens unter die Lupe nehmen – hier sind Kabelbrücken, Kontaktkorrossion und Übergangswiderstände ein wiederkehrendes Problem.

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Quattro-Perlen rar gesät

Und jetzt unter uns Pastorentöchtern ein Geheimtipp: zugreifen. Die Dinger werden nicht mehr günstiger.

Topgepflegte Sammlerstücke liegen im Preisbereich eines Neuwagens der Oberklasse. Wer nicht ganz so tief in die Tasche greifen will, kriegt ab und an Exemplare zu humanen Preisen um die 5.000€.

In der Regel haben diese Modelle circa 250.000 Kilometer auf dem Buckel, was euch, Topausstattung und optimaler Pflegezustand vorausgesetzt, nicht vom Kauf abhalten sollte. Wer zugreift, wird mit einem spritzigen Klassiker belohnt – rallyegeprüfter Antriebsstrang inklusive.

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