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WHO will Affenpocken umbenennen

Die Weltgesundheitsorganisation möchte die "Affenpocken" umbenennen. Der Begriff sei "diskriminierend und stigmatisierend". Die Hintergründe.

Illustration: Affen und Viren
Die WHO will Affenpocken einen neuen Namen geben (Symbolbild) Foto: iStock / Caelestiss
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Die Affenpocken breiten sich weiter aus - auch in Europa. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert jetzt Regierungen und Gesundheitsorganisationen auf, zusammen zu arbeiten, um den Ausbruch zu kontrollieren.

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Zudem solle der Impfstoff gerecht verteilt werden. Fehler aus dem Umgang mit Covid-19 sollten nicht wiederholt werden, wie die Tagesschau berichtet. Doch die WHO beschäftigt noch ein weiteres Problem rund um den ausgebrochenen Virus - es geht um seinen Namen.

Stigamtisierend und Diskriminierend

Es gebe bereits seit langem den Anspruch, dass Krankheiten nicht mehr nach Regionen oder Tieren benannt werden sollen. So wolle man Diskriminierung oder Stigmatisierung vorbeugen, erklärt ein Sprecher der WHO. Der Begriff "Affenpocken" könne auf die Herkunft aus Afrika hindeuten. Man will den Namen also ändern.

Der Name "Affenpocken" kommt daher, dass der Virus im Jahr 1958 in Dänemark erstmals bei Affen in einer Versuchsanstalt festgestellt wurde. Affen sind heute aber lediglich Zwischenwirte - verbreitet wird der Erreger in erster Linie über Nagetiere. Somit sagt der Name nicht viel über die Krankheit aus.

Hinzu kommt, dass 29 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus elf Ländern für die Namensänderung appelliert haben, wie "Bild" berichtet. Der Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, erklärte: "Die WHO arbeitet auch mit Partnern und Experten aus der ganzen Welt daran, den Namen des Affenpockenvirus, seiner Kladen und der von ihm verursachten Krankheit zu ändern".

Was sind eigentlich Kladen?

Bei dem Wort "Kladen" handelt es sich um einen Begriff aus der Biologie. Er bezeichnet eine Einheit, zu der alle gemeinsamen Vorfahren sowie deren Nachfahren gehören. Bei Viren können das zum Beispiel Mutationen des ursprünglichen Erregers sein.

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