Mystery

Welt-Sensation: Neue menschliche Spezies entdeckt!

Ab und zu machen Archäologen Entdeckungen, die unser Weltbild auf den Kopf stellen. Ein Knochenfund könnte nun gar die gesamte Geschichte der Menschheit umschreiben.

Höhlenmensch
Forscher haben evtl. eine bisher unbekannte menschliche Spezies entdeckt Foto: Adobe Stock / Gorodenkoff
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Ein Knochen, der vor Jahrzehnten in einer Höhle in Frankreich ausgegraben wurde, ist kürzlich analysiert worden, und die Ergebnisse sind faszinierend. Es handelt sich um einen Hüftknochen, das so genannte Ilium, der im Höhlenkomplex Grotte du Renne entdeckt wurde, einer ausgedehnten paläolithischen Fundstätte, die als eine der besten in Europa gilt.

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Neben den Überresten von Neandertalern - einer Unterart archaischer Menschen, die bis vor etwa 40.000 Jahren in Eurasien lebten -, die in den unteren Schichten der Höhlen gefunden wurden, stammen die oberen Schichten aus der Zeit, als anatomisch moderne Menschen das Gebiet bewohnten. Aber das Interessanteste ist, dass eine Schicht entdeckt wurde, die auf eine Zeit hindeutet, in der beide Hominiden nebeneinander lebten.

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Knochen gibt Rätsel auf

Der gefundene Darmbeinknochen ist eines von drei Teilen, aus denen das menschliche Becken besteht, und gehörte vermutlich einem Neugeborenen. Nach einer gründlichen Analyse wurde der Knochen mit 31 zeitgenössischen Menschen und zwei Neandertalern verglichen, passte aber zu keinem von beiden und scheint eine Art Hybrid zu sein.

Das Archäologenteam geht davon aus, dass der Knochen eindeutig dem Homo Sapiens zuzuordnen ist, sich aber leicht von anatomisch modernen Menschen und den Knochen unterscheidet, die wir heute üblicherweise an Skeletten sehen - was auf eine möglicherweise unbekannte menschliche Spezies hindeutet.

Weder Neandertaler noch Homo sapiens

Die Forschergruppe beschreibt in ihrem Bericht: "Unsere Ergebnisse weisen auf einen morphologischen Unterschied zwischen den Darmbeinen von Neandertalern und anatomisch modernen Neugeborenen hin. Wir vermuten, dass dies auf die Zugehörigkeit zu einer frühmodernen menschlichen Abstammungslinie zurückzuführen ist, deren Morphologie sich leicht vom heutigen Menschen unterscheidet."

In der als "technokultureller Komplex" bezeichneten Schicht der Höhle wurde auch eine Reihe von Steinwerkzeugen entdeckt. Bei jenen handelt es sich um Feuersteine und andere ähnliche Objekte, die Fähigkeiten und Techniken erforderten, die von einer Kultur zur anderen erlernt wurden.

Geschichte der Menschheit muss umgeschrieben werden

Diese Kreuzung könnte auf eine Zeit hindeuten, in der Neandertaler und anatomisch moderne Menschen Tausende von Jahren nebeneinander existierten. Es ist nicht das erste Mal, dass die Entdeckung menschlicher Überreste unser Geschichtsbild verändert hat. In der Ausgrabungsstätte Sierra de Atapuerca in der Nähe von Burgos, Spanien, wurden Gesichtsknochen entdeckt, die 1,4 Millionen Jahre alt sind.

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Die Archäologin Aurora Martin, Generalkoordinatorin des Museums für menschliche Evolution in Burgos, sagt dazu: "Bis 1994 war bekannt, dass es in Europa bis vor 500.000 Jahren keine alten Menschenarten gab. Jetzt sprechen wir von vor 1,4 Millionen Jahren. Mit anderen Worten, wir haben die Evolution des Menschen in Europa um 1 Million Jahre nach hinten verschoben."