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Wahnsinn: Angeschwemmter Wal versteckt Riesen-Schatz in seinem Darm!

Folgendes Szenario: Riesiger Meeressäuger stirbt, strandet an einer Küste und Menschen wühlen begeistert in seinen Eingeweiden. Wir erklären, warum!

Gestrandeter Pottwal
Hat möglicherweise einen Schatz in den Eingeweiden: Gestrandeter Pottwal Foto: iStock / Riza Azhari
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Eigentlich ist der Stoff, um den es in dieser Story geht, alles andere als appetitlich: Erbrochenes oder wa(h)lweise Exkremente. Und dennoch sind alle ganz wild und zahlen Unsummen dafür, sich diese zunächst fast undefinierbare Masse im verarbeiteten Zustand per Zerstäuber auf die eigene Haut aufzubringen. Um was geht's denn hier bloß?

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Rollen wir es von der anderen Seite auf: Das Produkt, um das es geht und das so viele Begehrlichkeiten weckt, heißt Ambra. Es ist luxuriöser Bestandteil sehr teurer Parfüme und wird etwa mit 50.000 Euro pro Kilogramm gehandelt. Echtes Ambra ist selten, dadurch erklärt sich der Preis.

Sehnsuchtsprodukt Pottwalkotze

So weit, so gut. Aber warum ist es so selten und wo kommt es her? Und jetzt beginnt der unappetitliche Teil. Denn Ambra ist, vulgär ausgedrückt, nichts anderes als Walkotze. Genauer gesagt Pottwalkotze. Lecker, gell?

In den Tiefen der Meere unseres Planeten spielen sich unglaubliche Dramen ab, es geht zumeist um Leben und Tod. Eine der Leibspeisen von Pottwalen sind Riesenkalmare, gigantische Tintenfische, die bis zu 15 Meter groß werden können. Um sie zu finden, tauchen Pottwale bis zu 2.500 Meter tief hinab. Kommt es zu einem Aufeinandetreffen, entbrennt ein epischer Kampf ums Überleben. Der Kalmar wehrt sich nach Kräften und der Ausgang dieses Ringens der Giganten ist alles andere als sicher.

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Die Rache des Riesenkalmars

Gewinnt aber der Pottwal und verschlingt den Kalmar, hat sein Organismus mit einer Sache besonders zu kämpfen: dem extrem harten, schlichtweg unverdaulichen Schnabel des Tintenfisches. Wahrscheinlich produziert der Wal eine Art Schutzschild, um Magen- und Darmwand vor dem scharfkantigen Schnabel zu schützen.

In etwa einem von 100 Fällen kommt es zu einem Ausscheiden dieses Frühstücksüberbleibsels als schwarzbraune Masse mit helleren Stellen, die wachsartiger Natur und leichter als Wasser ist, weswegen sie an die Oberfläche treibt und dann irgendwann an den Strand gespült wird.

Scheidet der Pottwal diese Masse nicht aus, kann er daran auch verenden, wie es in vorliegendem Fall passierte. Dann landet der gesamte Pottwal tot an einer Küste und es rücken Meeresbiolog:innen aus, um den Kadaver zu untersuchen.

Geldschatz im Darm des Wals

Dr. Antonio Fernández von der Universität Las Palmas (IUSA) auf den Kanaren untersuchte, wie "Der Standard" berichtet, einen 13 Meter langen, tot angeschwemmten Wal und fand in dessen Verdauungstrakt tatsächlich einen etwa zehn Kilogramm schweren Brocken Ambra. Marktwert etwa eine halbe Million Euro. Er gibt zu Protokoll: "Alle schauten zu, wie ich an den Strand zurückkehrte, aber keiner erkannte zunächst, dass es Ambra war, was ich da in meinen Händen hielt."

Frische Ambra ist übrigens weich und riecht geradezu widerwärtig. Wie sollte es aber auch nicht, wenn es entweder dem Magen eines toten Tieres entstammt oder dessen Darm? Erst wenn diese Masse jahrelangen Kontakt mit Luft, Licht sowie Salzwasser hatte und aushärtet, stellt sich der spezifische, so begehrte Geruch von Ambra ein.

Synthetisches Ambra ist die Regel

Das dauert vielen Herstellern von Duftwässerchen entschieden zu lange und auch der dann aufgerufene Preis stößt auf wenig Zustimmung. Und so ist das meiste heute in Parfüms verwendete Ambra synthetischer Natur und nur die edelsten und teuersten Produkte verwenden echtes Ambra.

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Meeresbiologe Fernández wird sich übrigens an seinem Fund nicht persönlich bereichern, sondern spendet ihn der Insel La Palma. Er hofft, dass mit dem Erlös des Ambra-Klumpens ein Teil der Verwüstungen durch den Vulkanausbruch im Jahre 2021 abgefedert werden können.

Mit Walkotze, die sich betuchte Menschen auf den Körper aufbringen, gegen die Verwüstungen eines Vulkanausbruchs - das Leben schreibt die skurrilsten Geschichten.

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