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Tourismus-Wahnsinn: China sperrt Eisbären in Hotel ein

In China wird viel Tamtam um die süßen Pandabären gemacht. Eisbären erscheinen im Reich der Mitte hingegen offensichtlich weniger süß – die Behandlung ist entsprechend.

Eisbär an Plexiglasscheibe, hinter der gaffende Hotelbesucher stehen
Lebender Eisbär hinter Plexiglasscheibe, für das Amüsement der Hotelgäste Foto: AFP via Getty Images
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Keine Einmischung erwünscht

Wird China international kritisiert, hat das Land eine Standard-Reaktion. Die ist geprüft, wird wirklich immer angewandt und lautet: "China verbittet sich jegliche Einmischung von außen." Diplomaten können ein Lied von dieser ewig alten Leier singen und neuerdings auch Umweltschützer.

Es geht um Eisbären im Hotel. Die Überschrift des Artikels mag da ein wenig in die Irre führen, denn tatsächlich wurden die Eisbären nicht ins Hotel gesperrt, sondern Letzteres wurde de facto um das Gehege herumgebaut, wie die Bild berichtet, sodass jeder Gast aus seinem Zimmer in einen Eisbären-Innenhof schauen kann.

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Unterhaltung auf Chinesisch

So stellt man sich in China neuerdings die Publikumsbelustigung vor: Eisbären dabei zuschauen, wie sie auf viel zu wenig Platz stets von gaffenden Homo sapiens umgeben sind. Rückzugsgebiete Fehlanzeige. Slogan des Hotels: "Ob beim Essen, beim Spielen oder im Schlaf – unsere Eisbären leisten Ihnen stets Gesellschaft."

Angeblich gibt es auch ein Außengehege, das die Eisbären nutzen dürfen, wenn Wetter und Luftqualität dies zuließen. Was immer das bedeuten mag. Für das Hotel ist es in jedem Fall ein lohnendes Geschäft, denn Gäste zahlen hier im Schnitt umgerechnet 300 Euro pro Nacht.

Petition gegen Hotel gestartet

Das vom Hotel ausgemachte "Spielen" der Eisbären dürften indes nur Erschöpfungs-Reaktionen auf den permanenten Stress durch die omnipräsenten Menschen sein, die Fotos mit Blitzlicht schießen, gegen die Plexiglasscheibe klopfen und herumlärmen.

Während die Hotel-Sprecherin verkündet, dass alle 21 buchbaren Zimmer bereits für lange Zeit komplett ausgebucht sind, erklärt Peta-Vize Jason Baker: "Eisbären gehören in die Arktis, nicht in Zoos hinter Glas in Aquarien – und ganz sicher nicht in Hotels. In Freiheit sind Eisbären bis zu 18 Stunden am Tag in Bewegung. Sie können [in ihrem Leben] Tausende Kilometer zurücklegen, ein echtes Leben haben.“

Die Petitionsplattform "We act!" sammelt Unterschriften gegen das Eisbären-Hotel. Hier geht es zur entsprechenden Petition.