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Männerhelden

Was macht Tina Turner heute?

Tina Turner war eine Rock-Röhre, deren Solo-Karriere bewies, dass sie auf Ex-Mann Ike nicht für drei Cent angewiesen war. Was macht Tina Turner heute?

Tina Turner 1964
Tina Turner 1964 Getty Images / Michael Ochs Archives

Tina Turner: Nutbush CIty Limits

Tina Turner wird als Anna Mae Bullock am 26. Novemer 1939 in Brownsville, Tennessee geboren. Ihre Mutter, die indianischer Abstammung ist, bringt sie im Untergeschoss des Haywood Memorial Hospital zu Welt, da die oberen Etagen den Weißen vorbehalten sind.

Ihre Eltern verstehen sich nicht besonders, sodaß Anna Mae bei ihrer Großmutter in Nutbush aufwächst, wo sie im Kirchenchor auch das erste Mal mit Musik in Berührung kommt. Später setzt sie dieser Kleinstadt mit dem Song Nutbush City Limits ein musikalisches Denkmal. Die Region revanchiert sich später mit dem Tina-Turner-Highway.

Nachdem sich ihre Eltern getrennt haben, zieht Tina zu ihrer Mutter und älteren Schwester nach St. Louis.

Die Ike und Tina Turner-Revue

Dort lernt sie 1958 den Musiker Ike Turner kennen und wird Backgroundsängerin in seiner Band "Kings of Rhythm". Als eines Abends der Lead-Sänger ausfällt springt sie ein und kann überzeugen. 1960 nimmt sie den Song "A Fool in Love" auf, der es auf Platz 27 der Charts schafft.

Ike und Anna Mae, die er aus Marketingründen in Tina umbenennt, verlieben sich ineinander. Fortan touren sie mit der Ike and Tina Turner Revue durch die USA. 1960 wird ihr gemeinsamer Sohn geboren, 1962 heiraten sie in Tijuana, Mexiko.

Großer Erfolg und große Probleme

Ike und Tina haben Erfolg, treten als Vorgruppe der Rolling Stones auf und erhalten einen Grammy für den Song "Proud Mary". Durch die Single "Single River Deep, Mountain High" werden sie auch in Europa bekannt. Besagtes Lied "Nutbush City Limits" steigt in Deutschland bis auf Platz 2 und hält sich 26 Wochen in den Charts. Als The Who ihre Rockoper "Thommy" auf die Beine stellen, spielt Tina die Acid-Queen.

Privat läuft es weniger gut. Ike Turner neigt zu häuslicher Gewalt und nimmt Drogen, zwei Umstände, die wohl untrennbar zusammenhängen. 1976 verlässt sie ihren Mann, die Scheidung wird 1978 rechtsgültig. In die Rock 'n' Roll Hall of Fame wurden sie 1991 natürlich trotzdem zusammen aufgenommen.

Tina startet solo durch

Tina Turners Solokarriere gerät eher schleppend in Bewegung, erste Alben Ende der 70er floppen. Der Musikproduzent Roger Davies aber glaubt an sie und etabliert sie langsam wieder. Tina tritt mit Kollegen wie Tom Jones, Rod Stewart und David Bowie auf, auch im Vorprogramm der Rolling Stones ist sie wieder zu finden.

Schließlich nimmt sie 1983 den Song "Let's stay together" auf, der es in vielen Charts weit nach oben schafft und Capitol Records davon überzeugt, ein Album mit Tina zu produzieren. "Private Dancer" erscheint 1984 und übertrifft alle Erwartungen um ein Vielfaches.

Die erste Singele-Auskopplung "What’s Love Got to Do With It" wird Nummer 1 in den Billboard Charts und Tina wird mit drei Grammys ausgezeichnet (beste weibliche Gesangsdarbietung, Schallplatte des Jahres und beste weibliche Rockgesangsdarbietung).

Sie startet jetzt voll durch, spielt im Film "Mad Max 2 - Jenseits der Donnerkuppel" mit, steuert einen Song zum Soundtrack dazu, der in Deutschland prompt auf Platz 1 landet ("We don't don't need another Hero"), singt auf "We are the World" mit und geht auf Europa-Tournee.

Auch das 1986 folgende Album "Break Every Rule" ist kommerziell erfolgreich und enthält die Hit-Singles "Typical Male", "Two People" und "What You Get Is What You See". 1988 füllt Tina Turner das Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro mit 188.000 Menschen: Weltrekord.

Auch das nächste Album "Foreign Affair" schlägt ein, die anschließende Europa-Tournee ist kurzfristig die umsatzstärkste der Welt, bis einmal mehr die Rolling Stones auf den Plan treten und ihr mit der "Steel Wheels"-Tour diesen Rekord gleich wieder abjagen.

Weitere Songs und Tourneen

Die 90er stehen im Zeichen der Retrospektive. 1992 erscheint der Film "Tina – What’s Love Got to Do with It?". Der dazugehörige enthält neben einem neuen Song hauptsächlich mit Ike aufgenommene Klassiker. Sehr erfolgreich ist 1995 Ihr gleichlautender Titelsong zum James Bond-Streifen "GoldenEye".

Zwei weitere Alben erscheinen 1996 und 1999. Im Jahr 2000 geht sie auf ihre -m wie sie sagt - letzte große Welttournee. Danach macht Tina sich rar. Einer der wenigen öffentlichen Auftritte ist an der Seite von Beyonce Knwoles anläßlich der Grammy Awards 2008.

Und dann packt sie doch noch einmal das Bühnenfieber und sie tourt 2008/2009 erneut durch die USA und Europa. Nahezu alle ihre 90 Konzerte auf dieser Tour sind innerhalb von Minuten ausverkauft. Danach beendet sie offiziell ihre Bühnenkarriere.

Was macht Tina Turner heute?

Tina Turner 2018
Tina Turner 2018 Getty Images / David M. Benett

Fortan kümmert sich Tina Turner ausschließlich um ihren Spiritismus. Zusammen mit ihrer Yoga-Lehrerin und der Mantra-Sängerin Dechen Shak-Dagsay veröffentlicht sie das Album beyond mit buddhistischen und christlichen Gesängen.

Die Einnahmen fließen zu 100 Prozent in Kulturen und Spiritualität fördernde Projekte in den Bereichen Erziehung, Bildung und Forschung für Kinder und Jugendliche. 2011 und 2014 folgen noch zwei weitere Beyond-Alben, die aus Gesang und Vorträgen bestehen.

Tina Turner, die mit ihrem Lebenspartner Erwin Bach einige Jahre in Köln lebte, hat seit 1994 ihren Lebensmittelpunkt in der Schweiz gefunden, deren Nationalität sie auch angenommen hat. 2013 heiratete sie Erwin Bach in einer buddhistischen Zeremonie auf ihrem Anwesen in Küsnacht.

2018 veröffentlichte Tina Turner ihre zweite Biographie "My Love Story", in der sie über ihren Gesundheitszustand Auskunft gibt: 2013 erleidet sie einen Schlaganfall, 2016 erkrankt sie an Darmkrebs. 2017 hat sie einen schweren Nierenschaden, den sie nur dank der Organspende ihres Mannes überlebt.

2018 hat das Musical über ihr Leben "Tina - The Tina Turner Musical" im Londoner Aldwych Theatre Premiere. Das Besondere: Es wurde aktiv von Tina Turner mitgestaltet und damit natürlich auch autorisiert. Im März 2019 war Deutschlandpremiere im Operettenhaus auf der Hamburger Reeperbahn.

Tina Turner, der Weltstar aus Nutbush, Tennessee, ließ es sich nicht nehmen, persönlich zu erscheinen und wurde dafür frenetisch gefeiert.

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