Qualität Single Malt Whisky: Genuss in jedem Tropfen

Redaktion Männersache 15.12.2017
Single Malt Whisky: Genuss in jedem Tropfen
© Romanno/iStock

Single Malt Whisky ist der König der Spirituosen. Beste Zutaten und lange Reifung sorgen für komplexe Aromen, die Kenner zum Schwärmen bringen.

So manche Spirituose wird eher nebenbei getrunken. Ganz anders beim Single Malt Whisky. Er kann in puncto Komplexität der Aromen und Handwerkskunst gern mit guten Rotweinen mithalten. Aber was zeichnet diesen Luxus-Whisky eigentlich genau aus? Wir zeigen dir, weshalb der Single Malt so besonders ist.

 

Single Malt Whisky: Die Qualitätsmerkmale

Alle Whiskys werden aus Getreidemaische (Mischung aus dem Rohstoff und Hefepilzen) destilliert und in Holzfässern gereift. Im Unterschied zu billigen Sorten stehen beim Single Malt Whisky aber diese Qualitätsmerkmale im Vordergrund:

"Single":

  • Der Begriff bedeutet übersetzt "einzig". Das bedeutet, dass der Whisky aus einer einzigen Brennerei stammt. Single Malts sind kein Verschnitt, sie werden also nicht aus mehreren Sorten gemischt.
  • Allerdings ist es den Herstellern gestattet, den Inhalt verschiedener Fässer zu vermengen.
  • Kommen mehrere Jahrgänge in die Flasche, wird der jüngste von ihnen auf dem Etikett angegeben.
  • Eine Sonderform des Single Malts ist der Single Cask. Hier wird tatsächlich nur ein Fass abgefüllt

"Malt":

  • Für Single Malt Whiskys kommt nur gemälzte Gerste als Zutat in Frage. Sie verleiht dem Getränk den besonderen Geschmack.
  • Bei weniger hochwertigen Sorten werden auch ungemälzte Gerste oder andere Getreidesorten verwendet.
  • Das Mälzen läuft folgendermaßen ab: Die Getreidekörner werden eingeweicht und kontrolliert zum Keimen gebracht. Dabei wandelt sich die Stärke in Zucker um.
  • Die Gerste wird dann getrocknet – gern über offenem Torffeuer, was dem Whisky einen rauchigen Geschmack verleiht. Je höher die Temperatur, desto dunkler fällt das Malz aus. Nur eine Minderheit der Destillen stellt ihr Gerstenmalz noch selbst her.

Reifung:

  • Nach der Destillation ist Geduld angesagt. Eine Spirituose muss in der Europäischen Union mindestens drei Jahre lang in Holzfässern lagern, bevor sie die Bezeichnung "Whisky" verdient.
  • Das feine Whisky-Aroma kann in einem brandneuen Holzfass schnell verloren gehen. Gute Destillen verwenden deshalb Fässer, in denen zuvor Bourbon-Whiskey oder Sherry gelagert wurden.
  • Sehr junge Whiskys landen meist in einem Blend, also einem Verschnitt verschiedener Whiskys. Single Malts werden hingegen meist mindestens zehn Jahre, teils sogar über 20 Jahre gelagert. Mit solchen Altersangaben wird dann gern auf dem Etikett geworben.
  • Fehlen sie, kann das darauf hinweisen, dass der Whisky jünger als zehn Jahre ist. In einigen Fällen wurde eventuell nur ein sehr guter alter Whisky mit einem jüngeren ergänzt.
 

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Single Malt Whisky: Die Herkunftsländer

Schottland:

Single Malt hat wie Whisky generell seinen Ursprung in Schottland. Stammt ein Whisky aus dieser Region, ist auch die Rede vom "Scotch" Whisky. Sein gälischer Name bedeutet übrigens "Wasser des Lebens". Die ersten Whiskys waren in der Regel Single Malts, da die Destillen für sich selbst produzierten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gingen Händler dazu über, aus den bei verschiedenen Brennereien eingekauften Whiskys eigene Verschnitte herzustellen. Dadurch ließen sich gezielt gewünschte Geschmacksprofile komponieren und nahezu endlos reproduzieren – ein entscheidender Faktor bei einer Mainstream-Marke. Da soll eine Flasche schließlich exakt wie die andere schmecken. Beim Single Malt variiert das Aroma hingegen zwischen den verschiedenen Chargen. Die schottische Brennerei Glenfiddich sorgte 1963 mit ihrem ersten Single Malt Whisky für eine Renaissance. Ein weiterer Exportschlager ist die Marke Lagavulin von der schottischen Insel Islay.

 

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Irland:

Whiskey – wie die Spirituose in Irland und den USA geschrieben wird – hat auf der schottischen Nachbarinsel ebenfalls eine jahrhundertealte Tradition. Die nordirische Brennerei Old Bushmills datiert ihre Gründung auf das Jahr 1608 und zählt zu den weltweit ältesten Whiskey-Destillerien. Sie war lange Zeit die einzige Brennerei auf der irischen Insel, die Single Malt im Angebot hatte. Seit dem Comeback des Luxus-Whiskeys sind zahlreiche andere Marken wie Connemara und Tullamore Dew hinzugekommen.

Japan:

Der kühlere Norden des Landes ist traditionell mehr dem Getreide, denn dem Reisanbau verbunden. Um 1870 wurden hier die ersten lokalen Whiskys gebrannt. Die erste kommerzielle Destillerie Japans eröffnete 1924. Single Malts werden unter anderem von den Herstellern Nikka und Suntory angeboten.

Deutschland:

Die europäische Whisky-Produktion war lange Zeit vor allem Schottland und Irland vorbehalten. In den letzten Jahren haben sich auch hierzulande kleine Privatdestillerien an das aufwändige Produkt gewagt. Die bieten ihren Single Malt aber gern schon im jungen Alter an. Der bayrische Coillmòr Single Malt wird beispielsweise bereits nach vier Jahren Reifung verkauft. Auch die USA haben in den vergangenen Jahren einen Single-Malt-Boom erlebt.

Je nach Herkunftsland können übrigens unterschiedliche Zusätze im Whisky landen. Single Malt Whisky aus Schottland darf vor der Abfüllung mit Zuckercouleur eingefärbt werden. Der Stoff muss in Deutschland als E150 gekennzeichnet werden. Weitere Zusätze sind beim schottischem Single Malt nicht erlaubt. Kanada hingegen gestattet auch weitere Geschmacksverstärker, während die USA ab zwei Jahren Reifung jedwede Zusätze verbieten.

 

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