China

Chinesische Stadt feiert perverses Hundefleisch-Festival

Jedes Jahr wird in der chinesischen Stadt Yulin das Hundefleisch-Festival gefeiert.

Hunde werden am Marktstand zubereitet und zum Verkauf angeboten
Hunde werden am Marktstand zubereitet und zum Verkauf angeboten Foto: Getty Images / AFP Contributor
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Das "Festival" wurde zwar erst 2009 ins Leben gerufen, erfreut sich aber großer Beliebtheit. Dabei ist das Verspeisen von Hunden in der Provinz Guangxi schon lange vorher üblich gewesen und gilt als Tradition zum Sommeranfang.

Ein abgezogener und für die Zubereitung geeigneter Hundekadaver bringt auf dem Stadtmarkt umgerechnet bis zu 100 Euro. Für uns eine Widerlichkeit, für viele Chinesen eine Selbstverständlichkeit. Immerhin, so argumentieren viele, sei es normal, im chinesischen Jahr des Hundes Hundefleisch zu essen. Im Jahr des Huhns werde ja auch Hähnchenfleisch verspeist.

Tierschützer sehen die Tradition etwas anders und wollen den Verzehr von Hunden in ganz China verbieten. Doch das wird ein langer und steiniger Weg sein, sieht man sich die rege Aktivität auf dem Festival und die Nachfrage nach dem Fleisch an.

Dabei gibt es bereits in anderen asiatischen Ländern gesetzliche Verbote gegen den Verzehr von Hundefleisch, die auch in China Anwendung finden könnten. In Südkorea wurde erst kürzlich das Schlachten von Hunden gerichtlich als illegal eingestuft. Und auch in Taiwan ist der Besitz, Kauf und Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch verboten und kann mit hohen Geldstrafen geahndet werden.

Tierschutz-Aktivisten kaufen auf dem Festival zum Tode geweihte Vierbeiner, um sie vor dem Kochtopf zu bewahren. Doch das ist und kann auf Dauer keine Lösung sein. "Wir haben keine Hoffnung, dass wir ein Umdenken erzeugen, indem wir nur nach Yulin gehen", beklagen die Tierschützer.

Denn das Festival ist nicht das Hauptproblem, sondern nur ein prominenter Teil des Ganzen. Schätzungen zufolge werden in China jedes Jahr etwa zehn Millionen Hunde verspeist.