Das Aus für Bube, Dame & König:

Frau entwickelt Gender-neutrales Kartenspiel

Eine Studentin aus den Niederlanden designt ein neues Kartenspiel - und verzichtet dabei auf die traditionellen Rollen von Bube, Dame und König. Die Details.

Kartenspiel
Eine Studentin aus den Niederlanden verabschiedet sich von Bube, König und Dame Foto: iStock / Alexander_Fagaulin

Als Indy Mellink mit ihrem jüngeren Cousin Karten spielt und dieser wissen will, warum der König mehr wert ist als die Dame, weiß die Studentin aus den Niederlanden darauf keine Antwort.

Sie beginnt über den Einfluss von diesen scheinbar unbedeutenden Unterschieden nachzudenken. Im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters sagt sie:

"Wenn wir eine Hierarchie haben, die besagt, dass der König mehr wert ist als die Königin, dann beeinflusst diese subtile Ungleichheit die Menschen in ihrem täglichen Leben, weil es nur eine andere Art ist, zu sagen 'Hey, du bist weniger wichtig'."

Schließlich designte die 23-Jährige ihr eigenes Kartenset - das ganz ohne Geschlechter auskommt und ließ es gleich mehrere Male drucken. Die traditionellen Figuren, Bube, Dame und König werden durch Bronze, Silber und Gold ersetzt.

Mittlerweile kann man das Kartenspiel auch online kaufen - über 1.500 Mal wurde es bereits nach ganz Europa verkauft. Mellink erzählt, dass auch Spielgeschäfte Interesse gezeigt haben.

Berit van Dobbenburgh, die den Bridgeverband in den Niederlanden leitet, hat die Karten ebenfalls ausprobiert. Sie sagt, dass es kompliziert sei, die neuen Karten mit den alten zu ersetzten, da man dann auch die offiziellen Regeln ändern müsse. Die Idee unterstützt sie trotzdem:

"Aber Geschlechtsneutralität, da bin ich voll dafür! Es ist toll, dass jemand in diesem Alter das bemerkt hat. Das ist die neue Generation."

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