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Wegen Lidl-Werbung: Günther Jauch kassiert Shitstorm!

In einem Werbeclip von Lidl erklärt Günther Jauch, warum die Plastikflasche die ökologischere Wahl ist. Es hagelt Kritik. Jetzt reagiert Jauch - und der Discounter.

Günther Jauch vor Lidl Logo
Lidl-Werbung mit Günther Jauch sorgt für Kritik Foto: iStock / LordRunar ; Imago / Hoffmann
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Günther Jauch betritt einen schwarz ausgeleuchteten Raum, in dessen Mitte ein Pfandautomat steht. In der einen Hand hält er eine Einweg-Plastikflasche, mit der anderen gestikuliert er. "Lidl sagt, das hier sei einer der ökologischsten Flaschen - ausgerechnet die hier", sagt der "Wer wird Millionär"-Moderator.

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In den folgenden 3 Minuten und 49 Sekunden wird er die Zuschauenden in "Sendung-mit-der-Maus"-Manier durch das Pfandsystem führen, erklären, dass die Flasche im Automaten zerkleinert wird, weil man so Platz für den Transport spare. So bräuchte man nur einen LKW, statt 20, wie bei Flaschen in Kästen.

Der subtile Vergleich mit Mehrweg- und Glasflaschen, die Lidl nicht im Sortiment hat, zieht sich durch den Clip, dessen Fazit lautet: "Warum machen das nicht alle so?" Alle so, wie Lidl es mit der Eigenmarke "Saskia" tut, fragt Jauch. Schließlich wird eine Studie zitiert, die all seine Ausführungen nochmal wissenschaftlich untermauern soll.

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Organisationen kritisieren Lidl-Darstellung

Kurz nach der Veröffentlichung des Clips, wird bereits Kritik laut. Der Vorwurf: Greenwashing. Besonders die Studie, die Jauchs Erklärungen bestätigen möchte, steht im Fokus.

Da ist die "Deutschen Umwelthilfe", die dem Discounter in einer Pressemitteilung vorwirft "Äpfel mit Birnen" zu vergleichen und darauf aufmerksam macht, dass Einwegplastik-System nicht mit einem spezifischen Mehrwegplastik-Anbieter verglichen wurde, sondern mit dem gesamten Marktdurchschnitt.

Zudem sei nicht darauf hingewiesen worden, dass die Einwegflaschen aus Recyclingmaterial in der Ökobilanz schlecht abgeschnitten hätten als Mehrwegflaschen. Auch der Umwelt- und Verbraucherschutzverband bezeichnet es als "perfide", dass die Werbung so wirkt, als gäbe es bei Lidl einen "100-Prozent-Materialkreislauf".

Das stimme so nicht, da es bei jedem Recyclingvorgang zu Materialschwund komme. Das bedeutet, dass der "Kreislaufflasche", wie Lidl die Plastikflaschen der Eigenmarke bezeichnet, nicht ohne zugeführtes Plastik funktionieren kann.

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Nach Kritk: Günther Jauch wehrt sich

Günther Jauch erklärt daraufhin in der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Es ist eine ökologische Getränkeverpackung, zu der es allerdings noch Aufklärungsbedarf gibt."

Eine Greenpeace-Expertin sagte zu der Zeitung: "Es ist erschreckend, dass Günther Jauch sich vor den Karren einer Einwegfirma spannen lässt, die den Wandel zum Mehrweg boykottiert." Vorwürfe, die Jauch zurückwies.

Doch nicht nur der Moderator antwortete auf die Kritik - auch der Discounter selbst äußerte sich. Wolf Tiedemann ist Vorsitzender der Lidl-Stiftung und sagte zur "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", dass man in der am Ende des Clips zitierten Studie alte Daten verglichen hätte, "weil es keine aktuelle Ökobilanzen für Mehrweg gibt".

Warum trotzdem eine ganze Werbekampagne auf diesen Daten basiert, erklärt der Vorsitzende nicht.