Simple Chemie Deshalb riechen Stinktiere so ekelhaft

Redaktion Männersache 12.03.2018
Deshalb stinken Stinktiere
© YouTube/GrossScience

Stinktiere sind auf den ersten Blick extrem niedliche Tiere, denen man instinktiv durch ihr flauschiges Fell fahren möchte. Wäre da nicht eine Sache: Ihr bestialischer Gestank.

Die auch als Skunks bekannten Raubtiere sondern über ihren Anus eine übel riechendes Flüssigkeit ab, mit dessen Hilfe sie potenzielle Bedrohungen in die Flucht schlagen.

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Aber wie kommt der abschreckende Geruch dieses Sekrets eigentlich zustande? Und wie schaffst du es, den Gestank zu entfernen, nachdem du mit dem Anal-Parfüm besprüht wurdest?

Ann Rothschild, ihres Zeichens kreativer Kopf hinter dem YouTube-Format "Gross Science", hat die Antworten auf diese Fragen. Wie die Expertin erklärt, ist das aggressive Bouquet der Stinktiere ein Produkt simpler Chemie:

"Die chemische Zusammensetzung des Sekrets hängt davon ab, welcher Stinktier-Spezies das Tier angehört. Aber alle enthalten spezielle organisch-chemische Verbindungen: die sogenannten Thioalkohole."

Erblindung und Brechreiz

Diese auch als Thiole bekannten Verbindungen sind Alkohole, deren Sauerstoffatom druch ein Schwefelatom ersetzt wurde. Das Sekret des Stinktiers besteht hauptsächlich aus 2-Buten-1-thiol. Einem stark geruchsaktiven Thiol, das einen intensiven, schwefligen Geruch aufweist. 

Dieses wird durch die bakterielle Zersetzung von Eiweiß im Stinktier gewonnen und kann mithilfe der Analdrüse der Tiere bis zu fünf Meter weit zielgerichtet in die Gesichtsregion von potenziellen Feinden gesprüht werden.

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Bei den Opfern kann die Stinktier-Attacke zu kurzzeitiger Erblindung, starkem Brechreiz und Übelkeit führen. Besonders wir Menschen reagieren extrem sensibel auf den Geruch des Sekrets. Die Gründe dafür sind evolutionärer Natur.

Da Bakterien im Rahmen von Verwesungsprozessen - beispielsweise von Fleisch - die in allen Proteinen enthaltene Aminosäure Cystein zu leicht flüchtigen Thiolen abbauen, avancierten die Thioalkohole über die Jahrtausende zur ideale Signalsubstanz, um uns vor schädlicher bzw. vergammelter Nahrung zu warnen.

Was hilft gegen den Gestank?

Nun aber zur elementarsten aller Fragen: Was zur Hölle tue ich, nachdem mich ein Stinktier mit 2-Buten-1-thiol besprüht hat?

Nun, laut "Thrillist" greifst du im Idealfall zu einer Mixtur aus drei Prozent Wasserstoffperoxid, 30 Gramm Natron und einen Teelöffel Flüssigseife. 

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Solltest du diese Dinge im Ernstfall zufällig nicht zur Hand haben, kannst du die unmissverständlichen Warnzeichen von Stinktieren – wie Fauchen, Trampeln oder auch das bedrohliche Heben ihrer Kehrseite – erkennen und so eine Attacke der plüschigen Stinker zuvorkommen.

Im Video unten kannst du dir noch einmal die detaillierte Erklärung des Phänomens Stinktier von "Gross Scienece“" anschauen.

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