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Crime-Update

Ted Bundy: Ein Serienmörder schockt die USA

Ted Bundy versetzte die USA in den 70ern in Angst und Schrecken. Der Serienmörder tötete mindestens 30 Frauen. Und trotzdem übt er bis heute eine nicht zu erklärende Anziehungskraft auf die Menschen aus.

Ted Bundy – der Serienmörder mit dem guten Aussehen
Ted Bundy – der Serienmörder mit dem guten Aussehen. imago images / United Archives International

Ted Bundy: Ein Serienmörder schockt die USA

Ted Bundy ist seit 30 Jahren tot. Er wurde am 24. Januar 1989 in Starke, Florida, USA auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet, nachdem er wegen dreifachen Mordes zum Tode verurteil worden war. Dreifacher Mord klingt dabei vollkommen zu Recht zynisch, denn Ted Bundy hat als Serienmörder mindestens 30 Frauen auf bestialische Weise vergewaltigt und getötet. 
Was macht den Psychopathen bis heute so faszinierend?  

Mindestens 30 Opfer: Ted Bundy vergewaltigt und mordet gewissenlos

Ted Bundys Opfer aufzuzählen, ist schlichtweg nicht möglich. Der amerikanische Serienmörder hat nie aufgedeckt, wie viele Frauen ihm wirklich zum Opfer gefallen sind. 31 Morde zwischen 1974 und 1978 soll er gestanden haben, allerdings konnten aufgrund von gefundenen Leichenteilen lediglich 21 Frauen namentlich identifiziert werden. 

Während seines Blutrauschs versetzte Ted Bundy mehrere US-Bundesstaaten in Angst und Schrecken: Elf Frauen tötete er nach eigenen Angaben in Washington, acht in Utah, vier in Colorado, drei in Florida, jeweils zwei in Oregon und Idaho, eine in Kalifornien. 

Die Behörden schätzen die tatsächliche Opferzahl allerdings auf 60 bis 100 Frauen.

Ted Bundy ging meistens nach einem Muster vor. Unter fadenscheinigen Erklärungen lockte er seine Opfer an einen verlassenen Ort – das konnte auch der Parkplatz vor einem Einkaufszentrum sein – und entführte sie dann in seinem Auto. Der VW Käfer, den Bundy zu dieser Zeit fuhr, wurde zum Symbol des Grauens.  
Fernab von Zeugen misshandelte, vergewaltigte und tötete er seine Opfer – nur um sie später zu zerstückeln und ihre Leichenteile weit verstreut zu entsorgen. Oft kehrte er danach an den Ort des Mordes zurück, um zu masturbieren.  

Vom gequälten Kind zum psychopathischen Mörder

Ted Bundy wurde nicht einfach als Psychopath geboren. Am 24. November 1946 brachte Louise Cowell ihren Sohn in einem Heim für unverheiratete Mütter zur Welt und zog danach zu ihren Eltern. Seinen Vater lernte Ted nie kennen. Er wuchs stattdessen die ersten vier Jahre in dem Glauben auf, seine Großeltern seien seine Eltern – man wollte die Scham eines unehelichen Kindes umgehen. Sein Vater/Großvater soll ein gewalttätiger Rassist gewesen sein, der immer wieder auch Tiere quälte

So pflanzte er den Samen der Gewalt in Ted. Bereits im Alter von drei Jahren soll der spätere Serienmörder verhaltensauffällig gewesen sein: Während seine damals 15-jährige Tante schlief, legte der Kleine ihr mehrere Fleischermesser ins Bett und wartete mit einem dämonischen Grinsen, bis sie wach wurde und sich zu Tode erschreckte. 

Später löste sich Louise Cowell von ihren Eltern, zog mit ihrem Sohn nach Washington und heiratete 1951 John Bundy, mit dem sie weitere vier Kinder bekam. Ted soll seinen Stiefvater Zeit seines Lebens abgelehnt haben. 

Nachdem er in seiner Kindheit viel Leid und Demütigung erfahren und als Teenager ein Einzelgänger-Dasein gefristet hatte, waren Teds Universitätsjahre geprägt von Scheitern: Er begann zwischen 1965 und 1968 mehrere Studiengänge, die er stets abbrach. Erst als er sich im Herbst 1969 an der University of Washington für Psychologie einschrieb, schien er angekommen. 
Nach seinem erfolgreichen Abschluss 1972 belegte Ted Bundy mehrere Jura-Kurse, zunächst an der University of Puget Sound und später an der University of Utah. 

Nebenbei hatte Bundy bei einer Selbstmord-Hotline gearbeitet und bei zwei politischen Wahlkampagnen mitgeholfen. All diese Fertigkeiten und Erfahrungen haben sein mörderisches Profil geschärft: 

Ted Bundy wusste, wie man sich benehmen muss, wie man Menschen manipuliert und kannte sich mit Rechtsfragen aus. Zusammen mit den Traumata aus seiner gewalttätigen Kindheit eine tödliche Mischung.   

Ted Bundy inszeniert sich als Opfer

Am 16. August 1975 wurde Ted Bundy das erste Mal verhaftet. Die Polizei von Utah hatte ihn wegen zu schnellen Fahrens angehalten, fand dann jedoch verdächtige Gegenstände in seinem VW Käfer: eine Brechstange, einen Eispickel, Handschellen und ähnliches. Damals bestand bereits der Verdacht, dass Ted Bundy der gesuchte Serienmörder sein könnte. 

In den Folgejahren spielte Bundy ein perfides Spiel mit den Behörden und der Öffentlichkeit. Während er wegen unterschiedlicher Morde, die er tatsächlich auch begangen hatte, angeklagt wurde, gelang es ihm mehrmals zu fliehen. Beim ersten Mal hatte er sich selbst vor Gericht verteidigt und war während einer Verhandlungspause aus dem Fenster geklettert. 

Prägend für die Prozesse um Ted Bundy war aber auch die Tatsache, dass der Serienmörder stets als sympathisch, ja beinahe liebenswert galt. Er selbst gab einmal zu Protokoll, "ein normaler Mensch" zu sein und nicht wenige Augenzeugen hatten ein ähnliches Gefühl. Griff Ted Bundy etwa gezielt auf das Gelernte aus dem Psychologiestudium zurück? Man muss davon ausgehen.  

Carol Ann Boone: Die Frau, die Ted Bundy eine Tochter schenkte

Seine charismatische Art kam vor allem bei Frauen gut an. Dieses weltberühmte Foto zeigt Ted Bundy mit der jungen Carol Bartholomew, die Bundy auf einer Geburtstagsparty kennengelernt hatte und später gestand:
"Ich sagte meinen Eltern, dass ich enttäuscht wäre, weil er mich nicht gefragt hatte [ob ich mit ihm ausgehen wolle]. Ich glaubte, er würde ein lustiges Date sein."

Carol imago images / United Archives International

Die Frau in Ted Bundys Leben sollte dann aber eine andere Carol werden: Carol Ann Boone, eine Arbeitskollegin
Das Krasse: Carol Ann lernte Ted erst 1974 kennen, als der Verdacht, er sei ein Serienmörder, bereits aufgekommen war. Doch die damals schon zweimal geschiedene Frau glaubte fest an Teds Unschuld. 

Sogar so sehr, dass sie ihn heiratete, während er schon angeklagt war. Dazu nutzte das Paar ein Schlupfloch im amerikanischen Rechtssystem, das besagt, dass eine Ehe als vollzogen gilt, sobald "öffentlich formulierte Erklärung in einem offenen Gerichtssaal in Anwesenheit von Gerichtsbeamten die Heirat" stattgefunden hat. Ted Bundy berief seine Verlobte also in den Zeugenstand, als er sich im Januar 1980 wegen des Mordes an der 12-jährigen Kimberly Leach, die er am 9. Februar 1978 in Jacksonville, Florida getötet hatte, selbst verteidigte. Sie sollte als Zeugin Aussagen zu seiner Persönlichkeit machen. Doch Ted fragte sie während des Verhörs, ob sie seine Frau werden wolle – was Carol Ann Boone mit Ja beantwortete. 

Während Bundys späterer Haftstrafe sollen die beiden Wärter bestochen haben, um sich in seiner Zelle zu treffen und Sex zu haben. So wurde Ted Bundy 1982 Vater einer Tochter. Rose Bundy ist allerdings komplett von der Bildfläche verschwunden und lebt unter falschen Namen ein ruhiges Leben. Ihre Mutter soll inzwischen tot sein.

Im Gegensatz zu manch bestialischen Mörder-Paaren war Carol Ann Boone nicht etwa Ted Bundys Komplizin. In ihrer eigenen, verblendeten Welt hielt sie ihn bis zu seinem umfangreichen Geständnis Mitte der 80er für unschuldig. Erst 1986 reichte sie die Scheidung ein und zog mit Tochter Rose aus Florida weg. 

Ted Bundy oder Die Faszination des Bösen

Wer mehr über Ted Bundy erfahren will und ein Netflix-Abo hat, kann seinen Wissensdurst stillen: Seit dem 24. Januar 2019, Ted Bundys 30. Todestag, kann man die vierteilige Dokumentation 'Ted Bundy: Selbstporträt eines Serienmörders' streamen. Regisseur Joe Berlinger hat darin über 100 Stunden Interview- und Archiv-Material von und über Ted Bundy zusammengefasst. 

Doch mit der Doku hatte sich das Thema Ted Bundy für Joe Berlinger noch nicht erledigt – und so inszenierte der Filmemacher den Thriller 'Extremely Wicked, Shockingly Evil and Vile'. Darin spielt Zac Efron den bestialischen Serienmörder Ted Bundy. In Deutschland soll der Film ab Juli zu sehen sein.  

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