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"Sie werden alles verlieren": Shelby Lynn hält Rammstein-Rede in Berlin

Shelby Lynn war die erste Frau, die das System der "Row Zero" bei Rammstein-Konzerten öffentlich gemacht hat. Nun hat sie eine Rede in Berlin gehalten. Die Details.

Till Lindemann bei der Frankfurter Buchmesse
Till Lindemann bei der Frankfurter Buchmesse im Jahr 2017 Foto: IMAGO / STAR-MEDIA
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Shelby Lynn war die erste Frau, die ihre Erfahrungen bei einem Rammstein-Konzert öffentlich teilte. Im Mai 2023 war sie auf einem Konzert in Vilnius, bei dem sie die Backstage-Party der Band besuchte. Sie vermutete, vor Ort unter Drogen gesetzt worden zu sein. Lynn erinnere sich daran, dass Till Lindemann Sex mit ihr haben wollte, was sie jedoch ablehnte. Am Tag darauf sei sie mit blauen Flecken am ganzen Körper aufgewacht, sie konnte sich nicht daran erinnern, was mit ihr geschehen war. Sie ging zur Polizei und stellte Strafanzeige.

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Ihre öffentlichen Schilderungen führten dazu, dass dutzende weitere Frauen sich meldeten, das System, das hinter der "Row Zero" steckt, bestätigten und weitere Vorwürfe gegen Till Lindemann äußerten. Diese könnt ihr in den Berichten des "Spiegel" und der gemeinsamen Recherche von "NDR" und "SZ" nachlesen. Jüngst hat auch eine Österreicherin dem "ORF", einem öffentlich-rechtlichen Sender in Österreich, neue Vorwürfe geäußert – wir berichteten.

Shelby Lynn spricht vor Frauen in Berlin

Mittlerweile haben die Anwälte des Sängers offenbar eine einstweilige Verfügung gegen die Irin erwirkt, wogegen diese sich nun wehrt, wie ihr hier nachlesen könnt.

Trotz des Gegenwindes sprach die 24-Jährige nun vor dem Netzwerk "Frauen 100", das Frauen aus Medien, Wirtschaft, Politik und Unterhaltung zusammenbringt.

Das Thema des Abends war Frauensolidarität und in den sozialen Netzwerken fand Lynns Rede offensichtlich großen Zuspruch. Sie berichtete, dass sie täglich Anrufe erreichen von anderen jungen Frauen, denen offenbar ähnliches passiert ist: "Das geht jeden Tag so."

"Nur weil sie mit Rammstein zu tun hatten"

In ihrer Rede spricht sie von den potenziellen Folgen der Mädchen an, die etwas ähnliches durchgemacht haben wie sie: "Viele, wenn nicht sogar die meisten dieser Mädchen, haben hinterher wirklich große Schäden an ihrer psychischen Gesundheit erlitten. Einige von ihnen kommen nie wieder davon los. Ihr Leben wird sich völlig verändern. Sie werden alles verlieren. Ihr Zuhause wahrscheinlich, ihre Familie. Frauen, die jetzt ernsthafte Essstörungen haben. Nur weil sie mit Rammstein zu tun hatten."

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Einige Frauen würden sich davon erholen können, andere jedoch nie, appelliert Lynn: "Niemand denkt an die Zukunft und daran, was seine Handlungen auf dem Weg dorthin verursachen könnten. Dies ist systematischer Missbrauch, und er geschieht schon so lange. Zu lange. Wenn man zu den Anfängen von Rammstein zurückgeht - wie viele betroffene Mädchen gibt es? Es geht nicht nur um mich. Es sind nicht 10, es sind nicht 50. Ich weiß es nicht, aber es könnten Tausende sein."

Die ganze Rede wurde von "Bunte.de" übersetzt, ihr könnt sie hier nachlesen.