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Nach Hitlergruß-Skandal: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Melanie Müller

Fackeln und Nazi-Parolen: Bei einem Konzert von Melanie Müller kam es zum Eklat. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Leipzig Anklage gegen die Sängerin erhoben.

Melanie Müller
Melanie Müller Foto: IMAGO / nicepix.world
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Melanie Müller: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Die Affäre um den potenziellen Hitler-Gruß Melanie Müllers, welcher in Deutschland einen Straftatbestand darstellt, hat nun ein juristisches Nachspiel für die Schlagersängerin. Die Staatsanwaltschaft Leipzig hat Anklage gegen sie erhoben. Ob diese zugelassen und damit die Eröffnung eines Hauptverfahrens gegen Müller eingeleitet wird, entscheidet jetzt das Amtsgericht Leipzig.

Sollte es nicht nur zu einem Prozess, sondern auch zu einer Verurteilung kommen, könnten der Sängerin wegen des "Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen" bis zu drei Jahre Haft drohen. Bis dahin gilt für Müller die Unschuldsvermutung.

Bei einem Auftritt von Melanie Müller am 17. September 2022 bei einem Oktoberfest in Leipzig kam es zu schockierenden Szenen. Roter Fackelschein und "Sieg Heil"-Rufe dominierten das Publikum. Ein Video, das die "Bild"-Zeitung veröffentlichte zeigt den Auftritt der Ballermann-Sängerin.

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In dem 26 Sekunden langen Clip ist zu sehen, wie Müller mit dem Mikrofon in der Hand in die Menge schaut und nichts sagt, während die Nazi-Parolen gerufen werden. Nach kurzem Schweigen reagiert sie, indem sie "Zickezacke Zickezacke" ruft und die Menge damit animiert zu antworten - was diese auch tut.

Hier könnt ihr euch das Video anschauen. Gegen die bislang noch unbekannten Konzertbesucher werde aktuell ermittelt, wie die Polizei Leipzig "Focus" mitteilte.

Müller distanziert sich

"Ich habe zunächst gar nicht vernommen und verstanden, was da gegrölt wurde", sagte Müller auf die Anfrage von "Focus". "Auf dem Video wirkt es so, dass ich das auf die unsäglichen „Sieg heil“-Rufe erwidere. Dem ist aber nicht so.“

Auf Instagram teilte Müller nun ein Video, in dem sie sich von dem Publikum in Leipzig distanzierte. "Fakt ist: In mein Publikum gehören keine Nazis. Ich distanziere mich klar von den Geschehnissen bei dem Auftritt in Leipzig und hoffe, dass ich mit etwas Abstand die Möglichkeit bekomme, mich öffentlich zu positionieren."

Als Konsequenz sagt Müller nun ihren Auftritt in Dresden ab: "In der aktuellen Situation kann ich nicht so einfach in Feierstimmung übergehen", heißt es in dem Statement auf Instagram.

Verbindungen in die rechte Szene?

Ihr neuer Partner Andreas Kunz erklärte "Bild" dass sie beide nicht zum rechten Lager gehörten. Auch er betonte, dass Müller die Parolen nicht mitbekommen hätte. Kurze Zeit später hätte sie eine Ansage gemacht und sei von der Bühne gegangen.

Einem Bericht von RTL zufolge, habe Kunz jedoch Kontakte ins rechte Milieu. Laut den Recherchen von Journalist Daniel Spliethoff verfüge dieser über ein "weit gefächertes Firmennetzwerk", zu dem auch Firmen wie die Asgaard-Security-Firma zuzuordnen seien. Diese sei "immer wieder in rechtsextremen Umtrieben aufgefallen", so Spliethoff.

Zudem ließ sich Kunz auch mit dem ungarischen Präsidenten Victor Orban fotografieren und teilte das Bild mit einem breiten Lächeln auf Instagram - das Bild wurde mittlerweile gelöscht. Der Politiker ist für seine rechtspopulistische Haltung bekannt und umstritten.

Zudem ist auf Instagram ein Bild des Paares mit dem "Sin City Boxgym" zu sehen. Spliethoff erklärt, dass dieser Club rechtsextremen Protagonisten eine Heimat biete: "Wer mit solchen Leuten verkehrt, ist tief in dieser Szene verwurzelt".

Müller äußert sich erneut: "Böswillige Behauptungen"

Nun meldete sich Müller ein zweites Mal auf Instagram zu Wort. Dort teilte sie ein Bild, auf dem sie mit ihrem Hund zu sehen ist. Sie liegt mit einer Tasse Tee auf der Couch.

In der Beschreibung des Bildes geht sie direkt auf die Berichterstattung über sie und die Recherche von RTL ein. Die letzten Tage, das "mediale Feuer, die unberechtigten Vorwürfe gegen mich, die Behauptung, ich mache mit Rechtsradikalen gemeinsame Sache" hätten sie physisch und psychisch hart getroffen.

Sie sei zwar eine taffe Frau und habe vieles gemeistert. Doch die "böswilligen Behauptungen" würden an ihre Substanz gehen:

"Ich bin gerade körperlich ziemlich angeschlagen und werde mich deshalb die nächsten Tage etwas zurückziehen, erholen und versuchen, das Ganze zu verarbeiten", schreibt Müller weiter. Jüngst erzählte sie der "Bild"-Zeitung, dass sie einen Schlaganfall erlitten hätte, sich aus dem Krankenhaus jedoch selbst entlassen hätte, um weiterzuarbeiten - wir berichteten.

Weiter heißt es in dem Beitrag, dass sie nichts mit "Rechtsradikalen oder nationalistischem Gedankengut" am Hut habe. Umso schmerzlicher sei es, wenn dann "wie z.B. von RTL, versucht wird, mir das anzudichten und keine Gelegenheit ausgelassen wird, immer wieder neuen Dreck zu werfen".

Ihr ginge es deshalb schlecht und sie müsse sich und ihre Kinder schützen, "die solche Lügen über ihre Mutter nicht lesen wollen".

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