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Menschensache

"Alle Menschen sind gleich": Marie von den Benken im Interview

Wir haben mit Model und Autorin Marie von den Benken über Gleichberechtigung, Toleranz und den Internationalen Männertag gesprochen.

Marie Von Den Benken
Marie Von Den Benken Facebook / Stephanie Marie Von Den Benken

Erfolg gepaart mit Intelligenz und Schönheit. Als Autorin, Influencerin und Kolumnistin unter anderem für den "Stern" und die "Welt" stellt Marie von den Benken diesbezüglich die perfekte Gesprächspartnerin dar.

Im Rahmen unserer "Menschensache"-Kampagne haben wir uns mit ihr über Gender-Ungleichheiten, Toleranz und die Bedeutung von Mode unterhalten.

Im Gespräch mit Marie von den Benken

Ist der Internationale Männertag ein "Feiertag", den man im Zeitalter der "MeToo"-Bewegung noch guten Gewissens begehen kann?

Marie von den Benken: "Natürlich. Alle Menschen sind gleich. Es gibt den Weltfrauentag, es gibt den Weltmännertag. #MeToo hat damit nichts zu tun. Es gibt unter Männern einige furchtbare Arschlöcher, aber das disqualifiziert ja nicht ein ganzes Geschlecht. Wir feiern ja auch Weihnachten, obwohl es auch ein paar sehr zweifelhafte Zeitgenossen in der Kirche gab und gibt." 

Was war die letzte konkrete Begebenheit, an der dir (Gender)Ungleichheit und fehlende Toleranz begegneten?

Marie von den Benken: "Als junge Frau, die über verschiedene Social Media Kanäle eine gewisse Reichweite erlangt hat, begegnet mir das täglich. Vor allem auf Twitter. Anfangs haben viele automatisch gedacht: So eine hübsche Frau kann doch nicht gleichzeitig lustig sein. Die muss ein Fake sein. Heute beschränkt es sich auf zahlreiche Hinweise, ich wäre halt nur ein Model und eine Influencerin und ich sollte mich daher zu Themen wie Politik, Gesellschaft oder auch Fußball lieber zurückhalten."

Was macht für dich Gleichberechtigung von Mann und Frau aus?

Marie von den Benken: "Genau das, was der Ursprung der Vokabel in meinen Augen bedeutet: Absolute Gleichheit. Egal um was es geht, es sollte egal sein, ob jemand ein Mann oder eine Frau ist. Im Job, im Leben, überall."

Was wären Wege, um die Gleichberechtigung voranzutreiben und Gendervorurteile abzubauen?

Marie von den Benken: "Das ist eine Frage, über die man Ewigkeiten diskutieren kann. Wichtig ist vor allem, alles zu fördern, was erfolgsversprechend ist – ohne Blick auf das Geschlecht. Wir sind zwar – zumindest in unserer aufgeklärten Gesellschaft hier in Deutschland – schon so weit, dass Frauen, die Karriere machen, keine Exotinnen mehr sind, aber es ist ja trotzdem kein Zufall, dass Frauen immer noch weniger verdienen, deutlich weniger Frauen in Vorständen großer DAX-Unternehmen sitzen oder Start Ups gründen. Dabei sind Mädchen im Durchschnitt ja meistens sogar besser in der Schule und im Studium. Daran kann man sehr leicht ablesen, dass offensichtlich besonders in der Berufswelt nicht immer genderneutral gefördert wird und Männer oft nach wie vor Vorteile haben, die auf keinerlei nachvollziehbarer Basis beruhen."

Welche Rolle spielt für dich Mode & Beauty in Bezug auf individuelle Identifikation?

Marie von den Benken: "Eine große, denn wie man sich kleidet und wie man sich stylt, ist die persönliche, individuelle Visitenkarte. Man muss kein Genie sein, um zu wissen, dass Optik in unserer Welt absolut mitentscheidend ist. Jeder sieht es sofort. Mode kann ein Signal sein, ein Statement, eine Abgrenzung genauso wie eine Zugehörigkeit symbolisieren. Mit kaum etwas beschäftigt man sich so intensiv, wie mit Mode und seinem Aussehen. Ob man will oder nicht. Die wenigsten Menschen bestreiten ihren Alltag nackt. Selbst Menschen, denen Mode und Schönheit egal sind, sind Teil dieses Systems. Wer den Film "Der Teufel trägt Prada" auch so grandios findet, wie ich, kennt auch den Satz von Meryl Streep als Miranda Priestly:

„Sie sind der Meinung, Mode hätte nichts mit Ihnen zu tun. Sie gehen einfach an Ihren Schrank und greifen sich diesen plumpen, blauen Pullover, weil Sie der Welt damit sagen wollen, dass Ihnen Kleidung nicht so wichtig ist wie Persönlichkeit. Aber was Sie nicht wissen, ist, dass dieser Pullover nicht einfach blau ist. Auch nicht Türkis oder Lapis. Er ist nämlich Azur. Und Sie haben nicht den blassesten Schimmer, dass Oscar de la Renta 2002 azurblaue Abendkleider entworfen hat. Und ich meine, es ist Yves Saint Laurent gewesen, der azurblaue Militärjacken zeigte. Und plötzlich tauchte Azur in den Kollektionen von acht verschiedenen Designern auf. Anschließend sickerte es zu den gewöhnlichen Kaufhäusern durch und fand dann sein tragisches Ende in der Freizeitabteilung, aus deren Wühltisch Sie es dann irgendwann gefischt haben. Wie auch immer, dieses Blau steht für Millionen von Dollar und zahllose Jobs. Und es grenzt fast an Komik, dass Sie tatsächlich der Meinung sind, sich der Modewelt zu entziehen und das, obwohl Sie einen Pullover tragen, der von den Menschen in diesem Raum für Sie ausgewählt wurde. Aus einem Haufen Zeug.“

Marie von den Benken: "Ich finde, das trifft es ganz gut."


Männersache ist natürlich auch Frauensache – aber vor allem ist es Menschensache. Zum Internationalen Männertag macht sich Männersache.de besonders stark für Gleichberechtigung, Freiheit und Toleranz aller Menschen und auf Missstände aufmerksam. Wir stehen für eine Selbstverständlichkeit, die leider noch immer nicht selbstverständlich ist #denktunisex.

Weitere Themen zu unserer Kampagne "Menschensache #denktunisex" findest du hier.

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