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Forscher rätseln über Weltall-Phänomen: Das ist der "Zuckerwatteplanet"!

Gestatten, WASP-193b. Ich bin kein exotisches Insekt, sondern ein neu entdeckter Exoplanet. Meine Besonderheit: unfassbar geringe Dichte, die Forscher sprachlos macht.

Exoplanet
Neu entdeckt: ein Exoplanet mit extrem geringer Dichte Foto: iStock / dottedhippo
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Astronomen haben bisher 5.337 Exoplaneten entdeckt. Zweitaktuellster auf der Liste: 55 Cancri e, der als einziger bisher bekannter Gesteinsplanet eine Atmosphäre aufweist. Aktuellster Planet: WASP-193b. Auch dieser Planet kann mit einer Besonderheit aufwarten: Seine Dichte ist derart gering, dass ihn die Wissenschaft den "Zuckerwatteplaneten" getauft hat, wie forschung-und-wissen.de ausführt.

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Ein Team der Universität Lüttich unter Leitung von Khalid Barkaoui hat ihn entdeckt und glaubte nach Auswertung der Messergebnisse zunächst an einen Computerfehler. WASP-193b ist rund 500 Prozent größer als Jupiter, weist aber nur ein Siebtel seiner Masse auf, was auf eine gerade zu unglaublich niedrige Dichte schließen lässt.

Ein Planet mit extrem geringer Dichte

In Kooperation mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) und dem Instituto de Astrofísica de Andalucía (IAA-CSIC) wurde ermittelt, dass die Dichte von WASP-193b bei lediglich 0,059 Gramm pro Kubikzentimeter liegt. Zum Vergleich: Die Dichte der Erde beträgt 5,51 Gramm pro Kubikzentimeter.

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Wissenschaftler Julien de Wit kommentiert diesen erstaunlichen Fakt folgendermaßen: "Der Planet ist so leicht, dass es schwierig ist, an ein analoges Material in festem Zustand zu denken. Der Grund, warum er der Zuckerwatte dichtemäßig so nahekommt, ist: Der Exoplanet und die bauschige Süßigkeit bestehen beide hauptsächlich aus Luft."

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Video: Glutamat

Standard-Erklärungsversuche greifen nicht

Eine Spektrografen-Analyse hat gezeigt, dass WASP-193b hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium besteht. Das ist noch nicht ungewöhnlich. Wieso aber dieser Exoplanet eine derartige Ausdehnung aufweist, kann mit den Standardmodellen der Planetenbildung nicht erklärt werden.

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Und so zieht Francisco Pozuelos vom IAA-CSIC das erstaunliche Fazit: "Wir wissen nicht, wo wir diesen Planeten in all den planetaren Geburtsszenarien, die wir derzeit haben, einordnen sollen. Er ist ein Ausreißer. Erst eine genauere Beobachtung seiner Atmosphäre wird es uns ermöglichen, den Entwicklungsweg dieses Planeten einzugrenzen."

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