Technik-Update

Erster Quantencomputer der Welt kürzt 10.000 Jahre auf 3 Minuten!

Lange wurde vom Quantencomputer geredet, jetzt ist es offensichtlich gelungen, einen zu bauen. Google hat verlautbaren lassen, die Quantum Supremacy, also die "Quantenüberlegenheit" erreicht zu haben.

Quantencomputer (künstlerische Darstellung)
Quantencomputer (künstlerische Darstellung) iStock / johnason

Google baut Quantencomputer

Nein, mit Quantenüberlegenheit sind nicht die Vorzüge besonders großer Füße gemeint, vielmehr drückt es aus, wie sehr ein Quantencomputer einem herkömmlichen Supercomputer überlegen ist.

Was das im Einzelnen bedeutet, lässt sich erahnen, wenn man sich folgende Fakten vor Augen führt:

  1. Ein Supercomputer hat Unmengen von Prozessoren, die seine Leistungsfähigkeit in PetaFlops ausgeben. Einer der NASA-Supercomputer hat beispielsweise 20×512 Intel-Itanium-2-Prozessoren.

  2. Die neuesten Supercomputer können mit ihrer puren Rechenpower etwa 1 Trillion Rechenoperationen pro Sekunde ausführen.

  3. Damit benötigen sie zur Lösung der Aufgabe, die Google seinem Quantencomputer gestellt hat, immer noch etwa 10.000 Jahre.

  4. Der Quantencomputer löste die Aufgabe in drei Minuten.

Das klingt eindrucksvoll und wäre in der Tat ein wahrer Quantensprung. Bliebt die Frage, ob diese Nachricht schon für eine Veröffentlichung bereit war. Offensichtlich nein, denn der Weg, wie sie an die Öffentlichkeit gelangte, gleicht einer Farce.

So leakte die Quantencomputer-Nachricht

Irgendein mit der Sache befasste Google-Mitarbeiter legte den Forschungsbericht zum aktuellen Stand der Dinge wohl auf einem NASA-Server ab, der mit dem Internet verbunden ist.

Dort wurde der Bericht dann von Googles eigenem Crawler erwischt und an alle verteilt, die sich auf der Forschungsplattform Scholar zu dem Stichwort "Quantencomputer" angemeldet hatten. So hat Google sich also de facto selbst ausgehebelt - klarer Fall von "friendly fire".

Was genau hat Google erreicht?

Wenn es stimmt, was in dem geleakten Bericht steht, hat Google einen Rechner mit einer CPU (Nickname "Sycamore") gebaut, die 53 sogenannten Qubits aufweist. QuBits sind das Quanten-Äquivalent zu den ganz normalen Bits, die entweder den Wert 0 oder 1 annehmen können.

Weil QuBits in einer Art Überlagerungszustand verharren können, bevor sie am Ende der Berechnungen dann entweder den Wert 0 oder 1 annehmen, lassen sich mit ihnen komplexe Probleme viel schneller berechnen als mit herkömmlichen Computern.

Was als Revolution herhalten könnte, ist momentan aber wohl erst ein Zwischenschritt, denn sinnvolle Berechnungen kann der Google-Computer noch nicht machen.

Die Aufgabe, die er tatsächlich in drei Minuten gelöst hat und für die "normale" Supercomputer wohl etwa 10.000 Jahre bräuchten, war speziell für den Quantencomputer entworfen.

Genau das ist die Definition, die der Physiker John Preskill 2012 definierte: Ein Quantencomputer muss ad hoc eine Aufgabe bewältigen können, die für einen Supercomputer praktisch unlösbar ist.

Ist der Google-Computer also ein waschechter Quantencomputer? Jein. Man kann ihn als Vorstufe ansehen, die wahrscheinlich noch ein wenig auf sich warten lassen wird.

Oder auch nicht. Mal abwarten, was demnächst noch so durchsickert, wenn Google seine eigenen Verschlusssachen crawlt und in die Welt hinausposaunt.

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