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Entführte Stars: Patty Hearst

Ein weiteres Enkelkind wohlhabender Familien, eine weitere Entführung. Aber diesmal geht die Geschichte weit über eine simple Lösegeldforderung hinaus.

Patty Hearst
Entführte Stars: Patty Hearst Foto: Getty Images / Donaldson Collection

Auch Patricia "Patty" Hearst ist Opfer der Umstände ihrer Geburt - ganz wie John Paul Getty - und wurde als Enkelin der Verleger-Tycoons William Randolph Hearst entführt. Ebenso wie Getty wurde sie in den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts entführt und zwar von der bis dahin vollkommen unbekannten linksradikalen Symbionese Liberation Army (SLA).

Im Gegensatz zum Getty-Spross wurde ihr jedoch kein Körperteil abgeschnitten und zunächst auch keine Lösegeld-Forderung gestellt. Stattdessen sollte die Familie Hearst ihren gesellschaftlichen und medialen Einfluss geltend machen und so unter anderem auch für die Freisetzung zweier inhaftierter Genossen sorgen.

Vom Opfer zum Mittäter

Patty Hearst unterzog man einer Gehirnwäsche, was zur Folge hatte, dass sie sich der Gruppe anschloss und im Zuge dieser Gefolgschaft auch Straftaten, beispielsweise einen Banküberfall, beging. 1975 wurde Hearst dafür verhaftet und zu 35 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie wurde allerdings bereits nach 22 Monaten wieder vom damaligen US-Präsidenten Jimmy Carter begnadigt.

Schlussendlich sind dann doch noch ein paar Millionen US-Dollar an die Entführer geflossen, die diese - man höre und staune - zum Einkauf von Lebensmitteln für bedürftige Menschen in Kalifornien, hauptsächlich San Francisco, Oakland und Berkeley, nutzten. Am 20. Januar 2001, seinem letzten Tag im Oval Office, erhielt Patty Hearst von Präsident Bill Clinton den sogenannten "presidential pardon", also die vollständige Begnadigung.

Hearst hat zwei erwachsene Töchter mit ihrem 2013 verstorbenen Ehemann Bernhard Shaw und ist im Laufe ihres weiteren Lebens in einigen Spielfilmen aufgetreten. Ihre Autobiografie "Every Secret Thing" wurde ebenfalls verfilmt. Hearst lebt heute in New York.