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Kult-TV-Star Arno Dübel ist tot!

Arno Dübel hatte keinen Bock auf Arbeit – und wurde damit berühmt. Jetzt ist Arno Dübel in Hamburg gestorben.

Arno Dübel
Arno Dübel Foto: IMAGO / Lars Berg
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Arno Dübel: Deutschlands frechster Arbeitsloser

2001 spülte die Talkshow-Welle Arno Dübel in unsere Wohnzimmer. Arabella Kiesbauer, Sandra Maischberger, Britt Hagedorn, Johannes B. Kerner – alle wollten den Hartz-IV-Empfänger aus Hamburg verstehen lernen: Ist es wirklich schön, Jahrzehntelang nichts zu tun? Ja, betonte Arno Dübel, der nach einer abgebrochenen Malerlehre 1976 Sozialhilfe beantragte und nie ins Berufsleben zurück fand.

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Mit über 50 lebte er von knapp 360 Euro Hartz IV im Monat. Miete, Strom & Co. "zahlt das Amt". Sein Tag laufe immer gleich ab, wie er Sandra Maischberger erzählte: "Ich mach meine Wohnung, ich hab 'nen kleinen Hund, mit dem ich raus geh. Dann guck ich fern." Hobbys? "Nö", winkte Arno Dübel ab. "Zeit zum Lesen hab ich nicht."

Die Presse, allen voran "BILD", taufte und nannte Arno Dübel den "frechsten Arbeitslosen Deutschlands." Der Hartz 4-Empfänger war zufrieden: "Ich leb' alleine, hab 'ne schöne Zweizimmerwohnung… joa."

Arno Dübel bei Maischberger
Fast ein Promi: Arno Dübel bei Sandra Maischberger Foto: IMAGO / Sven Simon

Dübel: Langzeit arbeitslos und TV-Star

Kaum hatte Arno Dübel sich als fröhlicher Arbeitsloser geoutet, setzte sich eine Maschinerie in Gang: Die Öffentlichkeit wollte nicht akzeptieren, dass der Hamburger weiterhin nicht arbeitete oder gar nicht nach Arbeit suchte.

Es folgten also mehrere Angebote für einen Job. Ein Musikproduzent nahm 2010 zwei Singles mit Dübel auf und schließlich sollte sogar das Dosenbier "Arno's Dübel" auf Mallorca verkauft werden. Doch was ihm Geld und Arbeit bringen sollte, wollte nicht so recht funktionieren.

Das Fazit: Die Singles floppten, Dübel weigerte sich weiterhin zu arbeiten, das Bier kam nie auf den Markt und der Musikproduzent verklagte seinen Schützling auf 20.000 Euro Schadensersatz. Im August 2011 kam es zur Zwangsräumung von Arnos Wohnung. Das Fazit: Als frechster Arbeitsloser schein es ihm besser zu gehen. Seine Auftritte im TV und das Beste aus seiner Berühmtheit rausholen zu wollen, hat sein Leben nicht gerade besser gemacht.

Die Rechte an der Marke "Arno Dübel" wurden im selben Jahr für über 30.000 an einen Immobilienunternehmer verkauft. So kommt es, dass die Seite auf Facebook von Arno Dübel heute noch prall gefüllt mit schnittigen Kommentaren des kultigen Sozialhilfeempfängers ist – auch, wenn Arno sie nicht selbst betreibt.

Arno Dübel live
Echte Arbeit: Arno Dübel 2010 als Sänger auf der Hamburger Party "Schlagersahne" Foto: IMAGO / Lars Berg

Was machte Arno Dübel zuletzt?

Es stimmt übrigens nicht ganz, dass Arno Dübel nie auch nur einen Tag gearbeitet hat. Immer mal wieder musste er anpacken, "mal zwei oder sogar mal drei Wochen", wie er im TV erzählte. Aber alles war ihm zu anstrengend.

Der Arbeitslose blieb sich treu. Ob Menschen, die arbeiten, "blöd" sind, wollte Sandra Maischberger einst wissen. Das nicht. Aber: "Die tun mir leid, weil sie arbeiten gehen müssen", sagte Arno.

Nach dem ganzen Stress mit der Beinahe-Karriere als Sänger und Bierbrauer zog sich Arno Dübel aus der Öffentlichkeit zurück. Immer wieder kursieren Gerüchte darüber, der Hartz-IV-Empfänger und bekannteste Arbeitslose des Landes tot sei. Es ist jedoch nicht mehr als ein Gerücht. 

2015 war in der Presse zu lesen, dass Arno mit nur 59 Jahren in ein Altersheim verlegt worden sei. Seither wohnte er offenbar in einem 18 Quadratmeter-Zimmer mit Balkon in Hamburg-Rahlstedt. 

Dübel: Zurück in der Öffentlichkeit

Am 13. Januar 2022 feierte Arno Dübel seinen 66. Geburtstag. Bis dahin hatte er sich nicht mehr zu seinem Leben geäußert - bis er im Interview mit "BILD" sein Schweigen aufgab. 

Die Schlagzeile: "Deutschlands frechster Arbeitsloser will endlich arbeiten" - das Blatt hat sich tatsächlich gewendet, Dübel sucht einen Job! Er ist zwar Rentner und wohnt im Altersheim, doch sein Manager Marcus Wenzel - der wegen Betrugsvorwürfen in U-Haft war - wollte den berühmtesten Arbeitslosen Deutschlands noch einmal ganz groß rausbringen.

Arno Duebel sollte Schauspieler werden. Markus Wenzel sah ihn zum Beispiel als Darsteller in der zweiten Staffel von "Die Discounter", der Mockumentary auf Amazon Prime.

Offenbar behauptete Marcus Wenzel, dass Verträge für Dreharbeiten bereits unterzeichnet wurden, Dübel müsste also eigentlich schon bald wieder im TV oder zumindest online stattfinden - in der Serie war der "Frechster Arbeitsloser Deutschlands" jedoch nicht zu sehen.

Arno Dübel: Seine besten Sprüche

  • "Wer arbeitet, ist doch blöd"

  • "Ich sitz’ wie auf Kohlen, nur dass die nicht heiß sind"

  • "Arbeit? Da hab' ich nie was von gehalten. Ich hab ein Motivationsproblem"

  • "Jeden Tag arbeiten, stell’ dir mal vor …".

  • "Die wollen mich verarschen, bieten mir Jobs in Elmshorn an. Das müssen Sie sich mal vorstellen..."

Einer seiner Sätze wurde auch als Einspieler beim Podcast von Jan Böhmermann und Olli Schulz "Fest und Flauschig" benutzt - in diesem Video könnt ihr euch die Stelle anschauen.

Arno Dübel ist gestorben: Die Todesursache

Nach MOPO-Informationen wurde Arno Dübel zwei Wochen vor seinem Tod ins Universitätsklinikum in Eppendorf eingeliefert, wo er schließlich auch starb. Dübel wurde 67 Jahre alt. Die genaue Todesursachen ist nicht bekannt.

Leiche von Arno Dübel offenbar verschwunden

Jedoch ist aktuell nicht bekannt, wo Dübel begraben liegt. Denn offenbar ist die Leiche des "frechsten Arbeitslosen" verschwunden.

"So einen Fall habe ich in 25 Jahren nicht erlebt", erklärt der Sprecher der Hamburger Friedhöfe Lutz Rehkopf im Gespräch mit "Bunte.de".

Eigentlich sei es so, dass wenn ein Mensch sterbe, diese in die Leichenhalle der Friedhöfe komme. Das sei hier jedoch nicht passiert. Auch am Institut für Rechtsmedizin sei seine Leiche nicht angemeldet worden. In den Tagen nach seinem Tod kam auch kein namenloser Toter auf den Friedhöfen in Hamburg an.

Die einzige Erklärung ist, dass jemand den Auftrag gegeben haben muss, Dübel abzuholen, zum Beispiel ein Verwandter, der den Toten dann in ein anderes Bundesland gebracht habe. Allerdings bekomme man, so Rehkopf, nicht einfach so einen Toten ausgehändigt. Der Öffentlichkeit - und auch den ansässigen Behörden, ist demnach nicht bekannt, was mit Dübel passiert ist.