Welt der Wunder

Mythen: 33 Lügen über gesundes Essen!

Viel trinken, regelmäßig fasten und bloß nichts Fettiges essen - es gibt zahllose Regeln für eine gesunde Ernährung. Einer wissenschaftlichen Prüfung halten jedoch nur die wenigsten stand.

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Fettarme Milch macht schlanker     Foto: iStock / ollo
Fettarme Milch macht schlanker Foto: iStock / ollo

So paradox es klingen mag: Gerade die Proteine der Vollmilch wirken wie ein Turbo fürs Abnehmen, weil sie die Produktion von Sättigungshormonen anregen. Das haben Dr. Jonathan Maguire und sein Team jetzt ans Licht gebracht. 

Nach Einschätzung der Mediziner macht fettarme Milch weniger satt als Vollmilch und regt stattdessen zu weiterer Nahrungsaufnahme an. Das kann zu einem ungesunden Essverhalten führen – und zu zusätzlichen Kalorien, die einer Gewichtsabnahme im Wege stehen.

Trockenfrüchte sind vitaminreich     Foto: iStock / bhofack2
Trockenfrüchte sind vitaminreich Foto: iStock / bhofack2

Es ist tatsächlich so, dass beim Trocknen von Obst kaum Vitamine verloren gehen – aber nur, wenn es nicht geschwefelt wird. Trockenobst wird vor dem Verpacken häufig mit Schwefeldioxid (E 220) behandelt, um die Farbe der getrockneten Früchte zu erhalten und Fäulnis vorzubeugen.

Vitamine wie B1 und Folsäure werden bei diesem Prozess allerdings zerstört. Geschwefelte Lebensmittel können zudem Kopfschmerzen, Magenprobleme und sogar Asthma-Anfälle verursachen. Beim Kauf also stets auf die Angabe "ungeschwefelt" achten.
 

Täglich muss man mindestens 2,5 Liter Wasser trinken     Foto: iStock / PeopleImages
Täglich muss man mindestens 2,5 Liter Wasser trinken Foto: iStock / PeopleImages

Nein, die zugrundeliegende Empfehlung stammt vom US-Ernährungsrat aus dem Jahr 1945. Sie besagt, dass ein Mensch täglich etwa 2,5 Liter Flüssigkeit täglich zu sich nehmen sollte. 

Wohlgemerkt: Flüssigkeit, kein Extra-Wasser! "Es gibt keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass man zweieinhalb Liter Wasser am Tag trinken muss", sagt Dr. Rachel Vreeman von der Indiana University School of Medicine. 

Auch Lebensmittel enthalten Wasser. Eine Kartoffel hat schon einen Wassergehalt von 75 Prozent. Feste Lebensmittel liefern im Durchschnitt etwa 900 Milliliter Wasser pro Tag. 

Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: 1,5 Liter Flüssigkeit in Form von Getränken am Tag reichen aus.

Salat ist gesund
Salat ist gesund Foto Foto: iStock / Jobalou

Die grüne Blätterkost ist das Symbol für gesunde Ernährung schlechthin, die Realität sieht allerdings etwas anders aus. Blattsalat besteht zu etwa 95 Prozent aus Wasser und füllt damit zwar den Magen, ohne dick zu machen, mehr aber auch nicht. 

Weder enthalten die Blätter viele Vitamine noch Ballaststoffe, weshalb sie immer mit anderen Gemüsen kombiniert werden sollten. Paprika, Tomaten oder Gurken enthalten weitaus mehr Vitamine und eignen sich damit perfekt als Ergänzung

Fruchtzucker ist gesünder als Zucker     Foto: iStock / Tatiana Ageeva
Fruchtzucker ist gesünder als Zucker Foto: iStock / Tatiana Ageeva

Wo Frucht drauf steht, ist auch Gesundes drin – so die Botschaft vieler Lebensmittelkonzerne. Dabei wird gerade am Beispiel Fruchtzucker deutlich, dass es sich um eine der größten Ernährungslügen handeln kann.

Zum einen wird reiner Fruchtzucker (Fructose) aufgrund seiner besonderen chemischen Struktur vom Körper anders verstoffwechselt als etwa gewöhnlicher Haushaltszucker:

"Während andere Zuckerarten direkt von Muskelgewebe, Gehirn und anderen Organen genutzt werden können, wandert Fructose in die Leber, wo sie hauptsächlich in Fett verwandelt wird", erklärt Andreas Pfeiffer vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam.

Bei kleinen Mengen ist das kein Problem. Doch mit der Entdeckung von Fruchtzucker als billigem industriellem Süßungsmittel vor rund 35 Jahren ist auch der Fructose-Konsum stark gestiegen – so steckt das vermeintlich natürliche Süßungsmittel heute in Limonaden, Ketchup, Fertiggerichten usw.

Diese Industrie-Fructose wird aus Mais gewonnen: Schon ein Getränk mit nur 40 Gramm Fructosesirup enthält dieselbe Zuckermenge wie fünf Kilogramm Aprikosen. Trotzdem ist der Siegeszug von Fructose kaum aufzuhalten.

Der Grund: Der Sirup kostet ein Drittel weniger als Sacharose und ist wegen seiner Süße ein idealer Geschmacksträger. Zudem genießt die vermeintlich natürliche Fruchtsüße immer noch einen besseren Ruf als raffinierter Zucker.

Für die Gesundheit der Konsumenten ist das bedenklich: Das Bundesinstitut für Risikobewertung stellte fest, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fructose und dem Auftreten von Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruck gibt.

"Die daraus resultierenden Folgeerkrankungen heißen Diabetes, Schlaganfall oder Herzinfarkt", erklärt die Medizinerin Birgit Hildebrandt vom HELIOS Prevention Center: "Dass künstlicher Fruchtzucker gesünder ist als Haushaltszucker, ist daher ein Mythos."

Da der Stoff durch industrielle Fertigungsmethoden mittlerweile in nahezu allen Lebensmittelprodukten enthalten ist, lässt sich sein Verzehr kaum vermeiden – er kann jedoch eingedämmt werden.

Der Bestsellerautor Bas Kast ("Der Ernährungskompass", C. Bertelsmann) rät: So viel wie möglich auf unverarbeitete Lebensmittel zurückgreifen und bei jedem Produkt genau die Zutatenliste studieren. Manche Hersteller bieten etwa komplett fructosefreie Milchprodukte an.

Getrocknete Kräuter sind so gesund wie frische     Foto: iStock / AlexRaths
Getrocknete Kräuter sind so gesund wie frische Foto: iStock / AlexRaths

Ganz im Gegenteil. Laut der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind getrocknete Kräuter und Gewürze oft mit hohen Mengen Pestiziden belastet. Besonders stark betroffen sind Paprikapulver, Currypulver sowie getrocknete Petersilie. 

Der Grund: Zum Trocknen greifen Hersteller häufig im großen Stil auf billige Kräuter zurück, die nicht aus dem EU-Raum stammen. 

So fand die Stiftung Warentest bei Stichproben heraus, das Kräuter chinesischen und indischen Ursprungs teils so schwer mit Pestiziden belastet sind, dass sie in Deutschland eigentlich nicht verkauft werden dürften. 

"Mit einer Prise Paprika oder Curry, wie er auf der Currywurst landet, streut man sich einen Giftcocktail von bis zu 20 verschiedenen, teilweise krebserregenden Chemikalien aufs Essen", sagt Manfred Santen, Chemieexperte von Greenpeace. 

Gesundheitsgefährdende Wirkstoffe wie das Nervengift Chlorpyrifos-Ethyl, das die Fruchtbarkeit beeinträchtigende Carbendazim und selbst das in der EU verbotene Pestizid Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) geraten durch die Billigkräuter in Gewürzmischungen in unseren Markt. 

Frische oder tiefgefrorene Kräuter dagegen enthalten weitaus weniger Pestizide.
 

Abgelaufenes darf man nicht essen     Foto: iStock / mrtom-uk
Abgelaufenes darf man nicht essen Foto: iStock / mrtom-uk

Das ist nur bedingt richtig. Hier gilt es deutlich zwischen den Begriffen Verbrauchsdatum (Hinweis "zu verbrauchen bis …") und Mindesthaltbarkeitsdatum (Hinweis "mindestens haltbar bis …") zu unterscheiden. 

Diese werden in der Lebensmittel-Informationsverordnung der Europäischen Union klar getrennt. 

Das Verbrauchsdatum ist in jedem Fall ernst zu nehmen. Es findet sich auf leicht verderblichen Lebensmitteln wie Hackfleisch, frischer Bratwurst, Geflügelfleisch, geräuchertem Fisch oder Feinkostsalat. 

Überschreiten diese Produkte das Verbrauchsdatum, werden sie nicht einfach ungenießbar, sondern regelrecht giftig. 

Die Keimbelastung kann so hoch sein, dass beim Verzehr schwere Lebensmittelvergiftungen oder Infektionen drohen. 

Nicht umsonst ist der Verkauf von Waren mit abgelaufenem Verbrauchsdatum strengstens verboten. 

Das Mindesthaltbarkeitsdatum hingegen findet sich auf Waren, die nach Ablauf der Frist nicht unmittelbar gesundheitsschädlich wirken. 

Folgen sind hier vor allem Veränderung des Aromas, Veränderung der Konsistenz oder Austrocknung. 

Diese treten erst mehrere Tage oder Wochen nach Ablauf der Frist ein, sodass Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum noch bedenkenlos verzehrt werden können.

Der grüne Teil des Porrees ist ungesund     Foto: iStock / ArtCookStudio
Der grüne Teil des Porrees ist ungesund Foto: iStock / ArtCookStudio

Bis heute schneiden viele Menschen den grünen Teil der Porreestange weg und verwenden nur den weißen Teil. Ein Fehler, denn: Im Grün des Porrees steckt 300-mal so viel Betacarotin wie im weißen Teil.

Wem Vitamine bei seiner Ernährung wichtig sind, der sollte auch die kräftig gefärbten Teile der Stange verzehren.

Bio-Produkte sind gesünder     Foto: iStock / Santje09
Bio-Produkte sind gesünder Foto: iStock / Santje09

Keineswegs, allerdings nur wenn man die reinen Nährstoffwerte betrachtet. 

Eine auf mehr als 200 Quellen beruhende Metastudie der Stanford University fand keine Anhaltspunkte dafür, dass Bio-Produkte einen höheren Nährstoffgehalt aufweisen als andere Lebensmittel. 

Anders sieht es hingegen beim Gehalt an Schadstoffen aus: So stecken Studien zufolge in Bio-Produkten 10 bis 100 Mal weniger Pflanzenschutzmittel – ganz frei davon sind aber selbst sie nicht, etwa infolge der Abdrift von konventionellen Feldern.
 
Generell gilt: Bio-Erzeugnisse enthalten weit weniger belastende Chemikalien und Pflanzenschutzmittel, bessere Nährwerte sind aber nicht erwartbar.

Fettes Essen ist ungesund     Foto: iStock / zeljkosantrac
Fettes Essen ist ungesund Foto: iStock / zeljkosantrac

Seit Jahrzehnten gilt fetthaltige Nahrung als Hauptverantwortlicher für Übergewicht und damit verbundene Krankheiten. 

Ein gigantischer Irrtum: Eine Metaanalyse aus 21 unabhängigen US-Studien mit insgesamt 350 000 Teilnehmern deckte auf, dass es keinen Zusammenhang zwischen gesättigten Fettsäuren und Herzkrankheiten gibt.

"Wir konnten keinen belastbaren Hinweis darauf finden, dass das Risiko zu erkranken, durch fetthaltige Speisen erhöht wird", sagt der Leiter der Studie, Ronald Krauss. 

Dabei ging man jahrzehntelang davon aus, dass die sogenannten gesättigten Fettsäuren – die ein Bestandteil tierischer Fette sind und beispielsweise in rotem Fleisch, Wurst, Käse, Butter, Sahne und Speck vorkommen – dem Körper schaden.

Ebenfalls nicht erhärten ließ sich die seit Jahren von Ärzten wiederholte Behauptung, dass fettreiche Ernährung das Risiko von Leber- und Brustkrebs deutlich erhöht. 

Nur sehr stark übergewichtige Menschen sind bei hohem Fettkonsum krebsgefährdet: Sie schütten aufgrund des vermehrten Fettgewebes mehr Leptin aus, was das Krebswachstum tatsächlich fördern kann. 

Eine schwedische Langzeitstudie kam jüngst zu einem ähnlichen Ergebnis: Das Diabetes-Risiko stieg zwar mit höherem Gewicht, eine höhere Sterblichkeitsrate konnte aber nicht nachgewiesen werden. 

Industrielle Transfette allerdings – u. a. in Chips, Pommes frites, Glasuren und Fertigprodukten – erhöhen tatsächlich das Risiko für entzündliche Prozesse im Körper und können tatsächlich Krebs verursachen. 

Auf der Zutatenliste weist der Hinweis "x-Öl, zum Teil gehärtet" auf ein Vorkommen von Transfettsäuren hin.

Probiotische Lebensmittel stärken das Immunsystem     Foto: iStock / chokkicx / nadisja
Probiotische Lebensmittel stärken das Immunsystem Foto: iStock / chokkicx / nadisja Foto: iStock / chokkicx / nadisja

Das behauptet die Werbung zwar, es stimmt aber nicht ganz. Probiotika sind lebende Bakterien oder Hefepilze, die in milchsauren Produkten wie Joghurt, Buttermilch und Kefir vorkommen.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung ist es erwiesen, dass probiotische Mittel die Laktoseverdauung unterstützen, bei Darminfektionen die Durchfalldauer verkürzen und die Konzentration gesundheitsschädlicher Stoffwechselprodukte im Körper senken.

Dass probiotische Keime aber das Immunsystem stärken, ist nur in vitro – also unter Laborbedingungen – erwiesen. In vivo – also im lebendigen Organismus – dagegen nicht: "Dafür liegen uns bisher zu wenig aussagekräftige Studien vor", erklärt die Gastroenterologin Dagmar Mainz.

Schokolade ist ein Dickmacher     Foto: iStock / wmaster890
Schokolade ist ein Dickmacher Foto: iStock / wmaster890

Auch bei der Schokolade lassen sich viele Menschen von Ernährungsmythen täuschen. Dabei kann besonders die dunkle Schokolade einen sehr positiven Effekt auf unseren Körper haben.

Diese enthält nämlich bioaktive Pflanzenstoffe, die Flavonoide, welche für die Gefäßentspannung sorgen.

Zusätzlich kann der Verzehr von dunkler Schokolade den Blutdruck senken und die Insulinempfindlichkeit des Körpers erhöhen.

Auch der Zuckergehalt hält sich in Grenzen: Eine 100-Gramm-Tafel 90-prozentige Schokolade enthält gerade einmal sieben Gramm Zucker – das entspricht nicht einmal zwei Teelöffeln.

Zudem haben Forscher der Universität von Granada in einer europaweiten Studie (1458 Probanden zwischen zwölf und 17 Jahren) festgestellt, dass Jugendliche, die mehr Schokolade essen, im Durchschnitt weniger Körperfett haben als Schokolade-Verweigerer.

Auch eine Untersuchung von Forschern der University of California kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Häufigerer Schokoladenkonsum ging mit einem niedrigeren Body-Mass-Index einher.

Vitaminpillen sind gesund     Foto: iStock / AlessandroPhoto
Vitaminpillen sind gesund Foto: iStock / AlessandroPhoto Foto: iStock / AlessandroPhoto

Diese Behauptung lässt sich nicht halten. Tatsächlich schätzt das Deutsche Krebsforschungszentrum die Inhaltsstoffe von Vitaminpillen als höchst bedenklich ein.

Gekoppelt an bestimmte Lebensumstände, können Vitaminpillen sogar verheerende Folgen haben: "Raucher, die Carotine als Tablette einnehmen, bekommen häufiger Lungenkrebs.

Männer, die Vitamin E und/oder Selen schlucken, steigern ihr Risiko für ein Prostatakarzinom", sagt der Ernährungswissenschaftler Michael Ristow von der ETH Zürich.

Er hat zudem die Wirkung von Vitamin-C- und -E-Tabletten auf Sportler untersucht. Sein Urteil: "Die Präparate können die gesunde Wirkung von Bewegung einfach aufheben."

Wie das geht? Bewegung führt im Körper auf der Zellebene zu chemischen Reaktionen, die Typ-2-Diabetes verhindern können.

Dieser Effekt wird durch die Vitamine jedoch zunichte gemacht. Das Fazit, das viele weitere führende Ernährungswissenschaftler unterstützen: Vitaminpräparate können den Verzehr von frischem Obst und Gemüse nicht ersetzen.

Abnehmen ist gut für die Gesundheit     Foto: iStock / AndreyPopov
Abnehmen ist gut für die Gesundheit Foto: iStock / AndreyPopov Foto: iStock / AndreyPopov

Fast alle Diäten bringen dem Körper Stress pur – und das ist das Gegenteil von gesund! "In den allermeisten Fällen ist eine Diät nicht nur sinnlos, sondern gesundheitsschädlich!"

So lautet das Fazit des Internisten und Gehirnforschers Achim Peters von der Universität Lübeck.

"Dicker zu werden, ist Ausdruck einer Strategie des Gehirns, sich vor den negativen Auswirkungen von Stress – wie beschleunigte Alterungsprozesse, Abbau von Muskel-, Knochen- und Bindegewebe, erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko – zu schützen."

Dicker zu werden, ist nach Peters eine Nebenwirkung, die auftritt, wenn das Gehirn versucht, Stress zu bekämpfen. "Ist das Stresssystem aktiv, erhöht sich der Energiebedarf des Gehirns kurzzeitig.

Ist das Stresssystem aber permanent belastet, steigt eben auch der Energiebedarf des Gehirns dauerhaft. Das Verlangen, mehr zu essen, wächst", erklärt Peters.

In dieser Situation die Kalorienzufuhr zu reduzieren, verschärft das Problem weiter: Das Gehirn interpretiert die Diät als Energiekrise und fährt das Stresssystem weiter hoch.

"Hungern wird so zu einem zusätzlichen Stressfaktor", warnt Peters, dessen Team mehr als 10 000 Studien ausgewertet hat.

Problematisch wird in diesem Zusammenhang vor allem das körpereigene Stresshormon Cortisol. Es ist erwiesenermaßen der Auslöser für Stressfolgeerkrankungen.

Die Folge: vorzeitige Körperalterung, erhöhtes Risiko von Herzerkrankungen, aber auch starke Stimmungsschwankungen.

Reiswaffeln eignen sich bei Diäten
Reiswaffeln eignen sich bei Diäten Foto: iStock / HandmadePictures

Eine Reiswaffel ist leicht, hat die Konsistenz von Styropor und kann daher unmöglich dick machen – sollte man meinen. Doch hier ist eine gemeine Falle eingebaut: Reiswaffeln erhöhen den Blutzucker rasant und machen umso schneller dick!

Der Glykämische Index (GI) gibt an, welche Wirkung ein Lebensmittel auf den Blutzuckerspiegel hat. Je höher der GI, desto höher steigt der Blutzuckerspiegel an.

Der GI von Reiswaffeln liegt bei 91. Ein GI ab 70 gilt als hoch – zum Vergleich: Reine Glucose hat einen GI von 100. Eine starke Erhöhung des Blutzuckerspiegels führt zu einer starken Ausschüttung von Insulin.

Das führt zu einer verstärkten Aufnahme von Glucose in den Muskelund Fettzellen und regt die Fettund die Kohlenhydratspeicherung an.

Nach zwei bis vier Stunden kann eine Unterzuckerung auftreten. Man greift erneut zu derartigen Lebensmitteln – und wird langsam dicker …

Vitamin C schützt vor Erkältungen    Foto: iStock / yulka3ice
Vitamin C schützt vor Erkältungen Foto: iStock / yulka3ice Foto: iStock / yulka3ice

Ein weiterer Mythos der Ernährungsforschung! So fand eine Gruppe internationaler Wissenschaftler heraus, dass die vorsorgliche Einnahme von Vitamin C (200 Milligramm pro Tag) keinen Einfluss auf die Entstehung von Erkältungen hat.

Allerdings hatten Erwachsene und Kinder, die vor einer Erkrankung Vitamin C eingenommen hatten, weniger starke Erkältungssymptome. Und der Erkältungszeitraum verkürzte sich – wenn auch um weniger als 24 Stunden.

Müsli- und Proteinriegel machen fit     Foto: iStock / 4kodiak
Müsli- und Proteinriegel machen fit Foto: iStock / 4kodiak Foto: iStock / 4kodiak

Und zwar genauso fit wie eine Tüte Gummibärchen – sprich: gar nicht. Denn Müsliriegel sind nichts anderes als Süßigkeiten.

Sie sind in der Regel mit Zucker oder Glucose-Fructose-Sirup angereichert und enthalten nur wenige Nährstoffe.

Bei Müsliriegeln "ohne Zuckerzusatz" wird der Zuckeraustauschstoff Maltit hinzugefügt, der bei übermäßigem Verzehr zu Bauchschmerzen und Durchfall führen kann.

Die Glasur von einigen Riegeln wird aus gehärteten Fetten hergestellt, die Transfettsäuren enthalten.

Der Berufsverband Deutscher Internisten warnt sogar vor dem übermäßigen Verzehr von Proteinriegeln: Auf Dauer könnten sie die Nieren überlasten.

Selbst Ausdauersportlern wird bei einer ausgewogenen Ernährung von einer zusätzlichen Proteinzufuhr abgeraten.

Mehr als zwei Eier pro Woche erhöhen den Cholesterinspiegel     Foto:  iStock / Ben185
Mehr als zwei Eier pro Woche erhöhen den Cholesterinspiegel Foto: iStock / Ben185 Foto: iStock / Ben185

Dass Eier eine ungesunde Menge Cholesterin enthalten, ist womöglich einer der größten Fehler in der Ernährungsforschung der letzten Jahre.

Aktuelle Studien zeigen vielmehr, dass Eier unserer Gesundheit in Wirklichkeit sogar etwas Gutes tun.

 Das im Ei enthaltene Lecithin schützt die Leber und die Dickdarmschleimhaut, verbessert die Konzentrationsfähigkeit und die Gedächtnisleistung.

Durch den hohen Eiweißanteil stillen Eier zuverlässig den Hunger und sind darüber hinaus ein Lieferant für die Vitamine D und B, welche wichtig für die Funktion von Leber und Gehirn sind.

Die aktuelle Empfehlung lautet: Etwa vier bis fünf Eier in der Woche zu sich nehmen, jedoch nicht mehr als eines pro Tag.

Cola hilft bei Durchfall     Foto: iStock / tongpatong
Cola hilft bei Durchfall Foto: iStock / tongpatong

Der Körper verliert bei Durchfall viel Flüssigkeit und Salze. Viel Trinken hilft also – allerdings keine Cola. "Um Durchfall zu bekämpfen, ist Cola nicht geeignet", sagt der Oberarzt Tom Ganten von der Uni-Klinik Heidelberg.

Der Grund: "Zu viel Zucker führt zu einer vermehrten Wasserausscheidung – man verliert unter Umständen also noch mehr Flüssigkeit und wichtige Nährstoffe wie Kalium."

Hinzu kommt: In Cola ist Koffein enthalten, das Durchfall eher fördert als bekämpft.

Wild ist gesünder als Fleisch aus Massentierhaltung     Foto: iStock / inventbart
Wild ist gesünder als Fleisch aus Massentierhaltung Foto: iStock / inventbart Foto: iStock / inventbart

Keine engen Ställe und keine Antibiotikacocktails (siehe auch Punkt 29) – Wildtiere müssten doch eigentlich das gesündeste Fleisch überhaupt liefern. Weit gefehlt: Ob Hirschbraten, Rehrücken oder Wildschwein:

Wenn Tiere mit bleihaltiger Munition geschossen wurden, kann der Verzehr nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung gesundheitsschädlich sein.

Denn Blei geht mit Eiweißen und Enzymen eine Wechselwirkung ein und kann so in den Stoffwechsel eingreifen, die Leber- und Nierenfunktion schädigen und sogar in die Knochen gelangen.

Untersuchungen haben ergeben, dass bis zu 40 Prozent der Bleikugel im Wild zerfallen, sodass Spuren davon immer zurückbleiben.

Eine wissenschaftliche Untersuchung des Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) kam zu dem Schluss, dass mit bleihaltiger Jagdmunition erlegtes Wild nicht nur an der Schussstelle, sondern auch im Rücken und in den Keulen deutlich höhere Bleiwerte aufweist als Wild, das mit bleifreier Munition erlegt wurde.

"Diese Ergebnisse zeigen, dass offensichtlich bei der Verwendung von bleihaltiger Munition winzige Geschosssplitter, die beim Aufprall entstehen, tief ins Muskelfleisch vordringen können und sich im Fleisch weiträumig verteilen", so das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

 Diese Kleinstpartikel finden sich auch, wenn das Geschoss an sich intakt bleibt – sie sind für das menschliche Auge aber nicht erkennbar.

So werden sie bei der Zubereitung von Wildmahlzeiten mit verarbeitet und in der Folge vom Verbraucher aufgenommen.

Der gelegentliche Verzehr von Wild ist dennoch unproblematisch, von einer wöchentlichen Wildmahlzeit sollte allerdings abgesehen werden.

Schwangere und Kleinkinder sollten aufgrund des hohen Gesundheitsrisikos generell kein Wild zu sich nehmen, das mit Bleimunition erlegt wurde.

Mineralwasser ist gesünder als Leitungswasser      Foto: iStock / mediaphotos
Mineralwasser ist gesünder als Leitungswasser Foto: iStock / mediaphotos

Nein, die Stiftung Warentest fand heraus: Oft enthält Leitungswasser sogar mehr Mineralien als das aus der Flasche. Und auch Experten wie Professor Franz Daschner sagen: "Ich würde mir niemals Mineralwasser kaufen.

Mein täglicher Bedarf an Mineralien ist durch die Ernährung komplett abgedeckt. Außerdem ist Leitungswasser sicherer: Beim Trinkwasser müssen 200 Inhaltsstoffe überprüft werden, beim Mineralwasser nur 55!"

Zudem gibt es keine einzige wissenschaftliche Studie, die besagt, dass Mineralwasser gesünder ist als ganz normales Leitungswasser.

Sojamilch ist ein guter Milchersatz     Foto: iStock / Chaded2557
Sojamilch ist ein guter Milchersatz Foto: iStock / Chaded2557 Foto: iStock / Chaded2557

Immer mehr Menschen verzichten auf Milch weil sie laktoseintolerant sind und keine Milch vertragen – oder schlicht keine Laktose zu sich nehmen wollen. Sojamilch ist allerdings kein gutes Ersatzprodukt.

Der Grund: Viele Menschen mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit wie Laktoseintoleranz sind auch für Allergien anfälliger – und Sojamilch hat ein hohes Allergiepotenzial.

Darüber hinaus ist Soja reich an sogenannten Isoflavonen (gelblich gefärbte Pflanzenfarbstoffe), die dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähneln.

Je nach Expertenmeinung sollen diese mal zellschützend, mal krebsfördernd wirken – die unübersichtliche Studienlage birgt also Risiken.

Da die heilende Wirkung der Pflanzenfarbstoffe so umstritten ist, rät das Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) davon ab, Säuglingen und Kindern Sojamilch zu verabreichen.

Für Menschen mit Laktoseintoleranz eignet sich also eher ein Milchersatz aus Mandeln: Dieser enthält deutlich weniger Allergene und Zusatzstoffe.

Frischer Fisch ist besser als Dosenfisch     Foto: iStock / Stephen Ackerman
Frischer Fisch ist besser als Dosenfisch Foto: iStock / Stephen Ackerman Foto: iStock / Stephen Ackerman

Nicht unbedingt. Isabelle Keller, Diplom-Ökotrophologin im Referat Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, sagt: "Durch den Konservierungsprozess gehen die Nährstoffe nicht verloren:

In Fischkonserven stecken also ebenfalls die herzschützenden Omega-3-Fettsäuren in hoher Konzentration, dazu noch Vitamin D, Jod und das hochwertige Fischeiweiß.

Mehr noch: Eine hohe Zufuhr an fetten Seefischen senkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten." Die Verpackung beeinflusse die Qualität nicht, der Fisch komme nicht mit dem Blech in direkten Kontakt, da die Dosen von innen mit Kunststoff überzogen seien.

Dinkelbrot hat weniger Gluten als Weizenbrot     Foto: iStock / fermate
Dinkelbrot hat weniger Gluten als Weizenbrot Foto: iStock / fermate Foto: iStock / fermate

Das Gegenteil ist der Fall! Viele Verbraucher machen einen Bogen um Produkte aus Weizenmehl. Die häufige Begründung: ein zu hoher Anteil an Klebereiweißen (Gluten). Dinkelbrot sei deutlich gesünder und verträglicher.

Doch auch wenn Dinkel geringfügig mehr Vitamine und Mineralstoffe als Weizen enthält, ist sein Glutenanteil deutlich höher.

So kamen jüngste Studien zu dem Schluss, dass Brote aus Dinkelmehl mit ca. 10,3 Gramm pro 100 Gramm deutlich mehr Gluten enthalten als Weizenbrot.

Zum Vergleich: Der Glutenanteil bei Weizenmehl Type 405 liegt gerade einmal bei 8,6 Gramm pro 100 Gramm.

Die niedrigsten Glutengehalte weisen im Vergleich Roggenmehle mit gerade einmal 0,3 Gramm pro 100 Gramm auf.

Wirklich ungesund ist unterm Strich keines der jeweiligen Brote, wer jedoch Wert auf eine glutenarme Ernährung legt, sollte lieber zu Roggen- und Vollkornprodukten greifen.

Energy-Drinks sind unbedenklich     Foto: iStock / gremlin
Energy-Drinks sind unbedenklich Foto: iStock / gremlin Foto: iStock / gremlin

Zugegeben, Energy-Drinks galten nie als gesundes Lebensmittel. Als sonderlich gefährlich aber auch nicht – schließlich gibt es dafür keinerlei Verzehroder Altersgrenzen.

Bislang fehlte es schlichtweg an wissenschaftlichen Erkenntnissen, wie sich die Inhaltsstoffe Coffein, Taurin, Glucuronolacton und Myo-Inositol in Kombination auf den Körper auswirken.

Sicher ist, dass für allergiegefährdete Personen die in den Drinks enthaltenen Farbstoffe Chinolingelb (E104), Azorubin (E122) oder Brillantblau (E133) durchaus bedenklich sind.

Mittlerweile sind einige Fälle bekannt, in denen die Zusatzstoffmischung der Getränke zum Kreislaufkollaps oder sogar zum Infarkt mit Todesfolge geführt hat.

"Bei übermäßigem Konsum sind Herzrasen, erhöhter Blutdruck oder Übelkeit die Folge. Als 'übermäßig' stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung mehr als einen halben Liter pro Tag ein.

Schon diese Menge lässt den Blutdruck bei jungen Menschen binnen zwei Stunden um rund acht Prozent ansteigen, der Herzschlag beschleunigt sich um fünf bis sieben Schläge pro Minute", erklärt der Hamburger Internist Dr. Peter Burchardt.

Besonders bedenklich: Nach einer Studie der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sind Energy-Drinks besonders bei 10-bis 19-Jährigen beliebt.

12 Prozent der Jugendlichen tranken 7 Liter oder mehr im Monat, selbst bei den Drei- bis Zehnjährigen gab fast jedes fünfte Kind an, "Energiegetränke" zu konsumieren.

Um einer gesundheitlichen Gefährdung entgegenzuwirken, haben in Großbritannien mittlerweile mehrere Handelsketten für den Verkauf ein Mindestalter von 16 Jahren eingeführt.

Milch ist gesund     Foto:  iStock / naturalbox
Milch ist gesund Foto: iStock / naturalbox Foto: iStock / naturalbox

"Milch ist gut für die Knochen!" Was jahrzehntelang als Mantra von Generation zu Generation weitergegeben wurde, ist in Wirklichkeit ein Mythos.

Ein Forscherteam der Harvard Medical School in Boston zeigte, dass Milch trotz ihres hohen Calciumgehalts nicht zur Knochendichte beiträgt.

Im Gegenteil: Milch kann sogar das Risiko von Knochenbrüchen erhöhen und Osteoporose auslösen. Der Grund: Milch übersäuert den Körper.

Um die Säuren zu neutralisieren, benötigt der Körper Mineralstoffe, die er aus den Knochen und Zähnen zieht.

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte ein Erwachsener rund ein Gramm Calcium pro Tag zu sich nehmen.

Statt aus Milch kann man das Mineral aus Mohnsamen, Grünkohl oder Sesam beziehen.

Hinzu kommt, dass der menschliche Körper nicht auf den Milchkonsum ausgelegt ist:

Laut dem Journal of the American Dietetic Association leiden rund 75 Prozent der Weltbevölkerung an Laktoseintoleranz (Symptome sind u. a. Bauchkrämpfe, Blähungen oder Kopfschmerzen), also an der Unverträglichkeit von Milchzucker.

Der Grund: Das Enzym Laktase, das zur Verdauung des Milchzuckers benötigt wird, wird etwa ab dem fünften Lebensjahr nicht mehr produziert – weil der Körper ab dann keine Milch mehr braucht.

Nach neuesten Studien birgt hoher Milchkonsum auch noch ein weiteres Risiko:

Bei Männern kann dadurch das Risiko für Prostatakrebs steigen. Milch und calciumreiche Käse (Greyerzer, Parmesan, Gouda oder auch Tilsiter) sollten deshalb nur in Maßen verzehrt werden.

Alle genmanipulierten Lebensmittel sind gekennzeichnet     Foto: iStock / Vladographer
Alle genmanipulierten Lebensmittel sind gekennzeichnet Foto: iStock / Vladographer Foto: iStock / Vladographer

Diese Versicherung, die immer wieder von Lebensmittelherstellern geäußert wird, soll den Verbraucher beruhigen. Die Wahrheit ist aber auch:

Bei der Produktion tierischer Erzeugnisse können genmanipulierte Stoffe verwendet werden, ohne dass der Hersteller darauf hinweisen muss.

Zum Beispiel dürfen Kühe mit genmanipuliertem Futter ernährt werden, ohne dass das auf der Milchtüte gekennzeichnet ist.

Aufgrund von Lücken im EU-Recht hat es die Gentechnik im großen Stil in die Supermarktregale geschafft, ohne dass Verbraucher davon etwas bemerken konnten.

Wildlachs ist besser als Zuchtlachs     Foto: iStock / ansonmiao
Wildlachs ist besser als Zuchtlachs Foto: iStock / ansonmiao

Erstaunlicherweise stimmt das nicht: Die Stiftung Warentest hat 25 Filets untersucht und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass Zuchtlachsfilets die bessere Alternative zu Wildlachs sind – zumindest, was Geschmack und Frische angeht.

Wildlachs schnitt geschmacklich schlechter ab als der aus der Zucht, weil Wildlachs nach dem Fang oft erst nach China gebracht wird, um dort weiterverarbeitet zu werden.

Zuchtlachs dagegen wird durchgehend auf Eis gehalten und meist erst im Zerlegebetrieb tiefgefroren.

Viele kleine Mahlzeiten sind besser als drei große     Foto: iStock / AlinLyre
Viele kleine Mahlzeiten sind besser als drei große Foto: iStock / AlinLyre

Das stimmt so nicht. Die Behauptung stammt von Ernährungsexperten, die davon ausgehen, dass viele kleine Mahlzeiten den Stoffwechsel ansteigen lassen und wir das Essen dann besser verdauen können.

Die Wahrheit aber ist: Die verbrauchte Energie hängt nicht von der Anzahl der Mahlzeiten ab, sondern von der Gesamtnahrungsmenge, die wir zu uns nehmen.

Das hat u. a. eine Studie der Universität Ottawa belegt – tatsächlich fühlen sich einige Testpersonen mit drei Mahlzeiten am Tag sogar noch viel satter als mit sechs.

Außerdem ist der menschliche Körper nicht dafür gemacht, andauernd gefüttert zu werden.

Säfte sind gesünder als Limo     Foto: iStock / Kanawa_Studio / ALLEKO
Säfte sind gesünder als Limo Foto: iStock / Kanawa_Studio / ALLEKO

Klar, in einem Glas Orangensaft stecken viel mehr Vitamine als in einem Glas Orangen-Limo. Aber was ist mit den Kalorien? "In einem Liter Saft befinden sich etwa genauso viele Kalorien wie in einem Liter Cola oder Limonade:

nämlich durchschnittlich 500 Kilokalorien", sagt Professor Volker Schusdziarra, Leiter der Ernährungsambulanz im Zentrum für Prävention, Ernährung und Sportmedizin am Münchner Klinikum.

"Ein Liter Saft am Tag hat also etwa so viele Kalorien wie eine Hauptmahlzeit". Im Gegensatz zu fester Nahrung sättigen Kalorien aus Flüssigkeiten jedoch nicht, weil sie den Magen nach kurzer Zeit wieder verlassen.

Fünf große Äpfel machen satt, ein Liter Saft aber nicht. Die flüssigen Kalorienbomben lassen sich allerdings entschärfen: Einfach den Saft im Verhältnis von eins zu zwei mit Wasser mischen. Dadurch wird das Getränk nicht nur gesünder, sondern auch ergiebiger.

Brauner Zucker ist gesünder als weißer     Foto: iStock / gehringj
Brauner Zucker ist gesünder als weißer Foto: iStock / gehringj

Obwohl er natürlicher aussieht, ist brauner Zucker keinesfalls so etwas wie die Vollkorn-Variante des weißen. Denn ob braun oder weiß:

Beide Zuckerarten werden meist aus der gleichen Rübe gewonnen – 85 Prozent unseres Haushaltszuckers entstehen in deutschen Raffinerien, die sich auf die Verarbeitung von Zuckerrüben spezialisiert haben.

Der Unterschied zum weißen Zucker liegt lediglich in der Herstellung: Während einige Nichtzuckerstoffe beim braunen Zucker drinbleiben und ihm die charakteristische Farbe und einen leicht karamelligen Geschmack verleihen, reinigt man für weißen Zucker entsprechend weiter.

Brauner Zucker ist also nur verunreinigter als weißer Zucker. Beide haben gleich viele Kalorien und Kohlenhydrate – das gilt übrigens auch für den nahezu identischen Zuckerrohr-Zucker.

"Brauner Zucker ist nicht gesünder als weißer Zucker", stellt Angela Clausen von der Verbraucherzentrale NRW klar.

Traubenzucker fördert die Denkleistung     Foto: iStock / dstaerk
Traubenzucker fördert die Denkleistung Foto: iStock / dstaerk

Im Gegenteil! Traubenzucker lässt den Blutzucker sofort in die Höhe schießen, woraufhin die Bauchspeicheldrüse Insulin ausschüttet.

Insulin fördert die Speicherung von Glucose in Leber und Fettgewebe, der Blutzuckerspiegel sinkt schnell wieder ab – sogar unter das ursprüngliche Niveau.

Die Folge: Man fühlt sich matt und müde, büßt Energie ein. In einer Studie der Universität Bern erzielten dagegen die Probanden bessere Ergebnisse in Gedächtnistests, die mehr Vitamin C und Betacarotin im Blut hatten.

Traubenzucker ist meist konzentrierte Glucose, die sogar zu einer Verschlechterung der Denkleistung führen kann, wie eine Studie der University of Virginia, USA, beweist.

Bei sportlicher Betätigung gilt das allerdings nicht: Das durch Sport ausgelöste Adrenalin verhindert die Insulinausschüttung, sodass der Traubenzucker dann die Leistungsfähigkeit unterstützen kann.

Bio-Fleisch enthält keine Antibiotika     Foto: iStock / Yulia Gusterina
Bio-Fleisch enthält keine Antibiotika Foto: iStock / Yulia Gusterina

In der konventionellen Tierhaltung werden Antibiotika prophylaktisch eingesetzt, um den massenhaften Ertrag zu sichern – die Tiere werden also "gesundgespritzt", obwohl sie gar nicht krank sind.

Das ist bei Bio-Fleisch anders. Hier werden Antibiotika zwar nicht als Vorbeugung eingesetzt. Doch sobald ein Tier erkrankt, verschreibt ein Tierarzt auch hier Antibiotika. Dass also Bio-Tiere keine Antibiotika bekommen, ist nicht richtig:

Geflügel und Schweine dürfen während ihres Lebens maximal einmal ein herkömmliches Antibiotikum oder ein Schmerzmittel bekommen, damit der Bauer sie später noch als Bio-Fleisch verkaufen kann.

Und der Bauer muss längere Wartezeiten einhalten, bevor er das Tier schlachten darf. Bei zwei Behandlungen oder mehr darf das Fleisch nur als konventionelle Ware angeboten werden.

In Dänemark hingegen sind komplett antibiotikafreie Fleischprodukte schon jetzt weit verbreitet.

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