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Mit der Wucht von 170.000 Atom-Bomben: Als ein Vulkan 70.000 Menschen tötete!

Wir gehen dem Phänomen Vulkan auf die Spur und fragen heute, ob ein Vulkan 170.000 Atombomben werfen kann.

Vulkanausbruch auf den Chirpoy Inseln, Kurilen-Inseln, Russland
Vulkanausbruch auf den Chirpoy Inseln, Kurilen-Inseln, Russland Foto: iStock / Nicolas Tolstoï
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Kann ein Vulkan 170.000 Atombomben werfen?

Die Zerstörungen durch einen pyroklastischen Strom wirken gründlich und nachhaltig: Das Feuer der Aschewolke entzieht der Luft den lebensnotwendigen Sauerstoff und reichert sie stattdessen mit giftigem Schwefeldioxid und Schwefelwasserstoff an.

Beim Kontakt mit Wassermolekülen wirken die Stoffe wie eine giftige Säure und verätzen den Erdboden. Feinster Staub lagert sich meterhoch dort ab und erstickt jegliches Leben. Schon eine zwei Zentimeter dicke Schicht reicht, um die Ernte einer gesamten Region zu vernichten.

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Die ersten Anzeichen einer Eruption erscheinen meist noch harmlos: Der indonesische Tambora regt sich 1812 zum ersten Mal überhaupt seit mehr als 1000 Jahren: Aschewolken bilden sich über dem Gipfel, von dessen vulkanischer Aktivität die meisten Einheimischen gar nichts ahnen.

Drei Jahre später, am 5. April 1815, kommt es plötzlich zu einer ersten Explosion, bei der die Asche bis in eine Höhe von 33 Kilometern schießt. Und fünf Tage darauf zerreißt es die oberen 1500 Meter des Bergs, der Knall klingt selbst in 2600 Kilometern Entfernung (mehr als viermal die Strecke Hamburg - München) noch wie Pistolenfeuer.

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Der heftigste Vulkanausbruch

Die Wucht des Ausbruchs ist so stark wie 170 000 Hiroshima-Atombomben und reißt einen sieben Kilometer breiten und 700 Meter tiefen Krater. Etwa 140 Milliarden Tonnen Material wirft der Tambora aus, so viel Masse wie die von 1,5 Millionen Flugzeugträgern.

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Die entstehenden pyroklastischen Ströme breiten sich mindestens 20 Kilometer in alle Richtungen aus. Im Umkreis von 600 Kilometern bricht für zwei Tage die Nacht herein. Ein Jahr lang verdunkelt Asche sogar in Europa und Amerika den Himmel, sorgt für Missernten und Hungersnöte.

Am Ende des heftigsten Vulkanausbruchs der vergangenen 20 000 Jahre stehen mindestens 70 000 Tote.

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