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"Havanna-Syndrom": Mysteriöse Diplomatenkrankheit breitet sich weiter aus

2016 tauchte die mysteriöse Erkrankung erstmals auf, seitdem wurden mehr als 130 Fälle des sogenannten "Havanna-Syndroms" registriert. Was es damit auf sich hat und welche Rolle die Mikrowellen-Theorie dabei spielt, erfährst du hier.

US-Botschaft in Havanna
US-Botschaft in Havanna (Symbolbild) Foto: iStock / LembiBuchanan
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"Havanna-Syndrom": Erste Fälle 2016

Wir schreiben das Jahr 2016. Mehrere Mitarbeiter der US-Botschaft im kubanischen Havanna klagen über plötzlichen Druck und Lärm im Kopf. "Ein Geräusch wie ein riesiger Schwarm Zikaden, der einen von Raum zu Raum folgt, aber wenn man die Tür nach draußen öffnet, sofort aufhört", heißt es dazu in einem Bericht des New Yorker.

Das US-Außenministerium engagiert daraufhin eine Reihe von Wissenschaftlern, um herauszufinden, was den Diplomaten passiert sein könnte. Mit dabei: James Giodarno, Chef-Neurologe an der Georgetown University. Er und die weiteren Forscher spekulieren zunächst in jegliche Richtungen. Könnten pharmakologische Wirk- oder Industriestoffe ausgetreten sein? Unwahrscheinlich.

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Die Mikrowellen-Theorie

Wahrscheinlicher für Giodarno & Co.: Die Mitarbeiter der Botschaft waren einer Art Ultraschallgerät ausgesetzt. Diese Theorie untermauern sie in den folgenden viereinhalb Jahren, in denen laut einem Bericht der New York Times mehr als 130 Fälle des sogenannten "Havanna-Syndroms" bei US-amerikanischen Diplomaten, Geheimdienstmitarbeitern, Soldaten sowie deren Familienangehörigen auf der ganzen Welt und einem Bericht von RTL.de zufolge jüngst sogar im Weißen Haus registriert werden, mit Details.

Die Betroffenen leiden unter ganz unterschiedlichen Symptomen: Die einen hören ein Klingeln oder Surren im Kopf, andere bekommen Kopfschmerzen oder Probleme beim Sehen, Sprechen und Hören bis hin zum Tinnitus. Auch von Gleichgewichtsstörungen ist die Rede.

Die Wissenschaftler um James Giodarno ziehen u. a. in Erwägung, dass die Symptome durch elektromagnetische Mikrowellenstrahlung ausgelöst wurden. Zu einer ähnlichen Erkenntnis kommt Ende 2020 auch eine Studie der US-amerikanischen Nationalen Akademie der Wissenschaften.

Gezielte Angriffe aus Russland?

Die Mikrowellen-Theorie geht demnach von "gezielter, gepulster Radiofrequenzenergie" aus. Es wird jedoch kein Wort darüber verloren, ob diese als Waffe gegen die US-Regierungsmitarbeiter eingesetzt wurde. Grundsätzlich möglich wäre es, so Giodarno. Eine ganze Reihe von verschiedenen Geräten und Technologien kämen dafür infrage.

Dem New Yorker zufolge vermuten führende Beamte der ehemaligen Trump-Regierung sowie Mitglieder der aktuellen Biden-Administration, dass Russland für das "Havanna-Syndrom" verantwortlich zeichnet. Beweise gibt es jedoch nicht. Die Betroffenen sind indes unglücklich darüber, dass die Ursache für ihre Erkrankung bislang nicht ausfindig gemacht werden konnte.

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