Mosaik-Nazi

Hakenkreuz im Rathaus-Flur erst nach 67 Jahren entdeckt

Auf den Fluren des Rauthauses in Blieskastel war über Jahrzehnte hinweg ein Mosaik-Hakenkreuz zu sehen, das aber offenbar niemandem aufgefallen ist. Bis jetzt.

Rathaus
Hakenkreuz im Rathaus-Flur (Symbolbild) Foto: iStock / sunnychicka
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Das denkmalgeschützte Gebäude wurde 1952 erbaut, diente 60 Jahre lang als Amtsgericht und wurde 2013 zum Bürgeramt umfunktioniert. Es steht in Blieskastel, Saarland.

Hakenkreuz im Rathaus-Flur

In all dieser Zeit liefen tausende Menschen über ein im Flur gelegtes Hakenkreuz aus kleinen Mosaiksteinen. Und in all dieser Zeit merkte es niemand. Bis Klaus Hennrich kam.

Hennrich wollte Urlaub in Kuba machen und beantragte im Bürgeramt einen Reisepass. Beim Warten fiel ihm ein Muster im Flurwald wirr zusammengewürfelter, kleiner Mosaik-Kacheln: ein Hakenkreuz.

Er meldete seine Entdeckung einer Mitarbeiterin, erinnert er sich gegenüber der Bild. Ein Schock, der erst einmal provisorisch mit einer Fußmatte bedeckt wurde.

Empörung um den Mosaik-Nazi

"Wir sind sehr bestürzt. Das Hakenkreuz wurde in der über 60-jährigen Nutzungsdauer des Gebäudes offensichtlich nie entdeckt", so Jens Welsch, Sprecher der Stadtverwaltung.

Der Vize-Rathauschef der Stadt Blieskastel, Georg Josef Wilhelm, ist empört, spricht von einer "Gefahr für die öffentliche Ordnung". Klar, dass das Nazi-Symbol verschwinden muss: Es wurde bereits mit beige-brauen Farben überlackiert.

Wer für diesen Mosaik-Fail verantwortlich ist, lässt sich nicht mehr feststellen. Da der Boden zur Bauzeit des Gebäudes gefliest wurde, ist es schier unmöglich, den Fliesenleger zu identifizieren, der sich diesen Scherz erlaubt hat.

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