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Die neuen Geheimbünde Deutschlands

Wie mächtig ist der Ku-Klux-Klan in Deutschland wirklich?

Männer in langen weißen Kutten und einer spitzen Maske, die neben einem brennenden Kreuz stehen, sind der Inbegriff von Rassismus. In den USA, denkt man, ist das noch heute möglich. Aber in Deutschland?

Ku Klux Klan
Ku Klux Klan iStock / epicurean

Die Männer, die sich nach Sonnenuntergang in einem großen Kreis um das brennende Kreuz aufstellen, tragen weiße Kutten und verbergen ihre Gesichter hinter spitzen Masken. Es ist ein Geheimtreffen des Ku-Klux-Klans – und es fand nicht vor 100 Jahren irgendwo in den Südstaaten der USA statt, sondern vor wenigen Jahren bei Grabow in Mecklenburg-Vorpommern. Doch eins nach dem anderen...

Ku-Klux-Klans in Deutschland

Es ist ein gut gehütetes Geheimnis, aber es gab schon immer Versuche des Ku-Klux-Klans, in Deutschland Fuß zu fassen. Mitte der 1920er-Jahre hat der Klan-Ableger "Ritter des Feurigen Kreuzes" rund 1000 Mitglieder – bevor er 1933 von einem anderen Rassisten-Bund aufgelöst wird. Die Nationalsozialisten dulden keine Konkurrenten.

Danach scheint sich die Spur des Klans in Deutschland zu verlieren – doch der Schein trügt. Es sind schließlich amerikanische GIs, die den Klan zurückbringen. Bereits Mitte der 1960er-Jahre sind schätzungsweise 2000 Klan-Männer in Deutschland aktiv – und bis heute ist er nie verschwunden.

"Der Klan ist nicht nur ein US-Problem. Er ist auch ein deutsches", erklärt Klan-Experte Tanjev Schultz. "Die Bundesregierung schätzt, dass derzeit vier Klangruppen in Deutschland existieren – und niemand weiß, wie gefährlich sie wirklich sind." 

Dass auch von deutschen Ku-Klux-Klan-Ablegern eine Gefahr ausgeht, zeigt eine Razzia der Polizei. Im Januar 2019 stürmen in acht Bundesländern 200 Polizisten die Wohnungen der "National Socialist Knights of the Ku Klux Klan Deutschland" – und stellen rund 100 Waffen sicher.

Ku-Klux-Klan und der NSU

Was kaum jemand weiß: Der Ku-Klux-Klan ist auch Gegenstand des NSU-Untersuchungsausschusses. Der Grund: Fotos beweisen, dass Beate Zschäpe und Uwe Böhnhardt in den 90er-Jahren Klan-Feiern besucht haben, bei denen auch Kreuze verbrannt wurden. Uwe Mundlos hatte zudem engen Kontakt zu einem führenden Mitglied des Klans in Baden-Württemberg. Hinzu kommt, dass der Vorgesetzte der Polizistin Michèle Kiesewetter (das vermutlich letzte NSU-Opfer) zu einem geheimen Ring von Beamten gehört, die Mitglieder beim Klan waren – und dafür sogar disziplinarisch bestraft wurden. Ob das alles nun Zufall ist oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Ermittelt jedenfalls wurde nie in diese Richtung.

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