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Neue Prognosen: Inflation doch länger als erwartet?

Wir sehen es überall: Die Inflation ist da - ist sie nun doch gekommen, um zu bleiben? Die aktuelle Lage.

Inflationsrate
Wie lange wird die Inflationsrate steigen? Foto: iStock / JLGutierrez

Im September 2021 stiegen die Preise um 4,1 Prozent gegenüber dem Monat im vorherigen Jahr. Wir wissen bereits, dass es sich dabei um die höchste Inflationsrate seit 28 Jahren handelt. Doch wie lange müssen wir uns mit steigenden Verbraucherpreisen herumschlagen?

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Wie lange bleibt die Inflation?

Bisher wurde immer wieder betont, dass es sich bei dieser Entwicklung um eine gewöhnliche Preisstabilisierung handele - und somit um ein temporäres Phänomen.

Der Chef des Deutschen Wirtschaftsinstituts schrieb auf Twitter, dass es sich bei der hohen Inflationsrate um eine "willkommene Normalisierung" der Preise handele, da die Preisentwicklung im Jahr 2020 durch die Corona-Pandemie zu gering gewesen sei. Das war am 2. Oktober 2021.

Doch an der Wall Street werden derzeit andere Töne angeschlagen.

"Überall Inflation"

In einem Interview mit dem US-amerikanischen Wirtschafts- und Finanzsender CNBC sagt Carl Icahn, Großinvestor und Milliardär: "Ich glaube wirklich, es wird eine Krise geben angesichts der Art und Weise, wie wir Geld drucken, wie wir in die Inflation gehen." Er fügt hinzu: "Wenn Sie sich umschauen, sehen Sie überall Inflation. Ich weiß nicht, wie wir langfristig damit fertig werden wollen."

Auch in Europa scheint man die Preisentwicklung mittlerweile etwas weniger entspannt zu sehen. Isabel Schnabel, die Direktorin der Europäischen Zentralbank, sagte kürzlich: "Es wäre voreilig zu behaupten, dass die derzeitige Preisdynamik nächstes Jahr völlig abklingen wird“.

Auswirkungen der Pandemie

Wie lange die Inflation nun wirklich auf die Verbraucherpreise drücken wird, scheint bisher unklar. Doch eine sinkende Inflationsrate ist wohl erst dann zu erwarten, wenn auch die Faktoren, die sie ausgelöst haben, sich verändern.

Gründe für die Inflation sind unter anderem die Auswirkungen der Coronakrise. Diese sind vielfältig und zeichnen sich in Lieferschwierigkeiten und Produktknappheit ab. Wie der Bayerische Rundfunk zusammenfasst, haben Hightech-Branchen Schwierigkeiten, der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Computerchips sind derzeit eine knappe Ware, da immer wieder große Produktionsstätten schließen müssen oder weniger Menschen aufgrund der Corona-Bestimmungen zeitgleich arbeiten können.

Auch das Ende der vergünstigten Mehrwertsteuer und die Einführung des CO2-Preises haben die Inflationsrate beeinflusst.

Professor und Ökonom des ZEW (Leibniz Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) Friedrich Heinemann beantwortet die Frage in der "Welt", ob wir nun dauerhaft mit hohen Inflationsraten kämpfen müssen, mit folgenden Worten:

"Das wissen wir nicht. Klar ist aber, dass der Inflationsschub in dieser Höhe durch eine Reihe von temporären Effekten angetrieben wird. Ich glaube dennoch, dass hohe Wachsamkeit geboten ist, ob daraus nicht ein permanenter Inflationsdruck wird."

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