wird geladen...
Heimliche Katastrophen der Geschichte

Welche Rolle spielt die biologische Kriegsführung bei der Eroberung Amerikas?

Sie kosteten unzählige Menschenleben, sie stürzten Weltreiche, sie beeinflussen unser Leben bis heute - und doch sind viele Katastrophen der Öffentlichkeit gar nicht bekannt. wdw über einige der unbemerkten Störfälle der Weltgeschichte.

Pockenopfer
Die Folgen einer Pocken-Infektion Getty Images

Welche Rolle spielt die biologische Kriegsführung bei der Eroberung Amerikas?

"Die Waffen sind ganz aus Eisen, ihre Körper völlig verhüllt. Und Hirsche tragen die Riesen, wohin sie wollen."

Was die Azteken von ihren Kundschaftern über die Eindringlinge erfahren, stürzt sie in Angst und Verzweiflung.

Jahrhundertelang hält sich die Legende, dass die 150 000 Azteken allein in der Hauptstadt Tenochtitlan den gerade einmal 663 Spaniern militärisch völlig unterlegen waren.

Doch in Wahrheit ist es nicht die Feuerkraft der Geschütze, die den Ausschlag gibt. Es ist ein einziger Mann, der eine Katastrophe auslöst und mehr Gegner tötet als alle Waffen zusammen ...

Der Spanier, dessen Name nicht überliefert ist, hat eine biologische Bombe bei sich: die Pocken, eine hochansteckende und in Amerika völlig neue Viruskrankheit.

Europäische Viren raffen die Ureinwohner hin

Viele der Spanier sind gegen sie immun, für die Einheimischen bedeutet eine Infektion jedoch in etwa einem Drittel der Fälle den Tod. Innerhalb von nur einem Jahr sterben etwa 40 Prozent der Azteken, der Rest ist geschwächt.

Anstatt die Kranken zu isolieren, versuchen sie sich durch gemeinsame Waschungen von Sünden zu befreien - und verbreiten das Virus so noch weiter.

"Innerhalb von weniger als einem Jahrhundert wurden rund 90 Prozent der Ureinwohner Amerikas ausgerottet", erklärt die Ethnologin Ursula Thiemer-Sachse. Eine Katastrophe im Zeitraffer: Nie stirbt eine Hochkultur schneller aus.

Biologische Waffen nutzen die Eroberer auch gegen die Indianer Nordamerikas, indem sie ihnen mit Pocken verseuchte Decken unterschieben - mit ähnlichen Folgen:

Elisabeth Fenn von der Yale University hält fest: "Im Amerika des 18. Jahrhunderts galten die Pocken als biologische Waffe Nummer eins."

Auch interessant:

var premium1Fallback = mobile_premium1Fallback = '
';var premium2Fallback = mobile_premium2Fallback = '
';var premium3Fallback = mobile_premium3Fallback = '
';
var basic1Fallback = mobile_basic1Fallback = '
';var basic2Fallback = mobile_basic2Fallback = '
';var basic3Fallback = mobile_basic3Fallback = '
';