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Film-Update

Wegen Rassismus: "Kevin - Allein in New York" wird neu vertont

"Kevin - Allein in New York" wird neu vertont, nachdem es Proteste hinsichtlich einer rassistischen Lesart in der deutschen Fassung hagelte.

Szene aus Kevin alleine in New York
Szene aus "Kevin - Allein in New York" mit Macaulay Culkin aus dem Jahr 1992 Foto: imago images / Mary Evans

Rassismus-Vorwürf gegen "Kevin - Allein in New York"

Der Weihnachtsklassiker "Kevin - Allein in New York" muss in der deutschen Synchronisation in Teilen neu eingesprochen werden. Der Grund: Schauspielerin Thelma Buabeng machte auf Stellen in der deutschen Fassung des Streifens aus dem Jahr 1992 aufmerksam, die eine rassistische Lesart zulassen. Netflix reagierte umgehend.

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Thelma Buabeng mit wichtigem Hinweis

Via Instagram machte Buabeng ihrem Ärger über die deutsche Synchronisation am 27. Dezember 2020 Luft. Sie kritisierte unter anderem: "Wie kann es sein, dass sich ein deutsches Synchronstudio völlig unnötige rassistische Übersetzungen zu einem Kinder- bzw. Familienfilm ausdenkt? Tatsächlich ausgedacht, denn im englischen Original ist weder die Sprache von dem I-Wort noch vom N-Wort. Das ist an Ignoranz und Respektlosigkeit gegenüber indigenen und schwarzen Menschen gar nicht zu übertreffen."

Zum Vergleich zeigte sie die entsprechenden Passagen.

In der Originalfassung "Home Alone 2: Lost in New York" kommen diese Sätze so oder so ähnlich tatsächlich nicht vor.

Netflix am Telefon

Viele Follower pflichteten Buabeng bei. Nun hat Netflix tatsächlich reagiert und die Schauspielerin angerufen. Eine Mitarbeiterin des Streamingdienstes bedankte sich für den Hinweis und entschuldigte sich im Namen des Unternehmens. Sie versprach zudem, dass die Passage vor der nächsten Ausstrahlung geändert wird.

Gegenüber dem Stern sagt Buabeng zu der Entwicklung: "Damit hab ich nicht gerechnet. So was kann nur verhindert werden, wenn mehr BIPOC ("Black, Indigenous, and people of color", Anm. d. Red.) in den Büros sitzen, die sagen, dass es so nicht geht. Deswegen finde ich es gut, wenn wie im Fall von Netflix uns zugehört wird und wir an den Tisch geholt werden."

Gleichzeitig wehrt sie sich gegen Anfeindungen: "Ich wollte lediglich auf Rassismus in einem Familienfilm hinweisen. Natürlich bin ich grundsätzlich nicht für Zensur. Aber bei Kinderfilmen wie bei Pippi Langstrumpf, oder in ausgedachter Form wie bei Kevin, muss das N-Wort wirklich nicht vorkommen."