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Fehler der Weltgeschichte

Wayne Wheeler und ein Gesetz, das die Verbrechersyndikate schuf

Falsche Entscheidungen, unüberlegte Aktionen, krasse Fehleinschätzungen: Wenn epische Fehler gemacht werden, erschüttert das den Lauf der Geschichte – und verändert die Menschheit für immer …

Gangster im Der Pate-Look
Gangster im "Der Pate"-Look Gangster im "Der Pate"-Look (Symbolbild) iStock / timelessphotoart

Die Geschichte ist wie ein Fluss, der mal schneller und mal langsamer fließt. Historische Fehler sind wie Steine, die in die Fluten geworfen werden und Wellen schlagen. Die meisten Wellen sind schon nach wenigen Metern nicht mehr zu sehen, doch manchmal beeinflussen sie Strömungen so, dass erst an der nächsten Flussbiegung das volle Ausmaß der Fehlentscheidung sichtbar wird.

Ein solcher Stein wird 1919 von einem gewissen Wayne Wheeler in den Fluss geworfen. Nun, eigentlich ist es in diesem Fall kein Stein, sondern hektoliterweise Bier, Schnaps und Wein, die in den Strom gekippt werden – und den Fluss der Geschichte für immer verändern.

Wer war Wayne Wheeler?

Doch von vorn: Wayne Wheeler ist Anwalt und Mitglied der Anti-Saloon-Liga, einer erzkonservativen Lobby-Gesellschaft, die jeglichen Alkohol in den USA verbieten lassen will. Wheeler ist nicht nur der stärkste Vertreter dieser Prohibition, sondern auch ein geschickter Unterhändler mit Kontakten in die Politik.

Er ist maßgeblich für die Verabschiedung des Volstead-Gesetzes verantwortlich, das die Einfuhr und die Herstellung von und den Handel mit Alkohol auf US-Gebiet verbietet. Wheelers Vision klingt einfach: Ohne Alkohol solle die Nation stärker werden. Jeder Amerikaner trinkt zu diesem Zeitpunkt durchschnittlich 1,7 Liter harten Alkohol in der Woche – mehr als dreimal so viel wie heute.

Prohibition und ihre Folgen

Und tatsächlich sinkt in den ersten Jahren der Prohibition die Zahl der Alkoholkranken und -toten. Doch dann zeigt sich der fatale Fehler, dem Wheeler und die Anti-Saloon-Liga aufsitzen. Denn während die US-Bevölkerung sich von der Alkoholsucht befreit, entsteht in den dunklen Gassen Chicagos und New York Citys eine neue Krankheit.

Kriminelle Banden knüpfen ein raffiniertes Netz von Schwarzbrennereien, Transportwegen und Verkaufsstellen der illegalen Getränke. Das Geschäft boomt, und schillernde Persönlichkeiten wie Gangsterboss Al Capone betreten die Bühne.

Kriminalität ist uralt, doch Capone & Co. sind die Manager einer neuen Verbrechensform, eines neuen Mega-Unternehmens. Es ist der Start der organisierten Kriminalität. Und diese arbeitet nicht nur mit Transportbüchern und Bestechungslisten, sondern auch mit roher Gewalt. Dutzende Unschuldige sterben im Kugelhagel, wenn der kriminelle Mob aufeinanderprallt. Bandenkriege machen die Straßen so unsicher, dass eine neue Protestbewegung die Abschaffung der Prohibition fordert.

1933 wird das Alkoholverbot wieder abgeschafft. Das organisierte Verbrechen hat zwar sein wichtigstes Handelsgut verloren, nicht aber die Infrastruktur. Statt Alkohol werden nun Drogen geschmuggelt. Zuerst Opium, später Kokain und Heroin. Heute kostet der Kampf gegen die Drogen in den USA jährlich 40 Milliarden Dollar und unzählige Tote.

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