Kommt mir bekannt vor ... Was passiert bei einem Déjà-vu?

Tomasz | Männersache 12.03.2018

Die meisten Menschen haben mindestens einmal im Leben ein Déjà-vu – das Gefühl, eine Situation bereits erlebt oder an einem bestimmten Ort gewesen zu sein. Doch was passiert eigentlich bei einem Déjà-vu und wie lässt sich das Phänomen erklären?

Was passiert bei einem Déjà-vu?
© iStock / DrAfter123

Déjà-vu kommt aus dem Französischen und bedeutet so viel wie "schon gesehen". Es bezeichnet ein Phänomen, das einem Individuum das Gefühl gibt, eine neue Situation schon einmal erlebt oder gesehen zu haben. Anders als das bei einem Traum der Fall ist, äußert sich ein Déjà-vu durch die vermeintliche Gewissheit, das Erlebte zum wiederholten Male zu durchleben.

 

Déjà-vu: Was passiert da und was ist das eigentlich?

Dass es sich bei Déjà-vus um Erinnerungstäuschungen handelt, darüber sind sich Wissenschaftler einig. Wie diese Täuschungen aber genau zustande kommen, ist immer noch nicht eindeutig geklärt. Und da dieses Phänomen einzig mit dem Gehirn zusammenhängt, dem komplexesten und bis heute nicht entschlüsselten menschlichen Organ, kann es auch noch dauern. Dennoch gibt es diverse Theorien und Vermutungen, wie Déjà-vus zustande kommen.

Die übernatürlichen und mystisch angehauchten Erklärungen, Déjà-vus seien Erfahrungen aus einem früheren Leben oder sogar Warnungen/Hinweise von Geistern oder Engeln, beseitegeschoben. Eine der bekannteste und verbreitetste Erklärungsansatz ist die sogenannte Optical Delay Theory

 

Optical Delay: Verantwortlich für Déjà-vus?

Dieser Ansatz geht davon aus, dass unser Gehirn Informationen unterschiedlich schnell verarbeitet. Informationen werden von einem Auge – in der Regel dem rechten – schneller an das Gehirn weitergeleitet und früher verarbeitet. Dabei handelt es sich natürlich um Bruchteile von Millisekunden, die aber ausreichen, um dem Gehirn den Eindruck zu vermitteln, das Gesehene schon einmal erlebt zu haben.

Eine durchaus plausible Erklärung, die aber nicht klärt, warum auch blinde Menschen über Déjà-vu-Erlebnisse berichten.

 

Déjà-vu: Weitere Erklärungsansätze für die Gedächtnistäuschung

Eine weitere Hypothese setzt bei Freuds Psychoanalyse an. Der zufolge treten Déjà-vus in Situationen auf, die an ein verdrängtes, vielleicht sogar unbewusst wahrgenommenes, aber tatsächlich stattgefundenes Ereignis erinnern. Das würde bedeuten, dass Déjà-vus tatsächlich Erinnerungen an vergangene Erlebnisse und keine Täuschungen sind.

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Eine andere beliebte These beschreibt, dass sich unser Gehirn an einen bestimmten Aspekt einer Situation erinnert (oder zu erinnern glaubt), sei es nun ein spezifischer Geruch oder ein Geräusch in Kombination mit beispielsweise einer bestimmten Farbe. Unser Gehirn nimmt diese einzelnen Elemente auf und überträgt sie auf die gesamte Situation – was bei uns den Eindruck eines Déjà-vu erweckt.

Wissenschaftler konnten herausfinden, dass Déjà-vu-Erlebnisse mit neurochemischen Vorgängen im Gehirn zusammenhängen. Sie fanden ebenfalls heraus, dass durch Elektrostimulation bestimmter Regionen des Gehirns, die Wahrscheinlichkeit, ein Déjà-vu zu empfinden, um das Vierfache erhöht wird. Forscher der Duke University haben beobachtete, dass bei Erinnerungen und Déjà-vus unterschiedliche Gehirnregionen aktiv sind: Bei Déjà-vu-Erlebnissen ist nur der Scheitellappen aktiv, während bei Erinnerungen zusätzlich noch der Schläfenlappen verwendet wird.

Über Déjà-vus können wir mit Gewissheit sagen, dass wir nicht viel wissen. Auffallend ist, dass Déjà-vus besonders oft bei Menschen zu beobachten sind, wenn sie erschöpft und wenig aufnahmefähig sind.

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