Männerhelden Was macht Mike Tyson heute?

Michael | Männersache 04.07.2018

Mike Tyson war seinerzeit der erste Boxer, der von drei Verbänden gleichzeitig als Weltmeister anerkannt wurde. Doch was macht Mike Tyson heute?

Mike Tyson in seiner Prime Time
Foto:  Getty Images / Gerard Burkhart

Michael Gerard Tyson kommt am 30. Juni 1966 in Brooklyn, New York, zur Welt. Er wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und kommt früh mit dem Gesetz in Konflikt. Von seinen Altersgenossen wurde er als scheu, schüchtern und schwächlich beschrieben.

Sein Hobby war die Taubenzucht. Man kann also sagen, dass eigentlich nichts auf seine Karriere als Boxprofi hinwies. Nach knapp 40 Zusammenstößen mit der Polizei kam er auf eine Schule für schwer erziehbare Kinder.

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Sein dortiger Sportlehrer Bobby Stewart erkannte sein Talent und stellte den Sprössling dem Trainer Cus D’Amato vor. Der förderte den jungen Tyson und wurde, nachdem dessen Mutter an Krebs gestorben war, auch sein gesetzlicher Vormund.

Von ihm und den Trainern Teddy Atlas und Kevin Rooney trainiert, legte Tyson eine fabelhafte Bilanz im Amateurbereich hin und wechselte 1985 ins Profi-Lager.

 

Was macht Mike Tyson heute?

Zunächst, um ihn behutsam aufzubauen, trat er ausschließlich gegen Fallobst an und hatte so am Ende des Jahres seine ersten 15 Kämpfe allesamt gewonnen.

Aufgrund seiner mittlerweile massiven Physis und seiner beeindruckenden Performance gegen immer stärkere Gegner und wurde am 22. November 1986 nach seinem K.O.-Sieg gegen Trevor Berbick Schwergewichtsweltmeister.

 

Video: Mike Tysons zehn beste Knockouts

Zu diesem Zeitpunkt wurde Tyson bereits in einem Namen mit Joe Louis und Muhammad Ali genannt. 1988 schickte er Box-Opa Larry Holmes mehrfach auf die Bretter und fügte ihm so seine einzige Niederlage zu.

Als nächsten fertigte er Leon Spinks ab und benötigte dazu gerade einmal 91 Sekunden. Tyson war endgültig auf dem Zenit. Er heuerte Don King als seinen Manager an, der ihn zielgerichtet als Bad Boy der Szene etablierte.

Iron Mike als Bad Boy – im Ring und privat

Tyson schien diesem Nimbus nun aber auch in seiner Freizeit Folge zu leisten. Anzeigen wegen Belästigung und Körperverletzung trudelten ein und gipfelte in einer Schlägerei auf offener Straße gegen seinen früheren Gegner Mitch Green, bei dem sich Tyson die Hand brach.

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Ein Verteidigungskampf musste aufgrund dessen verschobene werden, Iron Mike ließ sich gehen, legte 20 Kilogramm zu, hatte einen Autounfall und zoffte sich immer mehr mit seiner Noch-Ehefrau Robin Givens, was schließlich in der Scheidung mündete.  Die Abwärtsspirale hatte begonnen, sich zu drehen.

James Douglas war dann der Gegner, der zeigte, dass es mit Tysons Unbesiegbarkeit geschehen war. Sensationell besiegte er die Kampfmaschine am 10. Februar 1990 in der zehnten Runde.

Erste Niederlage und private Probleme – Es geht abwärts

Und obwohl sich Tyson zu fangen schien und in der Folge genug Gegner besiegte, um einen Titelkampf gegenden Männerhelden Evander Holyfield zu ergattern, ließen Verletzungen und private Probleme ihn nicht aus der Umklammerung. Höhepunkt war eine Anklage und Verurteilung wegen Vergewaltigung. Er bekam sechs Jahre, von denen drei zur Bewährung ausgesetzt wurden.

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Tyson konvertierte in den drei Jahren Haft zum Islam und nahm 20 Kilogramm ab. Nach seiner Haftentlassung stand wieder Don King als Strippenzieher bereit. Au seinen nächsten Gegnern machte Tyson Kleinholz und eroberte sich zwei der drei Weltmeister-Titel zurück.

Endlich war er bereit für Evander Holyfield. Doch der zeigte sich fitter auf der langen Distanz, hielt Tyson und damit dessen gefürchtete Schlagkombinationen auf Abstand, konnte ihm dafür selber zusetzen und hatte Iron Mike in der elften Runde sprichwörtlich stehend K.O. Der Ringrichter beendete den Kampf. Nach Punkten lag Tyson ohnehin aussichtslos zurück.

Darf’s ein wenig Ohr sein? Der Holyfield-Kampf

Der Rückkampf wurde dann endgültig zur Legende. Tyson, erneut nicht ebenbürtig, provozierte in der dritten Runde seine Disqualifikation, indem er Holyfield ein Teil seines rechten Ohres abbiss. Diese Attacke ruinierte seinen Ruf endgültig und brachte ihm eine Sperre auf unbestimmte Zeit ein.

In diese Zeit fielen diverse Verkehrsunfälle, die teilweise von erneuten Gewaltausbrüchen Tysons begleitet wurden und die ihn fast erneut ins Gefängnis brachten. Nachdem er seine Boxlizenz unter Auflagen zurückerhielt, stieg er mit Francis Botha in den Ring, der ebenfalls keine Klasse als Gegner hatte. Trotzdem konnte Tyson nicht überzeugen und legte sich sogar mit dem Ringrichter an.

Boxkampf
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Kurz nach diesem Kampf musste Tyson erneut ins Gefängnis. Seine Popularität hatte zu diesem Zeitpunkt bereits stark gelitten. Aber er boxte sich nochmal in einen Titelkampf gegen den Holyfield-Bezwinger Lennox Lewis.

Letzte Chance gegen Lennox Lewis

Lewis zermürbte Tyson, welcher, heftig blutend, in der achten Runde aufgeben musste. Sein Image war vollends am Boden, dazu kamen aber auch noch finanzielle Sorgen. Trotz seiner stets millionenschweren Börsen musste Tyson im August 2003 seinen Bankrott erklären.

Tyson boxte noch ein paar Kämpfe, schaffte aber kein Comeback mehr und beendete 2005 endgültig seine Karriere.

2007 wurde er wegen Trunkenheit am Steuer und Kokainbesitzes zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt. 2009 stirbt seine vierjährige Tochter. Im gleichen Jahr schlägt er einen Reporter nieder.

Trotz all seiner Eskapaden wurde „Iron“ Mike Tyson im Jahr 2011 in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen.

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Karriere als Teilzeit-Schauspieler

Nach dem Ende seiner Karriere war Tyson immer mal wieder in Spielfilmen zu sehen, so 2006 in "Rocky Balboa" oder 2013 in "Scary Movie 5". Sein prägnantester Auftritt aber sicherlich der in der 2009er Filmkomödie "Hangover" mit Bradley Cooper.

Seit 2009 widmet sich der ehemalige Schwergewichts-Champion wieder seinem alten Hobby, der Brieftaubenzucht. Der Sender DMAX zeigte dazu 2011 eine Reportage mit dem Titel "Mike Tyson – Entscheidung am Himmel".

2009 nutzte Tyson einen Auftritt bei Opra Winfrey, um sich offiziell und in aller Öffentlichkeit bei Evander Holyfield für seine Beißattacke zu entschuldigen.

2013 redete Tyson offen über seine Alkoholprobleme: "Ich stehe an der Schwelle des Todes, denn ich bin ein krankhafter Alkoholiker".

Im gleichen Jahr kehrte er an die Ringseile zurück – als Promoter. Mit seinem Unternehmen "Iron Mike Productions" veranstaltete er Box-Events.

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2015 wurde ihm eine weitere Ehre zuteil und er traf im "Venetian" in Las Vegas auf… sich selbst. Madame Tussauds hatte eine lebensechte Wachspuppe von ihm erstellt, komplett mit dem Tiger aus "Hangover".

Mike Tyson heute
Mike Tyson heute Foto: Getty Images/Clive Brunskill

Cannabis-Anbau und Europa-Tour 2018

Aktuell betreibt er mit einigen Geschäftspartnern in Kalifornien, etwa 180 Kilometer nördlich von Los Angeles, die Tyson Ranch. Hier baut er auf ca. 16 Hektar Land Cannabis an, nachdem dieses Anfang des Jahres im Golden State legalisiert wurde.

Offensichtlich ein lohnendes Geschäft für den ehemaligen Champion, der seine vermuteten 300 Millionen Dollar zum allergrößten Teil bereits wieder durchgebracht hat.

Experten vermuten, dass mit Cannabis-Produkten bis 2020 in Kalifornien jährlich bis zu sieben Milliarden Dollar verdient werden können.

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Kürzlich tingelte Mike Tyson durch den deutschsprachigen Raum. Auf der "Mike Tyson Tour 2018" erzählte er aus seinem bewegten Leben. Anschauen konnte man sich den ehemaligen Schwergewichts-Champion in Wien, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf, Bremen, Hamburg, Berlin und Dresden.

Leute, die eine solche Show besucht haben, melden einen kompletten Image-Wandel. Tyson sei friedlich und freundlich. In den Ring steigt er nur noch für seinen 15-jährigen Sohn Miguel – als Sparringspartner.

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