Verbotene Fragen der Geschichte War die Queen die größte Drogendealerin aller Zeiten?

Welt der Wunder 05.06.2018

Wie gefährlich kann es werden, eine verbotene Frage zu stellen? Im Jahr 1839 führt eine solche zum Untergang eines 3.000 Jahre alten Weltreich. Also stellen wir die Frage: War die Queen von England die größte Drogendealerin aller Zeiten?

Queen Victoria überschwämmte China mit Opium
Foto:  Bassano; Getty Images / Jawed Tanveer

Die Frage steht in einem Brief, der sich an Queen Victoria richtet, verfasst vom chinesischen Sonderkommissar für Drogenbekämpfung, Lin Zexu: "Ich habe gehört, dass das Rauchen von Opium in Ihrem Lande streng verboten ist. Warum lassen Sie zu, dass es anderen Staaten Schaden zufügt?"

Lin Zexu macht sich mit dieser Frage die mächtigste Frau der Erde zum Feind. Er meint sein eigenes Land: Denn seit Jahren überschwemmt Großbritannien China mit der Droge und macht Millionen Menschen zu Junkies. Die East India Company, die größte britische Handelsgesellschaft, betreibt den Opiumhandel in großem Stil – geschützt von der britischen Königin.

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War die Queen die größte Drogendealerin aller Zeiten?

Die Briten haben im 19. Jahrhundert ein riesiges Handelsdefizit mit China. Dessen Waren – Porzellan, Seide und vor allem Tee – sind in der Heimat heiß begehrt. Die Chinesen haben im Gegenzug aber kaum Interesse an europäischen Gütern.

Zudem akzeptieren sie nur Silber als Bezahlung – was nach einer Verknappung des Edelmetall den Handel für Großbritannien noch teurer macht. Nur der hochprofitable Schmuggel von billigem Opium aus Indien nach China verhindert den Ruin der britischen Staatsfinanzen.

Als die East India Company ihren Opium-Schmuggel verfünffacht, steigt die Zahl der drogensüchtigen Chinesen innerhalb kurzer Zeit auf rund zwölf Millionen – und Lin Zexu stellt seine verbotene Frage. Als er keine Antwort bekommt, verleiht er der Frage mehr Nachdruck – und lässt 1.400 Tonnen Opium verbrennen.

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Die Queen benahm sich wie ein Drogenboss

Den Handel erklärt er nun für illegal. Großbritannien antwortet nun doch – mit 16 hochmodernen Kriegsschiffen, die entlang der chinesischen Küste mühelos die veralteten Dschunken der Chinesen versenken.

Es ist der Beginn des ersten von zwei Kriegen, der sogenannten Opiumkriege. Am Ende erzwingen Großbritanniens Militärexpeditionen Chinas Öffnung. Der Kaiser muss den Handel mit Opium wieder zulassen – und Hongkong an die Queen abtreten.

Die Macht der herrschenden Qing-Dynastie wird so erschüttert, dass es zu Unruhen und Aufständen kommt. Doch im kollektiven Gedächtnis der Chinesen bleibt, dass Europa das 3.000 Jahre alte Reich erniedrigt hat. Bis heute beeinflusst diese Schmach die Politik Pekings gegenüber dem Westen.

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