Neues Gras-Gesetz 1,30 Euro pro Gramm: In diesem Land gibt es bald Cannabis für jeden

Redaktion Männersache 05.12.2017

Uruguay will Produktion und Abgabe von Marihuana steuern. Mit dieser Maßnahme will der südamerikanische Staat die Vorherrschaft der Drogen-Clans brechen.

1.30 Euro pro Gramm: Uruguay will die Produktion und den Vertrieb von Marihuana steuern
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Der Initiator Gras-Gesetzes, Julio Calzada, will sich dabei von der in den Niederlanden vorherrschenden Regulierung abgrenzen. Diese habe ihm zufolge zwei Nachteile:

"Es regelt nur die Abgabe. Die Droge wird legal verkauft, kommt aber aus einem illegalen Markt. Und es regelt nicht, wer Zugang bekommt."

Nach der Analyse weltweiter Marihuana-Modelle habe er unter dem inken Präsidenten José Mujica - von 2010 bis 2015 im Amt - das 2013 beschlossene Gras-Gesetz erarbeitet.

"Bei uns ist der Staat für die Einfuhr der Samen, die Produktion und den Verkauf zuständig. Und Käufer müssen sich registrieren lassen", erklärt Calzada den Unterschied zu den Niederlanden.

Ab Juli 2017 wird es in rund 30 Apotheken neben gängigen Medikamenten wie Aspirin und Antibiotika auch Marihuana zu kaufen geben. Der Preis soll bei 1.30 Dollar das Gramm liegen.

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Jeder Bürger darf in den Pharmazien maximal zehn Gramm in der Woche kaufen. Seit Anfang Mai haben sich Knapp 3.000 Menschen für eine entsprechende Ausgabe registrieren lassen.

Die Qualität des medizinischen Marihuanas soll durch den kontrollierten Anbau besser als die der illegalen Drogenkartelle sein. 22 Unternehmen haben sich um den Hanfanbau beworben. Zwei von ihnen wurden vom Staat ausgewählt:

Die "International Cannabis Corporation (ICC)" und das Unternehmen "Simbiosys". Sie dürfen mit je rund 15.000 Pflanzen jeweils zwei Tonnen Gras pro Jahr produzieren.

Die Anbaufläche westlich von Uruguays Haupstadt Montevideo ist im Besitz des Staates und wird von staatlichen Sicherheitskräften bewacht. Die Produktionskosten liegen laut offizieller Angaben bei rund 0.60 Dollar pro Gramm.

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Privater Anbau für Eigenkonsum

Der Staat zahlt den beiden Hanf-Produzenten 0.90 Dollar.

Neben den beiden Unternehmen haben sich im Rahmen des Marihuana-Gesetzespakets Stand jetzt rund 6.650 Menschen als private Hanfanbauer - nur für den Eigenkonsum - eingeschrieben.  

Wer mehr als die erlaubten sechs Pflanzen besitzt, muss bei staatlichen Kontrollen mit Beschlagnahmungen rechnen.

Als dritte Möglichkeit können sich Hanffreunde in einen Cannabis-Klub mit jeweils 15 bis 45 Mitgliedern zusammenfinden.

Solche Interessenverbände dürfen bis zu 99 Pflanzen anbauen: Jedes Mitglied darf 480 Gramm Marihuana pro Jahr konsumieren. 

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Kein Verkauf an Touristen

Bezüglich des Konsums gibt es einige Regeln zu beachten. An Arbeitsplätzen und auf öffentlichen Plätzen darf nicht gekifft werden.

Auch das Autofahren unter Gras-Einfluss ist verboten. Außerdem kann man sich nicht zugleich für den Kauf in Apotheken, den Anbau zu Hause oder einen Klub registrieren lassen.

Ein Verkauf an Touristen und Handel mit billigem Apotheken-Marihuana, das in Montevideo an ausländische Kiffer veräußert wird, soll es nicht geben.

Pablo Galain -  Forscher  für internationales Strafrecht am Max-Planck-Institut - sieht darin jedoch die Förderung einer juristischen Grauzone:

"Es wäre logisch, den Drogenmarkt im Rahmen einer Tourismus-Politik zu öffnen. Weshalb soll ein Tourist bei einem einwöchigen Aufenthalt nicht unter Registrierung zehn Gramm kaufen können?"

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