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Corona: Erste deutsche Stadt geht den "schwedischen Weg"

Im Kampf gegen die Corona-Pandemie geht Tübingen nun ganz neue Wege und orientiert sich an den Schutzmaßnahmen in Schweden.

Tübingen
Tübingen geht im Kampf gegen Corona den "schwedischen Weg" Foto: iStock/:4FR

Tübingen mit Corona-Schutzmaßnahmen wie in Schweden

Aktuell stecken sich in Deutschland vermehrt Senioren mit dem Coronavirus an. Aus diesem Grund orientiert sich die baden-württembergische Stadt Tübingen an dem "schwedischen Weg" und versucht nun vor allem die älteren Menschen zu schützen.

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Kostenlos FFP2-Masken

Zwischen dem 19. und dem 25. Oktober meldete das Robert-Koch-Institut über 6.900 Neuinfektionen bei Menschen über 70 Jahren. Das RKI warnt eindringlich, da ältere Erkrankte "häufiger einen schweren Verlauf durch Covid-19 aufweisen, steigt ebenso die Anzahl an schweren Fällen und Todesfällen."

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer von "Die Grünen" empfiehlt deshalb den Senioren der Stadt die Stadtbusse "im November nicht mehr zu benutzen“, sondern lieber ein Taxi zu rufen. Zudem sollen "alle, die fit genug sind, nicht den Bus, sondern das Fahrrad nutzen, auch wenn es jetzt kälter wird."

In diesem Zusammenhang stellt Tübingen "seinen" Senioren kostenlos medizinische FFP2-Masken zur Verfügung.

Das sagt Oberbürgermeister Boris Palmer

Gegenüber Bild begründet Boris Palmer die Maßnahmen folgendermaßen: "Der Tübinger Appell setzt wie Schweden auf Eigenverantwortung und besonderen Schutz der Alten." Palmer will vor allem die Pflegeeinrichtungen schützen, dort wird das Personal bereits seit September 2020 regelmäßig getestet, zudem sollen Besucher per Schnelltest gecheckt werden

Hintergrund: Schweden setzt seit Beginn der Corona-Pandemie auf Schutz-Empfehlung anstatt auf Verbote. Ob dieser Weg allerdings als Erfolg bezeichnet werden kann, darüber streiten sich derzeit die Experten noch.

Vor allem zu Beginn der Pandemie starben in Schweden pro Einwohner deutlich mehr Menschen über 70 Jahren an den Folgen von Corona als in Deutschland. Aktuell hat Schweden die Lage nach eigenen Angaben in diesem Punkt jedoch im Griff und der Anteil der Über-80-Jährigen unter den Infizierten ist deutlich niedriger als hierzulande.