Zum Mischen Tonic Water: Diese Fakten musst du kennen

11.10.2017
Tonic Water
© iStock/ENRIQUE PALACIO SANSEGU

Jeder kennt es, viele lieben es – doch was ist Tonic Water eigentlich? Interessante Fakten und ein DIY-Rezept gibt’s hier.

Herrlich bitter, erfrischend lecker und sowohl pur als auch mit Gin ein echter Genuss: Den prägnanten Geschmack von Tonic Water vergisst du nicht mehr – man liebt es, oder man meidet es.

Das farblose, kohlensäurehaltige Getränk gehört zu den Bitterlimonaden. Es bekommt seinen Geschmack durch den Inhaltsstoff Chinin, der auch als Bitter- und Arzneistoff eingesetzt wird. Bei diesem Stoff handelt es sich um eine natürlich vorkommende Verbindung der Chinolin-Alkaloide. Genauer gesagt ist das ein weißes, kristallines Pulver, das sich nur schwer in Wasser auflösen lässt. Gewonnen wird Chinin aus der Rinde des Cinchonabaumes (auch China-Baum genannt). Das klingt alles ein wenig nach Chemiebaukasten – letztendlich sorgt der Stoff für das besondere Aroma von Tonic Water. Ohne Chinin hätte das Getränk keinen bitteren Geschmack.

Übrigens ist dieser Stoff im Tonic Water auch der Grund dafür, warum das Erfrischungsgetränk bis zum 20. Jahrhundert oft als Medizin insbesondere gegen Malaria eingesetzt wurde. Dazu musst du wissen: Früher war der Chinin-Gehalt im Tonic Water deutlich höher als heute. Heute liegt die Grenze bei 85 mg pro Liter. Chinin in Reinform wird weiterhin in Medikamenten zur Behandlung von Malaria und Krämpfen verwendet.

Du siehst: Tonic Water ist viel mehr als eine Zutat im Longdrink.

 

Tonic Water: Wer hat's erfunden?

Entdeckt haben sollen das Chinin übrigens zwei französische Apotheker. Das war im Jahr 1820. Der Londoner Erasmus Bond ließ sich sein Tonic Water 1958 patentieren. Doch das große Geschäft hat ein anderer machen können: der deutsche Jacob Schweppe. Dieser Name ist heute so fest mit Tonic Water verbunden wie „Tempo“ mit Taschentüchern. Der Unternehmer ist der Gründer von „Schweppes“ – diese Firma hatte, zumindest in Deutschland, lange Zeit als einziges Unternehmen Tonic Water im Angebot.

Doch zurück zur Limonade: Jacob Schweppe ließ sich wiederum seinen Herstellungsprozess für Tonic Water patentieren. Und damit hatte der einstige Hoflieferant des britischen Königshauses einen guten Riecher. Denn sein mit Chinin und Limette aromatisiertes Mineralwasser kam richtig gut an.

Die Unternehmensgeschichte von Schweppes begann übrigens schon vor der Erfindung des Tonic Waters. Die wohl bekannteste Getränke-Marke Deutschlands wurde bereits 1783 gegründet. Zu diesem Zeitpunkt perfektionierte Jacob Schweppe ein Verfahren zur industriellen Herstellung von mit Kohlensäure versetztem Mineralwasser. Der Grundstein für die Gründung seines Unternehmens war gelegt.

 

Tonic Water: In diesen Fällen lieber drauf verzichten!

Ähnlich wie Alkohol ist Tonic Water allerdings nicht immer die beste Wahl. Schwangere Frauen sollten unbedingt darauf verzichten, denn das ungeborene Kind kann theoretisch von Chinin abhängig werden. Bedeutet im Klartext: Nach der Geburt bekommt das Baby heftige Entzugserscheinungen. Außerdem kann das Chinin im Tonic Water bei schwangeren Frauen Wehen auslösen.

Auch Menschen, die an einem Tinnitus leiden, sollten möglichst auf übermäßigen Tonic-Water-Genuss verzichten. Bei einer Überempfindlichkeit kann Chinin Seh- und Hörstörungen auslösen. Und das ist gerade für Menschen mit Tinnitus sehr gefährlich.

 

Fun-Fact zum Tonic Water

Dass Chemiker sich mit Tonic Water bestens auskennen müssten, haben wir ja bereits erwähnt. Und vielleicht ist dir bei deinem Gin Tonic an der Bar schon mal aufgefallen, dass das Getränk im UV-Licht blau leuchtet. Das liegt ebenfalls am Chinin im Tonic Water. Die Struktur der Moleküle bricht das ultraviolette Licht und durch das Absorbieren der Lichtphotonen erreichen die Elektronen ein hohes Energieniveau.

Da sich das aber nicht ewig hält, fallen die Elektronen nach kurzer Zeit in ihren Ursprungszustand zurück. Heißt: Die aufgenommene Energie wird als Lichtenergie freigesetzt – allerdings nicht mehr im unsichtbaren UV-Bereich, sondern im sichtbaren blauen Spektrum.

 

Tonic Water: Nicht nur mit Gin total lecker

Gin Tonic kennt jeder. Doch Tonic Water eignet sich nicht nur für den Klassiker unter den Longdrinks. Auch andere alkoholische Getränke kommen in Kombination mit der Bitterlimonade super zur Geltung, zum Beispiel Wein.

Was erst gewöhnungsbedürftig klingt, schmeckt erstaunlich gut und erfrischend. Die Kombination aus Tonic Water und Portwein hat sogar einen Namen: Porto Tonic oder, noch einfacher, Porttonic. Dafür brauchst du einen richtig trockenen White Port, die doppelte Menge Tonic Water und ganz viel Eis.

Wer es nicht ganz so ausgefallen mag, kann Tonic Water natürlich auch anstatt mit Gin mit Wodka zubereiten.

 

Rezept: Tonic Water selber machen

Du hast keine Lust auf gekauftes Tonic Water? Dann versuch dich doch mal selbst an der Bitterlimonade. So geht’s:

Zutaten:

  • 1 Liter Wasser
  • 500 g Traubenzucker
  • 3 - 6 Limetten (unbehandelt, Menge je nach Geschmack)
  • 50 g – 100 g Zitronengras (intensiver Geschmack: daher anfangs etwas weniger nehmen)
  • 2 EL Chinarinde (aus dem Reformhaus oder Apotheke)

Zubereitung:

  1. Wasser aufkochen
  2. Limettenschale reiben und Limettensaft auspressen
  3. Traubenzucker ins kochende Wasser geben und rühren, bis er sich auflöst
  4. Zitronengras hinzufügen und alles fünf Minuten kochen lassen
  5. Chinarinde, Limettenschale und Limettensaft hinzufügen und 15 Minuten kochen lassen
  6. Die Flüssigkeit durch ein Sieb in einen anderen Topf abgießen
  7. Das Ganze noch einmal durch einen Kaffeefilter abgießen
  8. Den gewonnen Tonic-Water-Sirup in eine Flasche füllen und im Kühlschrank aufbewahren. So ist er ca. zwei Monate lang haltbar und kann je nach Geschmack mit Mineralwasser getrunken werden.
 

Welches Tonic Water zu welchem Gin?

Du hast es ja schon gemerkt: Tonic Water ist nicht gleich Tonic Water. Und gerade, wenn du Lust auf einen erfrischenden Gin Tonic hast, gibt es einiges zu beachten! Deshalb unser Tipp: Video anschauen und lernen. Denn hier erfährst du, wie bei der nächsten Party nichts mehr schief gehen kann.

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