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News-Update

Pillen, Alkohol, Cannabis: Suchtnation Deutschland

Jedes Jahr kommt für Deutschland ein sogenannter "Suchtsurvey" heraus, der auflistet, was sich die Deutschen so alles an Drogen genehmigen. Eine erstaunliche Einsicht.

Drogen-Cocktail
"Schöner" Drogen-Cocktail: Was nehmen die Deutschen und wieviel? iStock / alacatr

Pillen, Alkohol, Cannabis: Hauptsache, es dröhnt

Die Deutschen sind harte Malocher, geniale Ingenieure, Dichter und Denker, pünktlich, zuverlässig und sowieso und überhaupt.

Diese Performance scheint aber ihren Tribut zu fordern und nicht gerade auf natürlichem Wege zustande zu kommen. Im Radsport wurde man wahrscheinlich sagen: Gedopt bis in die letzte Haarspitze.

Klassische Suchtmittel auf dem Rückzug

Beginnen wir mit einer positiven Nachricht: Der Alkohol- und Tabakkonsum der Deutschen geht stetig zurück. Seit 1995 ist der Tabakkonsum in seiner Gesamtheit um etwa zehn Prozent gesunken.

Die getrunkene Alkoholmenge stieg zwar zur Jahrhundertwende an, ging dann aber auch stetig zurück.

Als Vorbild dient der Suchtdeutsche dennoch nicht. Im internationalen Vergleich mit Ländern wie beispielsweise Schweden, Großbritannien, Belgien oder den Niederlanden paffen die Deutschen immer noch am meisten.

Hierzulande gibt es trotz sinkendem Absatz immer noch 14,4 Millionen Raucher.

Mit durchschnittlich elf Litern reinem Alkohol gehört Deutschland auch im Bereich Alkohol weiterhin zu den Hochkonsumländern.

Im Straßenverkehr verunglückte Dritte, also beispielsweise Fußgänger, wurden im vergangenen Jahr zu 45 Prozent von leicht oder stark alkoholisierten Verkehrsteilnehmern getötet.

Auch die Zahl der Neugeborenen mit geistigen oder körperlichen Schäden durch Alkoholkonsum der Mütter liegt mit offiziell 12.650 Fällen pro Jahr auf hohem Niveau.

Übrigens: Die ausgelebten Alkohol-Eskapaden produzieren jedes Jahr einen volkswirtschaftlichen Schaden von etwa 27 Milliarden Euro. Dem gegenüber belaufen sich die Einnahmen durch die Steuer auf alkoholische Getränke gerade einmal auf zwölf Prozent.

Cannabis-Produkte auf dem Vormarsch

Sieben Prozent der Deutschen gaben bei einer stichprobenartigen Befragung, die dann hochgerechnet wurde, an, mindestens einmal Cannabis konsumiert zu haben. Das ist eine deutliche Zunahme innerhalb der letzten Jahre. Zusätzlich sinkt das Alter der Konsumenten.

Im Verhältnis der Geschlechter führen die Männer in fast allen Bereichen, allerdings haben weibliche Konsumenten eine deutlich höhere Zuwachsrate.

Bei den harten Drogen sehen die Zahlen wie folgt aus: 1,1 Prozent haben Kokain konsumiert, 0,6 Prozent Amphetamine und 0,4 Prozent Opioide.

Weil Hardcore-Konsumenten in dieser Umfrage kaum eine Rolle spielen, kann man davon ausgehen, dass die tatsächlichen Zahlen in allen Bereichen höher liegen.

Während die Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln sinkt, werden mehr Schmerzmittel, die nicht vom Arzt verschrieben wurden, eingenommen.

Veröffentlicht wird der Suchtsurvey jedes Jahr vom "Deutschen Ärzteblatt".

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