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Steuer-Hammer: Kurzarbeiter sollen nachzahlen!

Für Arbeitnehmer ist Kurzarbeitergeld steuerfrei, aber durch den sogenannten Progressionsvorbehalt drohen 2021 dennoch Nachforderungen vom Finanzamt.

Stempel mit der Aufschrift Steuererklärung
Kurzarbeitern drohen nächstes Jahr Steuernachzahlungen (Symbolbild) iStock / filmfoto

Kurzarbeit als Kriseninstrument

Viele deutsche Unternehmen haben aufgrund der Corona-Krise Kurzarbeit eingeführt. Bedeutet: Die Arbeitszeit der Angestellten wird reduziert und die Bundesagentur für Arbeit übernimmt bis zu 67 Prozent des entgangenen Nettogehalts.

Das Kurzarbeitergeld an sich ist dabei steuerfrei, aber die Sache hat einen bisweilen eher unbekannten Haken.

Der unbekannte Haken

Wer nämlich Kurzarbeitergeld bezieht, ist automatisch dazu verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, sofern ein Betrag über 410 Euro ausgezahlt wird. Und hier greift dann der sogenannte Progressionsvorbehalt.

Das steuerfreie Einkommen, also das Kurzarbeitergeld, wird auf das steuerpflichtige Einkommen aufgeschlagen und das so ermittelte Gesamteinkommen dient als Grundlage dafür, einen Durchschnittssteuersatz für die Besteuerung des steuerpflichtigen Einkommens zu berechnen.

Mit anderen Worten: Das Kurzarbeitergeld erhöht das Gesamteinkommen und damit den Durchschnittssteuersatz, wodurch eine höhere Steuerlast entsteht.

Weitere Details & Beispielrechnung

Diese steuerliche Handhabung ist vielen nicht bewusst, und kann dazu führen, dass unerwartete Nachzahlungen vom Finanzamt gefordert werden. Einem Bericht des Focus zufolge müssen vor allem berufstätige Ehepaare mit Forderungen von mehreren 100 Euro rechnen.

Weitere Details dazu erklärt der Steuerexperte Stefan Bürker in einem Interview mit B4B Wirtschaftsleben Schwaben. Auch eine Beispielrechnung führt er darin auf, anhand derer die Sachlage noch klarer wird.

Progressionsvorbehalt aussetzen?

Die FDP-Politikerin Katja Hessel befürchtet, dass sehr viele Menschen von Nachzahlungen betroffen sein werden. Ihre Partei forderte einem Bericht der Tagesschau zufolge deshalb im Bundestag, dass der Progressionsvorbehalt für dieses Jahr ausgesetzt wird.

Die Große Koalition lehnte den entsprechenden Antrag Ende Juni jedoch ab und kündigte an, einen eigenen Vorschlag auszuarbeiten, um die Betroffenen vor der bösen Überraschung zu schützen.

Noch sei genug Zeit, um in Ruhe über eine politische Lösung nachzudenken, so Antje Tillmann, finanzpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion. Zu Nachzahlungen komme es ja frühestens im nächsten Jahr.

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