Mundarten in Deutschland Sterben die die deutschen Dialekte langsam aus?

Tobias | Männersache 01.07.2018

Berliner, die nicht berlinern, Münchner, die nicht Bayerisch sprechen oder Leipziger die nicht sächseln. Sterben unsere Dialekte aus?

Sterben deutsche Mundarten aus?
Foto:  iStock/4FR,pkazmierczak

Im Interview mit dem Deutschlandfunk sagte der Sprachwissenschaftler Sebastian Kürschner, dass lokale Ortsdialekte sich immer mehr annähern würden.

"Wir haben beispielsweise bei Untersuchungen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg festgestellt: Statt der früher häufig lokalen Dialekte gibt es dort fast nur noch zwei großräumige Dialekte: das im Westen von Rheinland-Pfalz und Luxemburg gesprochene Moselfränkisch und das eher im Süden und Osten gesprochene Rheinfränkisch", erklärte Kürschner dem mdr.

Im Video: Welcher Dialekt ist sexy?

 

Besonders bei den jungen Leuten nehme die Zahl der Dialektsprecher ab. In der Stadt noch stärker als auf dem Land. Einen Grund sieht der Sprachforscher in der längeren Schulzeit. Da dort nur die standardisierte Schriftsprache eine Rolle spiele, würden immer mehr junge Leute nur noch Hochdeutsch sprechen.

Dass die Dialekte jedoch komplett aussterben, glaubt der Universitäts-Dozent allerdings nicht. "Regional wird sich das Deutsche weiterhin stark unterscheiden", sagte er im DLF-Interview.

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Hoffnung sieht er in den sozialen Medien. So gäbe es eine Facebook-Seite "So sprechen die Machteburjer", die fast 14.000 Fans habe. In Chemnitz gibt es eine App, die Stadtführungen auf Englisch, Deutsch und Sächsisch anbiete.

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