Die dunklen Geheimnisse der Geschichte

Steht die Weltmacht vor einem Drogenkollaps?

Vertuschte Verbrechen, unter Verschluss gehaltene Akten, gefälschte Beweise: Heute setzen Regierungen, Konzerne und Geheimdienste alles daran, dass ihre Machenschaften nie an die Öffentlichkeit gelangen. Aber die Geschichte zeigt: Die Wahrheit lässt sich nicht aufhalten.

Spritzen und Drogen auf dem Tisch
Steht die USA vor einem Drogenkollaps? Foto: iStock / Stas_V

China geht an Opium zugrunde

Wie richtet man eine Weltmacht zugrunde – ohne Waffengewalt? Indem man das Land mit Drogen überschwemmt und Millionen Menschen zu Junkies macht.

Anfang des 19. Jahrhunderts flutet das Britische Empire den chinesischen Markt mit Opium. Mit den Drogengeldern finanzieren die Briten ihren Bedarf an Luxusgütern: Tee, Seide, Porzellan. Gleichzeitig destabilisieren sie China, es kommt zu massiven gesellschaftlichen Verwerfungen, Millionen Drogenabhängige legen die Wirtschaft lahm.

Als das Land versucht, die Einfuhren einzudämmen, ist es zu spät. Beim Taiping-Aufstand sterben 20 Millionen Menschen. China erleidet eine tödliche Überdosis – verabreicht vom Britischen Empire.

Die Feinde im eigenen Land

Es muss jedoch nicht zwangsläufig eine Macht von außen sein, die eine ganze Nation in den Drogenkollaps stürzt. Manchmal sitzt der Feind auch im eigenen Land.

Fakt ist: Mittlerweile konsumieren in den USA fast 100 Millionen Menschen Schmerzmittel, Heroin und andere Drogen. Die Zahl der Toten durch eine Überdosis ist in den vergangenen 15 Jahren von 20 000 auf 72 000 Opfer pro Jahr gestiegen. Was kaum jemand weiß: Die USA wurden nicht etwa von mexikanischen Kartellen oder afghanischen Warlords mit Drogen überschwemmt, sondern von einem amerikanischen Konzern – dem von der Familie Sackler geführten Pharma-Giganten Purdue, Hersteller eines der umsatzstärksten Schmerzmittel der Welt: Oxycontin.

"Acht Menschen in einer einzelnen Familie haben Entscheidungen getroffen, die einen großen Teil der Opioid-Epidemie verursacht haben", erklärt Maura Healey, Generalstaatsanwältin von Massachusetts.

Das Drogenimperium der Familie Sackler

Tatsächlich arbeiten die Mitglieder der Familie Sackler seit 15 Jahren daran, die Risiken des Medikaments zu vertuschen – und verdienten damit 35 Milliarden Dollar. Dafür musste der Konzern bereits vor Jahren 630 Millionen Dollar Strafe zahlen. Dennoch haben die Sacklers weitergemacht.

Nachdem inzwischen die Opioid-Krise das gesellschaftliche Zusammenleben und die Stabilität der Weltmacht USA gefährdet, haben fast alle Bundesstaaten Klage gegen den Konzern eingereicht. Im August 2019 einigte sich Purdue mit Behörden auf einen Vergleich in Höhe von zehn Milliarden Dollar. Um weiteren Klagen zu entgehen, meldet das Unternehmen am 16.9.2019 Insolvenz an. Purdue soll jetzt in eine Stiftung umgewandelt werden, die ein neues Medikament auf den Markt bringen soll: ein Medikament, das die Suchtsymptome von Oxycontin behebt.

Um seine Profite zu steigern, bewarb der Pharmakonzern Purdue das Schmerzmittel Oxycontin mit falschen Fakten: Durch eine verzögerte Freisetzung des Wirkstoffs bestehe angeblich kein Suchtrisiko. Eine Lüge, die Tausende Patienten das Leben kostete.