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Top Secret

Speznas: Putins Geisterarmee

Sie operiert hinter den feindlichen Linien, lautlos und nahezu unsichtbar: Die russische Speznas ist eine der geheimnisvollsten Eliteeinheiten der Welt. Jetzt kam heraus: Neue Rekruten werden offenbar auch in Deutschland angeworben ...

Ein Sondereinsatzkommando-Team im Einsatz
Speznas im Einsatz (Symbolbild) Foto: iStock / South_agency

Es ist früh am Morgen, der Nebel hat die Straßen in einen grauen Schleier gehüllt. Die ukrainische Hafenstadt Sewastopol scheint noch zu schlafen, als plötzlich dunkle Schatten auf dem Platz vor dem Parlament auftauchen. Nur Sekunden später stürmen 60 uniformierte Männer das Gebäude. Fast lautlos, maskiert, ohne Abzeichen und schwer bewaffnet.

Als der Nebel sich verzogen hat, hängt anstelle der ukrainischen Flagge die russische über dem Parlamentsgebäude. Seit diesem Tag, dem 27. Februar 2014, ist Sewastopol, die Hafenstadt auf der Halbinsel Krim unter russischer Kontrolle. Heute ist klar: Es war das Werk von Wladimir Putins Geisterarmee, der sogenannten Speznas. Die Eliteeinheit ist Russlands Antwort auf die Frage: Wie führt man einen Krieg in einem Land, in dem man offiziell gar nicht sein darf?

Wer sind die geheimen Bluthunde Putins?

Die Speznas (spezialnowo nasnatschenija, zu Deutsch: Spezialteam zur besonderen Verwendung) ist eine der gefürchtetsten Eliteeinheiten der Welt. Sie ist dem russischen militärischen Nachrichtendienst GRU unterstellt. Ihre Einsatzschwerpunkte: Aufklärung, asymmetrische und paramilitärische Kriegführung und Terrorismusbekämpfung.

Bei ihren Einsätzen tragen sie weder Nationalitäts- oder Armee- noch Rangabzeichen. Nur Miliärexperten können die anonymen Kämpfer anhand ihrer Hightech-Waffenausrüstung und ihrer Operationstaktiken identifizieren. Wie auch im Fall der Stürmung des Parlaments im ukrainischen Sewastopol.

Etwa 15.000 Soldaten zählt die Geisterarmee. Zum Vergleich: Die Spezialeinheit der U.S. Navy SEALs ist 2400 Mann stark. Die Ausbildung gilt als eine der härtesten der Welt. Der Kontakt zu Angehörigen ist in dieser Zeit verboten. Immer wieder sterben Rekruten bei den Übungen. Zehn Wochen müssen sich die jungen Männer bei Fallschirmsprüngen, Folter, Scharfschützentraining, Nahkämpfen und tagelangen Gewaltmärschen in der Wildnis beweisen. Dabei rückt eine dieser Trainingsmethoden nun sogar ins Visier der deutschen Geheimdienste: die Kampfsportart Systema ...

Werden Speznas in Deutschland ausgebildet?

Systema ist eines der wichtigsten Elemente der Speznas-Ausbildung. Ziel dieser Nahkampftechnik ist es, den Feind möglichst schnell kampfunfähig zu machen und im Ernstfall zu töten. Und genau diese Kampfsportart wird nun auch in Deutschland immer beliebter. Mittlerweile wird Systema in mehr als 30 deutschen Städten unterrichtet. Aber wer steckt hinter den Systema-Trainingsstudios in Deutschland? Und welche Ziele verfolgen diese Vereine wirklich?

Genau diesen Fragen ist auch der Verfassungsschutz nachgegangen. Dabei kam heraus: Tatsächlich werden die meisten Systema-Netzwerke in Deutschland vom russischen Geheimdienst GRU kontrolliert. Die Trainer sind frühere russische Agentenführer, Einzelkämpfer und Fallschirmjäger, gedrillt im lautlosen Töten.

Offenbar versuchen die Russen, mit der Nahkampftechnik Systema nun auch deutsche Rekruten aus Polizei, Militär, und privaten Sicherheitsdiensten für die Speznas-Ausbildung zu gewinnen. Aber warum? "Durch das Systema-Training und die neuen Kontakte hofft der GRU, interessante Personen aus dem Westen als Informanten zu verpflichten - oder direkt für die Ausbildung zum Speznas-Soldaten zu gewinnen", so der deutsche Verfassungsschutz.

Doch der GRU will nicht nur Deutsche für die Speznas-Einheit gewinnen, der Geheimdienst versucht auch, deutsche Sicherheitsapparate mit seinen Doppelagenten zu infiltrieren - wie ein Fall beim brandenburgischen Landeskriminalamt (LKA) gezeigt hat.

Bei zwei Beamten, der eine stammte aus Russland und der andere aus Weißrussland, ergab ein Sicherheitscheck, dass sie im russischen Rjasan eine Speznas-Ausbildung erhalten hatten. Sie waren ständig bereit, um auf Putins Befehl im Krisenfall direkt innerhalb der NATO-Bereiche zuzuschlagen. Und so scheint es, dass Putins Geisterarmee längst auch in Deutschland aktiv ist ...

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