Corona-Update

Söder beschließt Maßnahmen-Hammer

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat nach einer Sondersitzung mit dem Kabinett zehn Lockdown-Maßnahmen verkündet, u. a. zum Katastrophenfall.

Markus Söder
Zieht in Sachen Corona-Bekämpfung an: Markus Söder Foto: imago images / Sven Simon

Söder verkündet verschärfte Lockdown-Maßnahmen

Trotz der geltenden Corona-Regeln steigen in Bayern die Zahlen der Neuinfektionen dramatisch. Dabei fordert das Virus auch immer mehr Todesopfer.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich deshalb in einer Sondersitzung mit seinem Kabinett beraten und am Sonntag (6. Dezember 2020) in einer Pressekonferenz zehn einschneidende Lockdown-Maßnahmen verkündet.

"Die Lage ist ernst, es reicht nicht, wir müssen mehr tun, wir müssen handeln", sagte er direkt zu Beginn. Die Beschlüsse, auf die er sich mit seinem Kabinett geeinigt hat, liegen nun dem Landtag zur Entscheidung vor. Stimmt dieser zu, treten die verschärften Maßnahmen am Mittwoch (9. Dezember) in Kraft.

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Bayerns neue Corona-Beschlüsse

  1. Wie bereits im Frühjahr ruft Bayern den Katastrophenfall aus.

  2. Für ganz Bayern gilt eine allgemeine Ausgangsbeschränkung. Die Menschen dürfen ihre eigenen vier Wände nur noch aus wichtigen Gründen verlassen – z. B. zur Arbeit fahren, einkaufen gehen oder Ärzte aufsuchen. In Hotspots mit einer Inzidenz von mehr als 200 wird eine Ausgangssperre von zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens verhängt.

  3. Weiterhin erlaubt sind Treffen von bis zu fünf Personen aus zwei Haushalten. Über die Weihnachtsstage wird eine Ausnahme gemacht, dann dürfen bis zu zehn Personen aus zehn Haushalten zusammenkommen. Für Silvester gilt diese Sonderregelung jedoch nicht.

  4. Für Schulklassen und Kitas der Stufen eins bis sieben ändert sich nichts. In Berufsschulen wird Distanzunterricht eingeführt, genauso wie in Corona-Hotspots ab der achten Klasse. Darüber hinaus soll es fortan Wechselunterricht geben.

  5. Von weiteren Geschäftsschließungen wird zunächst abgesehen. Allerdings werden die zulässigen Kundenzahlen und Hygienekonzepte stärker überwacht.

  6. In der Öffentlichkeit darf kein Alkohol mehr konsumiert werden.

  7. Die Grenzen bleiben offen, aber die bisherigen Erleichterungen für den sogenannten "kleinen Grenzverkehr" werden aufgelöst. Heißt: Auch bei einem Grenzübertritt unter 24 Stunden ist ein negativer Corona-Test erforderlich.

  8. In Pflege- und Alteheimen darf lediglich eine Person zu Besuch kommen und sie muss eine FFP-2-Maske tragen. Die Mitarbeiter der Einrichtungen müssen zweimal pro Woche getestet werden.

  9. Die Gesundheitsämter greifen auf eine einheitliche Software zur Nachverfolgung von Corona-Infektionen zu. Kann diese von einer Kommune nicht mehr gewährleistet werden, muss sie die Polizei und Bundeswehr um Hilfe bitten.

  10. Arbeitgeber sollen ihren Mitarbeitern so viel Homeoffice ermöglichen, wie es geht.

Vorbild für andere Bundesländer

Mit seinem Maßnahmen-Paket zieht Markus Söder in Sachen Corona-Bekämpfung noch einmal ordentlich an. Nicht auszuschließen, dass weitere Bundesländer dem Vorbild Bayerns folgen und ebenfalls schärfere Maßnahmen einführen.