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Corona-Update

Smartphone-App soll Coronavirus stoppen

Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut und das Robert Koch-Institut arbeiten an einer App, mit deren Hilfe die Kontakte von Smartphone-Trägern nachvollzogen werden sollen.

Mehrere Personen mit Smartphones in den Händen
Die Nutzung der geplanten Corona-App soll auf freiwilliger Basis geschehen. iStock / PeopleImages

Sensibles Thema

Das Thema ist sensibel: Nicht wenige Menschen vermuten hinter dem Einsatz technologischer Mittel zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus die Einführung von Tools zur staatlichen Überwachung.

Bewegungsprofile können aber den Epidemiologen dabei nützlich sein, die Spur einer Corona-Infektion zurückzuverfolgen. Deshalb arbeiten das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, auch Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, und das Robert Koch-Institut an der Entwicklung einer App, die sowohl im Kampf gegen das Coronavirus hilft als auch datenschutzrechtlich unproblematisch ist.

Bluetooth macht's möglich

Als Vorbild dient einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge eine App aus Singapur. Diese wird dort eingesetzt, um Infektionswege zurückzuverfolgen.

Dabei nutzt die App die Bluetooth-Funktechnik, um zu scannen, welche anderen Mobilgeräte in der Nähe sind. Ist eines dabei, dessen Besitzer mit dem Coronavirus infiziert ist, können alle zuvor registrierten Geräte per Push-Nachricht gewarnt werden.

Schutz der Privatsphäre

Die Privatsphäre der App-Nutzer soll dabei geschützt werden, in dem zufällige Identifikationsnummern generiert werden, die keine Rückschlüsse auf die individuellen Besitzer der Geräte zulassen.

Wer positiv auf das Coronavirus getestet wurde, kann seine ID an einen zentralen und abgesicherten Server übertragen. Auf diesen haben nur die beiden Institute Zugriff. Ansonsten werden die Identifikationsnummern ausschließlich lokal auf den Geräten derjenigen gespeichert, die sich begegnen und die App nutzen.

Übermittelt jemand seine ID an den zentralen Server, kann entschlüsselt werden, mit welchen anderen IDs diese ID zuvor in Kontakt kam. Daraufhin geht eine Benachrichtigung an die Kontakt-IDs raus, in der dazu aufgefordert wird, sich testen zu lassen und bis zur Diagnose in Quarantäne zu bleiben.

Freiwillige Entscheidung

Der Vorsitzende der Gesellschaft für Freiheitsrechte, Ulf Buermeyer, hält die Art und Weise, wie die App funktionieren soll, für eine gute Lösung, um Infektions- und Datenschutz unter einen Hut zu bekommen. Zu diesem Fazit kommt er in einer Analyse mit dem Mainzer Professor Matthias Bäcker.

Das Ganze funktioniert aber natürlich nur, wenn möglichst viele Menschen die App installieren und wie vorgesehen nutzen. Die Entscheidung dafür oder dagegen erfolgt auf freiwilliger Basis, ein Zwang sei laut der Süddeutschen aktuell gar nicht denkbar.

Wir werden sehen. Die App soll in den kommenden Tagen präsentiert werden.

Die Corona-Pandemie

Seit Dezember 2019 breitet sich das Coronavirus aus. Ausgehend von der chinesischen Millionenstadt Wuhan hat die Epidemie mittlerweile alle Kontinente erreicht. Bislang starben weltweit über 40.000 Menschen an der rätselhaften Lungenkrankheit, über 827.000 haben sich infiziert (Stand: 1. April 2020).

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